07.10.2021 - 09:30 Uhr
SchönseeOberpfalz

Staatliches Bauamt schließt Radweg-Lücken zwischen Dietersdorf und Stadlern

Im Schönseer Land ist Radeln ein touristisches Schwergewicht. Damit die Fahrradfahrer zwischen Dietersdorf und Stadlern nicht mehr auf die Staatsstraße2159 ausweichen müssen, plant das Staatliche Bauamt den Neubau der Trasse.

Die Schilder stehen kurz vor Friedrichshäng (Gemeinde Schönsee). Wer dem Pfeil nach Stadlern folgt, kann nach dem geplanten Ausbau der Radwegverbindung Dietersdorf-Stadlern auf eine lückenlose Radlertrasse hoffen.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Wie auf der jüngsten Schönseer Stadtratssitzung am Rande angemerkt wurde, liegt die Förderzusage der geplanten Radwegeverbindung zwischen Dietersdorf und Stadlern vor. Doch ein baldiger Baubeginn ist nicht in Sicht, wie die Oberpfalz-Medien-Redaktion auf Nachfrage beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach erfahren hat.

„Idealerweise soll die gesamte Radwegeverbindung in einem Stück gebaut werden“, informiert Björn Letz von der Gebietsabteilung Schwandorf. Wie er anfügt, sei das Radwege-Ende bei Stadlern „noch nicht abschließend geklärt und bedarf weitergehenden Abstimmungen“. Die Nennung eines Baubeginns sei daher noch nicht zuverlässig möglich. „Gespräche sollen hierzu allerdings in Kürze fortgesetzt werden“, so der zuständige Sachbearbeiter.

Vier Kilometer lang

Je nach gewähltem Verlauf wird die Länge rund vier Kilometer betragen. Während der überwiegende Teil (rund 3,5 Kilometer) auf dem Stadtgebiet Schönsee in der Gemarkung Dietersdorf verläuft, tangieren weitere 0,5 Kilometer das Gemeindegebiet von Stadlern. Im Bereich der Neubauabschnitte ist ein Grunderwerb notwendig, der laut Letz teilweise schon erfolgte.

Das Staatliche Bauamt tritt als Baulastträger der kombinierten Neu- und Ausbaumaßnahmen auf. Wie Björn Letz ausführt, wird das bestehende, überwiegend straßenbegleitende Netz aus öffentlichen Feld- und Waldwegen durch Neubauabschnitte geschlossen. Vorhandene Wege werden ertüchtigt und befestigt, um eine durchgängige und sichere Radwegverbindung abseits der Staatsstraße zwischen beiden Orten herzustellen. „Bisher müssen Radfahrer regelmäßig auf die Staatsstraße 2159 ausweichen, da das bestehende Netz Lücken aufweist“, so der Experte. Daher liege die Herstellung samt Finanzierung einer durchgängigen Verbindung auch im Interesse des Staatlichen Bauamts. Wie Letz betont, werde die Bau- und Unterhaltungslast nach Herstellung des Radweges auf die Stadt Schönsee und die Gemeinde Stadlern übergehen, beziehungsweise bei diesen verbleiben.

Bisher nutzen die Radler öffentliche Feld- und Waldwege. Dort, wo Lückenschlüsse in Form von Neubauabschnitten erforderlich sind, werde unmittelbar – unter Beachtung der Regelabstände – an die Staatsstraße herangerückt. Erforderlich wird eine Radweg-Brücke bei Dietersdorf (Nähe Johannismühle), „dessen Planung beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach durchführt wird und weit fortgeschritten ist.“

Reine Radwege weisen eine asphaltierte Fahrbahnbreite von 2,50 Metern und ein beidseitiges Bankett mit jeweils 0,50 Meter auf. Dort, wo eine Nutzung als öffentlicher Feld- und Waldweg zur Erschließung der landwirtschaftlichen Flurstücke bereits vorhanden beziehungsweise von der Stadt und der Gemeinde gewünscht ist, wird gemäß dem Leiter Abteilung Straßenbau, eine Asphaltbreite von 3 bis 3,50 Meter vorgesehen. Mit Bankett könnte die Gesamtbreite also zukünftig bis zu fünf Meter betragen. „Für die Mehrbreiten sind Stadt und Gemeinde anteilig an den Baukosten zu beteiligen“, gibt Letz zu verstehen.

2,5 Millionen Euro

Derzeit geht das Bauamt von geschätzten Gesamtkosten in Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro aus. „Die Kostenanteile der beiden Kommunen ergeben sich dann aus dem vereinbarten Verhältnis der Fahrbahnbreiten, die zur Nutzung der Wege als öffentlicher Feld- und Waldweg erforderlich sind“, sagt Letz und verweist darauf, dass „auch hierfür voraussichtlich verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung stehen“.

Als Gesamtaufbaustärke sind 40 Zentimeter geplant. Aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung sollen die Asphaltschichten eine Stärke von 14 Zentimeter und die Frostschutzschicht 26 Zentimeter betragen. Die bisherige Planung sieht zwei Überquerungshilfen an den Ortseingängen von Dietersdorf und Stadlern vor. Aktuell sind auf der Radwegverbindung der beiden Orte keine stärkeren Gefälle- und Steigungsstrecken vorhanden, beziehungsweise für den Lückenschluss vorgesehen. „Als Alternative wird derzeit auch eine Anbindung des Radweges über einen Feld- und Waldweg am ,Reichberg’ im Nordwesten von Stadlern diskutiert. Hier wäre das Höhenprofil als deutlich anspruchsvoller zu bewerten“, verrät Björn Letz auf Nachfrage der Redaktion.

Abschließend verweist er auf das vor kurzem veröffentlichte neue Radwegekonzept des Landkreises Schwandorf (wir berichteten). Der Radweg Dietersdorf-Stadlern an der Staatsstraße 2159 sei Bestandteil der im Konzept vorgestellten „Maßnahme Nr. 51“.

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"Bisher müssen Radfahrer regelmäßig auf die Staatsstraße 2159 ausweichen."

Björn Letz, Staatliches Bauamt Amberg-Sulzbach

Björn Letz, Staatliches Bauamt Amberg-Sulzbach

Hintergrund:

Geplanter Radweg Dietersdorf-Stadlern

  • Länge: rund 4 Kilometer, davon 3,5 Kilometer auf dem Stadtgebiet Schönsee (Gemarkung Dietersdorf) und 0,5 km in der Gemeinde Stadlern.
  • Breite: Asphaltierte Radwege weisen laut dem Staatlichen Bauamt eine Fahrbahnbreite von 2,50 Metern plus beidseitigem Bankett von jeweils 0,50 Meter auf. Werden landwirtschaftliche Flurstücke mit erschlossen, kann die Gesamtbreite bis zu 5 Meter betragen.
  • Die Gesamtkosten werden auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt. Der Eigenanteil der zwei Gemeinden ergibt sich aus dem Verhältnis der Fahrbahnbreiten, die zur Nutzung als öffentlicher Feld- und Waldweg erforderlich sind. Verschiedene Fördermöglichkeiten stehen zur Verfügung.
  • Der Baubeginn ist noch offen, da das Radwege-Ende bei Stadlern noch abschließend geklärt werden muss.

 

 

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