14.06.2019 - 12:35 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Debatte zum Impfen - Interview und Faktencheck

Impfen ist ein hoch emotionales Thema. Die Debatte wird hart geführt, vor allem im Netz. Dass Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, andere gefährden ist nur die harmloseste Vorwurf.

Für die einen ist eine Impfung eine Lebensversicherung, für andere ein riskanter Eingriff.
von Irma Held Kontakt Profil
von Agentur DPAProfil

Agnes Schneider (Name von der Redaktion geändert) ist Impfkritikerin und in das Thema eingearbeitet. Sie untermauert ihre Aussagen mit Studien, die den Rahmen eines Interviews sprengen würden. In der ihr möglichen Kürze hat sie Fragen von Oberpfalz-Medien beantwortet.

ONETZ: Weshalb setzen Sie sich mit dem Thema "Impfen" auseinander. Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht bzw. haben oder hatten Sie mit Impffolgen zu kämpfen?

Agnes Schneider: Anlässlich der Schwangerschaft meines ersten Kindes begann ich mich mit dem Thema „Impfen“ zu beschäftigen und beschäftige mich nach wie vor damit.

ONETZ: Haben oder würden Sie Ihr Kind impfen lassen?

Agnes Schneider: Nein. Man muss nur die Beipackzettel anschauen, dann weiß man, dass Impfungen jede Menge Nebenwirkungen haben können bis hin zum Tod. Es gibt eine Aufklärungspflicht für den Arzt. Leider wird diese Pflicht sträflich vernachlässigt. Aber ohne ordnungsgemäße Aufklärung ist eine Impfung eine Körperverletzung. Eine Einwilligung zu einer Impfung ohne ordnungsgemäße Aufklärung ist nicht rechtsgültig. Wenn ein Arzt eine Impfung verabreicht, ohne dass er den Patienten – oder seinen Vertreter – ordnungsgemäß aufklärt, begeht er eine Körperverletzung. Ich plädiere dafür, dass die Aufklärungspflicht ordnungsgemäß durchgeführt wird!

ONETZ: Sehen Sie Impfungen generell kritisch oder nur bestimmte?

Agnes Schneider:  Ich möchte hier die Studie aus Indien erwähnen. Diese war eine placebokontrollierte Studie (also ein Gebiet wurde geimpft und ein Gebiet wurde nicht geimpft) und sogar unter Beteiligung der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Die Studie begann 1969 und sollte etwa 10 Jahre dauern. Es ging um die Tuberkulose-Impfung (BCG). Nach etwa 3 oder 4 Jahren wurde sie abgebrochen, weil genau das Gegenteil herauskam: In dem geimpften Gebiet gab es mehr Erkrankungen als in dem ungeimpften Gebiet. Eigentlich würde man dann erwarten, dass aufgrund des katastrophalen Ergebnisses nun alle Impfungen genau untersucht werden. Das würde ich von einer Weltgesundheitsorganisation zwingend erwarten. Leider passierte genau das Gegenteil. Man hat zukünftig keine placebokontrollierten Studien mehr gemacht. Das ist für mich ein Skandal. Da bekannt ist, dass placebokontrollierte Studien immer zu Ergebnissen führen, die nicht gewollt sind (von der Industrie und diese ja letztendlich auch die Studien machen!), wird – wie bei der HPV-Impfung (Humane Papillomviren, besser bekannt unter Gebärmutterhalskrebs) – bei den Zulassungsstudien insofern manipuliert, indem die Kontrollgruppe, die eigentlich nur eine Kochsalzlösung verabreicht bekommen sollte, sogar eine Impfung bekommt. Das Ergebnis vom Jahre 1969 in Indien hat also bis in die Gegenwart Auswirkungen. Konkret: Indem die Kontrollgruppe auch die Giftstoffe bekommt wie die Versuchsgruppe, können Nebenwirkungen kaschiert werden. Zurück zu Ihrer Frage: Diese Manipulationen bei den Zulassungsstudien sind flächendeckend bei allen Impfungen vorhanden. Und das Hauptproblem ist, dass die Zulassungsstudien die Impfstoffhersteller selbst durchführen und sie werden nicht von unabhängigen Fachgremien gemacht. Wenn man den Bock zum Gärtner macht, hat man diese Auswirkungen leider immer.

ONETZ: Ist es riskant, zum Beispiel keinen Tetanus-Schutz zu haben?

Agnes Schneider:  Bei etwa 700 000 Geburten in Deutschland pro Jahr sind nachweislich 3 Prozent der Kinder nicht gegen Tetanus geimpft: also sind mindestens 20 000 Kinder nicht gegen Tetanus geimpft; in 20 Jahren sind dies 400 000 Kinder, die bis zum sechsten Lebensjahr keine Tetanus-Impfung bekamen. Und in den letzten 20 Jahren ist kein Kind dieser Altersgruppe an Tetanus gestorben – also auch kein Ungeimpftes! Ein weiteres Manko ist, dass in der Statistik über Sterbefälle (Durchschnittssterbealter ist 75 Jahre) der Impfstatus nicht bekannt ist. Dass der Impfstatus bei den Sterbefällen erfasst wird, fordert der Impfschutzverband bereits seit mehr als 40 Jahren!

ONETZ: Impfkritiker halten das Durchmachen einer Krankheit für einen wirkungsvolleren Schutz als eine Impfung. Überzeugt Sie das auch?

Agnes Schneider: Generell ist bekannt, dass eine Mutter, die selbst eine Masernerkrankung durchgemacht hat, einen besseren Nestschutz dem Baby mitgibt. Mütter, die gegen Masern geimpft sind, geben einen verminderten Nestschutz dem Baby mit. Das heißt, früher waren die Babys durch einen besseren Nestschutz vor Masern im Säuglingsalter geschützter. Dass nun immer mehr Babys an Masern erkranken, ist also Folge der Impfung, eine negative Folge.

ONETZ: Derzeit wird viel über Masern diskutiert. Wie häufig und wie gefährlich ist diese Krankheit?

Agnes Schneider: Nun, die Sterbefälle durch Masern sind schon in den 50er Jahren stark zurückgegangen (also nach dem 2. Weltkrieg) und gingen schon fast gegen 0, als in den 70er Jahren die Masernimpfung großflächig verabreicht wurde. Die Aussage, die Masernimpfung hätte die Sterbefälle reduziert, ist nichts anderes als gelogen. Es stellt sich demnach die Frage: Was hat den Rückgang der Maserntodesfälle verursacht, nachdem es ja die Impfung nachweislich nicht war? Nun, wie immer gibt es da nachvollziehbare Gründe, nämlich, verbesserte Hygiene, bessere Ernährung, Friedenszeiten einhergehend mit weniger psychischen Belastungen usw.

ONETZ: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will eine Masern-Impfpflicht durchsetzen. Was setzen Sie dagegen?

Agnes Schneider: Eine Masernimpfpflicht ist mit unserem Grundgesetz nicht vereinbar genauso wenig wie nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Außerdem gibt es Länder in Europa, die unter anderem auch eine Masernimpfpflicht haben, aber niedrigere Impfraten als in Deutschland. Also eine Impfpflicht garantiert in keinster Weise höhere Impfraten. Auf der Homepage des Vereins „Ärzte für individuelle Impfentscheide können Sie folgendes lesen:Auch hier betrachten wir vergleichend die Masernhäufigkeit in den Ländern mit einer Masern-Impfpflicht und Deutschland - gemessen mit der so genannten Inzidenz, also der Anzahl von Masernfällen pro 1.000.000 Einwohner und Jahr. Es zeigt sich, dass es in den letzten 10 Jahren große Masernausbrüche vor allem in den Ländern mit einer Impfpflicht gab (Bulgarien 2009/2010 - Inzidenz bis knapp 3000, Tschechien 2015 - Inzidenz über 50), wogegen Deutschland selbst im am stärksten betroffen Jahr 2015 (Berliner "Epidemie") etwa 30 Masernfälle/1 000 000 Einwohner aufwies. 2018 lag die Maserninzidenz in Deutschland deutlich unter dem Mittel der Ländern, in denen die Masernimpfung gesetztlich vorgeschrieben ist.

ONETZ: Angedacht ist, Ungeimpfte aus Kita oder Schule auszuschließen. Darf Gesundheit gegen Bildung ausgespielt werden?

Agnes Schneider: Nun, in Bezug auf Schule ist es ja eindeutig. Wir haben (noch) keine Impfpflicht, aber wir haben eine Schulpflicht. Und Kitas dürfen ohne Impfpflicht ungeimpfte Kinder genau so wenig ablehnen. Ein privates Unternehmen, das im Auftrag eines grundrechtsgebundenen Auftraggebers tätig wird, darf nichts tun, was der grundrechtsgebundene Auftraggeber nicht auch tun dürfte. (GG Art. § 1 & 20 jeweils Abs. 3) Eine Flucht ins Private ist nicht zulässig. Also konkret: Da Kindergärten und Kindertagesstätten öffentliche Gelder bekommen und sie öffentliche Aufgaben wahrnehmen (Subsidiaritätsprinzip), dürfen sie nicht eine Impfung verlangen, weil es eben keine Impfpflicht gibt.

Zur Person :

Schutz der Familie

Impfkritiker haben mächtige Gegner, die WHO, Pharmaindustrie, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, einen Teil der Ärzteschaft. Agnes Schneider lebt mit ihrer Familie im Landkreis. Sie möchte nicht, dass ihre Familie, die voll hinter ihr stehe, wegen ihres Engagements angesprochen oder gar angefeindet wird. Deshalb hat die Redaktion entschieden, den richtigen Namen der Impfkritikerin nicht zu nennen.

Faktencheck

Geht es ums Impfen, wird es schnell emotional. Viele Eltern sind durch Debatten im Netz oder in der Kita verunsichert. Argumente von Impfbefürworten treffen auf Äußerungen von Impfgegnern. Was stimmt und was stimmt nicht?

Impfen als Pflicht? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn möchte eine verpflichtende Masern-Impfungen für Kita- und Schulkinder einführen. Kinder ohne Impfschutz sollen vom Kita-Besuch ausgeschlossen werden und Eltern von Schulkindern ohne Masernimpfung sollen bis zu 2500 Euro Strafe bezahlen. Auch für das Fachpersonal in medizinischen Einrichtungen soll es eine Masern-Impfpflicht geben.

Die Diskussion über eine Impfpflicht hat sich auch an Masernausbrüchen in Schulen entzündet. Dort sind manchmal zu wenige Kinder immunisiert. Geht es ums Impfen, wird es schnell emotional. Argumente von Impfbefürworten treffen auf Äußerungen von Impfgegnern. Was stimmt und was stimmt nicht? Ein Faktencheck.

 

Behauptung: Es gibt immer mehr Impfgegner.

Bewertung: Das stimmt nicht.

Fakten: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung untersucht regelmäßig die Einstellung zum Impfen. Die jüngste Befragung von 2016 zeigt, dass der Anteil der Impfbefürworter gestiegen ist – von 69 Prozent im Jahr 2014 auf 77 Prozent 2016. Der Anteil der Befragten mit Vorbehalten gegen Impfungen ist dagegen deutlich gesunken, von 25 Prozent 2014 auf 18 Prozent 2016. Der Anteil der Befragten mit einer ablehnenden oder eher ablehnenden Haltung ist leicht gesunken, von 6 Prozent 2014 auf 5 Prozent 2016.

Behauptung: Wenn man sich impfen lässt, kann die Krankheit erst Recht ausbrechen.

Bewertung: Das ist falsch - mit extrem seltenen Ausnahmen.

Fakten: „Die meisten Impfstoffe heute sind Impfstoffe, in denen nur noch Teile des Erregers vorkommen“, erläutert Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). In diesen Mitteln seien also keine vermehrungsfähigen Erreger, die Krankheiten auslösen könnten. Im Unterschied dazu gebe es Lebendimpfstoffe, die abgeschwächte Varianten eines Erregers enthielten. Beispiele dafür sind Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Gelbfieber. „Diese Erreger können sich begrenzt vermehren“, sagt Cichutek. „Aber sie können die entsprechende Infektionskrankheit nicht mehr auslösen.“

Bei den Masern gibt es zudem eine Besonderheit. So bekämen etwa 5 bis 15 Prozent der Geimpften besonders nach der ersten Masern-Immunisierung sogenannte „Impfmasern“ mit mäßigem Fieber, flüchtigem Ausschlag und Symptomen im Bereich der Atemwege. Meist passiere das in der zweiten Woche nach der Impfung. Impfmasern seien aber nicht ansteckend und verursachten nur milde Symptome, die von selbst abklingen.

Behauptung: Sein Kind impfen zu lassen, hilft der Gesellschaft.

Bewertung: Das stimmt.

Fakten: Der Gemeinschaftsschutz, die sogenannte Herdenimmunität, ist nach Angaben auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts ein wichtiger Vorteil beim Impfen. Ein Mensch schütze mit der Impfung nicht nur sich selbst, sondern indirekt auch die anderen. Wenn ausreichend viele Menschen geimpft seien, könne sich ein Erreger nicht mehr in der Bevölkerung verbreiten. Erst dann seien auch Säuglinge oder Schwangere geschützt, die zum Beispiel nicht gegen Masern geimpft werden können.

 

Behauptung: Impfungen können Autismus, Allergien und plötzlichen Kindstod verursachen.

Bewertung: Das ist falsch.

Fakten: „Das Gerücht, insbesondere die Masernimpfung könne Autismus verursachen, geht auf eine Untersuchung an nur zwölf Kindern zurück“, sagt Cichutek. Die Studie eines britischen Arztes sei jedoch methodisch so fehlerhaft gewesen, dass das Fachmagazin „The Lancet“ die Veröffentlichung aus dem Jahr 1998 im Jahr 2011 zurückgezogen habe. Der Autor hat seine Zulassung als Arzt in Großbritannien verloren. Unter anderem, weil ihm Interessenkonflikte nachgewiesen worden seien. „Es gibt keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Impfstoffen und Autismus“, betonte er.

Das gelte auch für Allergien. Als ein Beleg dafür gilt unter anderem, dass es in der DDR trotz Impfpflicht kaum Allergien gab. Es gebe sogar Hinweise darauf, dass Impfungen das Risiko für die Allergie-Entwicklung verringern können.

 

Auch beim plötzlichen Kindstod (SIDS) wurde kein Zusammenhang mit Impfungen nachgewiesen. Vielmehr gingen diese Todesfälle in Deutschland trotz neuer Kombinationsimpfungen zurück. So starben nach der Gesundheitsstatistik des Bundes 1991 etwa 1,5 Säuglinge pro 1000 Kinder am Plötzlichen Kindstod. Seit Einführung der Kombi-Impfstoffe 2002 sank die Zahl der Fälle bis zu den jüngsten Zahlen für 2013 auf 0,2 SIDS-Todesfälle pro 1000 Kinder.

Behauptung: Wenn Frauen vor einer Schwangerschaft geimpft sind, schützt das auch ihr Baby.

Bewertung: Das gilt zumindest für einige Impfungen.

Fakten: Vor der Geburt werden schützende Antikörper von der Mutter auf das Kind übertragen. Neugeborene haben damit laut Webseiten des Robert Koch-Instituts gegen diese Erreger einen gewissen Schutz. Stillen unterstütze diesen Nestschutz. Es gibt aber Unterschiede. Bei Krankheiten wie Masern stimuliere die Impfung das Immunsystem der Mutter weniger stark als eine frühere natürliche Infektion. Bei anderen Erkrankungen wie Tetanus oder Diphtherie bestehe nur bei Neugeborenen geimpfter Mütter ein Nestschutz, nicht bei Babys von Müttern, die eine Infektion durchgemacht haben. Bei einigen Infektionskrankheiten gibt es keinen Nestschutz, zum Beispiel bei Keuchhusten.

Behauptung: Eine Impfung belastet das Immunsystem von kleinen Kindern viel zu stark, weil es noch nicht voll ausgereift ist.

Bewertung: Das ist falsch.

Fakten: „Das Immunsystem von kleinen Kindern ist dafür ausgerüstet, sich mit Krankheitserregern auseinanderzusetzen“, erklärt Cichutek. Das Immunsystem des Menschen entwickele sich durch Training. „Dieses Training sollte so früh wie möglich beginnen, und zwar mit einem ungefährlichen Trainingspartner“, ergänzt er. Impfstoffe zählten dazu. Echte Krankheitserreger seien ohne ein trainiertes Immunsystem sehr gefährlich, zum Teil lebensgefährlich. „Sie können in jedem Alter zuschlagen“, ergänzt der Institutsleiter.

Behauptung: Gegen Polio braucht man keine Impfung, weil es die Krankheit nicht mehr gibt.

Bewertung: Das stimmt nicht.

Fakten: Polio (Kinderlähmung) gilt in Deutschland nach der großen Schluckimpfungskampagne ab 1962 heute als ausgerottet. Die letzte in Deutschland erworbene Poliomyelitis wurde nach den Daten des Robert Koch-Instituts 1990 erfasst. Die letzten beiden importierten Fälle (aus Ägypten und Indien) wurden 1992 registriert. Trotz des weltweiten starken Rückgangs der Poliomyelitis könne aber eine Einschleppung von Polioviren nach Deutschland nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Impfung sei solange notwendig, bis nirgendwo auf der Welt mehr Polioviren zirkulierten.

Behauptung: Masern muss man durchmachen, das stärkt auch den Körper.

Bewertung: Das ist falsch.

Fakten: Masern sind keinesfalls harmlos. Ein Drittel bis zur Hälfte der Fälle, die bisher an das Robert Koch-Institut gemeldet wurden, mussten im Krankenhaus behandelt werden. Denn Masernviren unterdrücken die Immunabwehr, so dass andere Krankheitserreger zum Zug kommen und zum Beispiel eine Lungenentzündung verursachen können. Pro Jahr werden in Deutschland laut Gesundheitsberichterstattung durchschnittlich 4 bis 7 Todesfälle registriert, die auf eine Maserninfektion zurückzuführen sind. Vor Einführung der Impfung wurden in Deutschland um die 100 Todesfälle pro Jahr registriert.

Behauptung: Einige Impfungen können auch vor bestimmten anderen Krankheiten oder Folgeerscheinungen schützen.

Bewertung: Das ist richtig.

Fakten: Impfungen können nach den Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts nicht nur vor der Erkrankung selbst, sondern auf vor Komplikationen und Folgeerscheinungen schützen. Bei Masern zum Beispiel werden Hirnhautentzündungen vermieden, die durch Masernviren ausgelöst werden. Oder Lungenentzündungen, die entstehen können, wenn Masernviren das Immunsystem für eine gewisse Zeit schwächen.

Behauptung: Es ist schwierig, Nebenwirkungen von Impfungen zu melden. Darum sind sie in vielen Fällen noch gar nicht richtig bekannt.

Bewertung: Das ist falsch.

Fakten: Bevor ein Impfstoff zugelassen wird, müssen Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts in klinischen Prüfungen nachgewiesen werden. Auch nach der Zulassung müssen Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen und Impfkomplikationen an das PEI gemeldet werden. Für die Meldung von Verdachtsfällen gibt es seit 2001 auch für Angehörige der Heilberufe eine Verpflichtung nach Infektionsschutzgesetz, wie sie für Pharmaunternehmen nach Arzneimittelgesetz schon immer besteht.

Seit 2012 können auch Betroffene selbst den Verdacht auf Komplikationen melden. Alle Meldungen werden an die Europäische Arzneimittelagentur EMA weitergeleitet. Ein Beispiel für Konsequenzen aus diesem vielschichtigen Überwachungs- und Alarmsystem ist eine Impfung gegen eine bestimmte Form der Hirnhautentzündung (FSME), die durch Zeckenstiche übertragen werden kann. Nach Meldungen über sehr hohes Fieber als Impfreaktion wurde dieser Impfstoff 2001 vom Markt genommen. Der Impfstoff wurde danach modifiziert und neu zugelassen.

Behauptung: Pharmafirmen verdienen an Impfstoffen extrem viel Geld.

Bewertung: Das kann man so pauschal nicht sagen.

Fakten: Die Impfstoff-Herstellung gilt in der Branche als weit weniger lukrativ als die Entwicklung manch anderer Medikamente. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts gibt es weltweit nur noch wenige Firmen, die Impfstoffe überhaupt produzieren. Die Herstellung sei extrem aufwendig, dauere je nach Impfstoff zwischen einigen Monaten bis zu zwei Jahren und erfordere Spezialisten. Zusätzlich zu Qualitätsprüfungen und Kontrollen beim Herstellungsprozess gebe es bei Impfstoffen eine staatliche Chargenprüfung. Erfülle eine Charge nicht alle geforderten Kriterien, müsse sie verworfen werden. Das könne sehr große Mengen betreffen - und einen entsprechenden Verlust für die Pharmafirma.

BZgA zur Einstellung zum Impfen, S. 31/32

Paul-Ehrlich-Institut zu Impfungen und widerlegten Studien zu Autismus

Entwicklung der jährlichen Sterblichkeit am Plötzlichen Kindstod

Bundestag zur gesetzlichen Regelung einer Impfpflicht

Bundestag zum Thema Impfpflicht bei Kindern

Robert Koch-Institut zu Impfthemen

Robert Koch-Institut zu Masern

Den Faktencheck zum Thema finden Sie auch hier

Deutschland und die Welt

Kommentar zur Impfpflicht

Deutschland und die Welt
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Kommentare

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Stefan Kreuzeck

Unglaublich dass man solchen Leuten noch eine Plattform gibt.
Die WHO ist keine Lobbyorganisation und hat eine klare Meinung zu Impfgegnern, über die man nur herabschauen kann und wären nicht andere betroffen könnte man über sie müde lächeln.

Im Grunde könnten Impfgegner machen was sie wollen, aber nicht wenn damit andere Leute gefährdet sind, dann muss der Staat eingreifen.

16.06.2019