Die Dynamik des Infektionsgeschehens im Landkreis Schwandorf hat deutlich zugenommen. Der Corona-Inzidenzwert hat am Freitag laut Robert-Koch-Institut (RKI) einen Rekordwert von 110,9 erreicht – am Vortag waren es noch 86,6. Weil damit der Schwellenwert von 100 deutlich überschritten wurde, ist auch die Corona-Warnampel für den Gemeindeverbund umgesprungen und blinkt nun dunkelrot.
Die Ursachen hierfür sieht das Landratsamt in einem bereits bekannten Corona-Ausbruch in zwei Seniorenheimen in Schwandorf und Nabburg, die sich jedoch inzwischen gefährlich verschärft haben (siehe oben stehenden Bericht).
Den deutlichen Anstieg der Inzidenzzahl, die am Mittwoch noch bei 62,22 lag und sich mit dem aktuellen Wert von 110,9 innerhalb von zwei Tagen fast verdoppelt hat, führt stellvertretender Landratsamtssprecher Manuel Lischka auch auf einen Rückstand in einem Testlabor zurück, der erst abgearbeitet werden musste. "Die Ergebnisse sind am Donnerstag gekommen und haben sich dann geballt niedergeschlagen", klärt Lischka über einen weiteren Grund neben den Heim-Infektionen auf.
Kindergärten im Schichtmodell
Dass der Landkreis inzwischen auf der Corona-Warnampel die höchste Stufe erreicht hat, bedeutet normalerweise laut Vorgaben der Staatsregierung eine Kontaktbeschränkung auf maximal fünf Personen oder zwei Haushalte und eine Sperrstunde sowie Alkoholverkaufsverbot ab 21 Uhr. Diese verschärften Regeln sind gegenwärtig jedoch obsolet, sagt der stellvertretende Sprecher: "Dass wir jetzt dunkelrot sind, macht faktisch keinen Unterschied mehr, da wir uns landesweit bereits im Lockdown light befinden und sowieso die verschärften Regeln gelten wie in ganz Deutschland."
Änderungen gibt es jedoch für Kindergärten. Das Landratsamt hat für die Betreuungseinrichtungen wegen der hohen Zahlen die Stufe Rot ausgerufen. In der Pressemitteilung steht dazu:"Das bedeutet für die Kindertagesbetreuung und die heilpädagogischen Tagesstätten, dass ein eingeschränkter Betrieb umzusetzen ist. Es kann nur noch ein Teil der sonst betreuten Kinder zeitgleich beziehungsweise gemeinsam betreut werden." Um den Trägern Zeit zur Umsetzung zu geben, gilt dies ab Dienstag. Eingeführt werden nun vermutlich Schichtmodelle im wöchentlichen, halbwöchentlichen oder täglichen Wechsel.
Maskenpflicht für Grundschulen
Eine weitere Neuerung betrifft den Schulbereich. Ab Montag müssen nämlich auch die Grundschüler des Landkreises permanent im Unterricht eine Maske tragen. Diese Regelung, die Kultusminister Michael Piazolo schon am Donnerstag in München mitteilte, gilt nach dem Ende der Herbstferien auch im Kreis Schwandorf. Die bislang vom Landratsamt in Abstimmung mit der Bezirksregierung erteilte Ausnahmegenehmigung für die Erst- bis Viertklässler ist damit passé. Die Behörde hat zwar laut Pressemitteilung erneut in Regensburg um Erteilung einer Ausnahme gebeten, zugleich aber durchblicken lassen, dass diese wohl nicht erteilt wird.























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