03.09.2019 - 15:49 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Heißer Herbst in Sachen Strom

Zwei große Stromtrassen sollen durch den Landkreis Schwandorf führen: Der Ersatzneubau des Ostbayernrings und der Süd-Ost-Link. Für die Gegner der umstrittenen Projekte könnte es im Herbst stressig werden.

Der Süd-Ost-Link wird als Erdkabel verlegt. Die Trasse ist umstritten.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Sowohl für die Hochspannungs-Gleichstromtrasse Süd-Ost-Link als auch für den Ostbayernring laufen die Verfahren. Der Ersatzneubau des Ostbayernrings verbindet Redwitz in Oberfranken mit dem Umspannwerk Schwandorf bei Dachelhofen. Für das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt zwischen Etzenricht und Schwandorf ist die Regierung der Oberpfalz zuständig. Die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange (Kommunen, Behörden und Verbände) fand Ende 2018 statt. Laut der Sprecherin der Regierung, Kathrin Kammermeier, sind für diesen Abschnitt rund 150 Einwenungen von Privatleuten und Bürgerinitiativen eingegangen, dazu 48 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange (TöB). Die Stadt Schwandorf, die mit Engstellen am Ettmannsdorfer Berg und bei Krondorf besonders betroffen ist, hat eine umfangreiche Stellungnahme über die Kanzlei Baumann erstellen lassen. Der ließ kaum ein gutes Haar an den Planungen. Der Stadtrat fordert eine Erdverkabelung des OBR, der als Freileitung weitgehend entlang der Bestandstrasse geplant ist. Eine Alternative liefe über die Kreither Höhen. Die dürfte aber vom Tisch sein. Anwohner aus Ettmannsdorf und Krondorf treten mit einer Bürgerinitiative gegen den OBR an, der ihrer Meinung nach viel zu nah an die Wohnbebauung rückt.

Die Einwendungen liegen laut Kammermeier derzeit bei Netzbetreiber Tennet zur Stellungnahme. Liegen diese vor, wird es Erörterungstermine geben. Tennet erwartet diese Ende 2019. Laut Regierung stehen noch keine Termine oder Örtlichkeiten fest.

Ebenfalls Ende 2019 - voraussichtlich noch im Herbst - soll im Bundesfachplanungsverfahren für den Süd-Ost-Link (Abschnitt D, Schwandorf-Ohu) der nächste Verfahrensschritt folgen. Der Link soll als Erdkabel Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt) mit Ohu bei Landshut verbinden. Der Landkreis Schwandorf ist mit zwei Abschnitten des Trassenkorridors betroffen: Der Anschnitt C führt von der Landkreisgrenze östlich von Wernberg-Köblitz bis in den Pfreimder Westen. Hierfür fand die Erörtunmgs bereits statt. Der Abschnitt D beginnt in Pfreimd, berührt die Gemeindegebiete Schmidgaden, Schwarzenfeld und Schwandorf, knickt dann ab Richtung Nittenau, quert dort den Regen und führt weiter Richtung Süden.

Im Verfahren wird ein Trassenkorridor festgelegt, der etwa einen Kilometer breit ist. Ist der Trassenkorridor festgelegt, muss der endgültige Kabelgraben in diesem Korridor verlaufen.

Für den langen Abschnitt zwischen Pfreimd und Ohu ist die Öffentlichkeitsbeteiligung ebenfalls bereits gelaufen, die Frist für Einwände endete Mitte Juli. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind etwa 1000 Einwedungen eingegangen, rund 80 Prozent davon von Privatleuten. "Die eingegangenen Stellungnahmen kommen aus den Orten entlang des Vorschlagstrassenkorridors und der Alternativen. Auch die benannten Themen sind vielfältig. Viele Stellungnahmen setzen sich mit dem Verlauf der Trassenkorridore sowie zum Beispiel mit den Themen menschliche Gesundheit, Landwirtschaft, Bedarf, Forst und weiteren Umwelt- und Raumordnungsthemen auseinander. Auch die Bündelung mit anderen Infrastrukturen sowie die Vor- und Nachteile der Erdverkabelung werden in den Stellungnahmen thematisiert", antwortete Tobias Landwehr von der Pressestelle der Bundesnetzagentur auf eine Anfrage der Oberpfalz-Medien. "Der Erörterungstermin wird voraussichtlich Mitte Oktober in der Region stattfinden. Er wird rechtzeitig vorab in den örtlichen Tageszeitungen sowie auf der Internetseite bekannt gemacht", teilte Landwehr mit. Wo der Erörterungstermin stattfindet, ist noch offen. Danach fällt die Entscheiodung über den Trassenkorridor. Der endgültige Verlauf des Süd-Ost-Links wird erst in einem Planfeststellungsverfahren festgelegt, verbunden mit Auslegungen und Einwendungsfristen. Eine gerichtliche Überprüfung der Entscheidung ist laut Bundesnetzagentur erst am Ende der Planfeststellung möglich.

Die Kommunalpolitik in der Region setzt sich vehement für eine Bündelung des Links mit Autobahnen oder dem Ostbayernring ein. Eine Bündelung mit Autobahnen ist laut Tennet nicht überall möglich, Politiker sehen das anders.

In der Region sind einige Kommunen und Privatleute gleich von beiden Leitungsprojekten betroffen. Auf sie kommt ein spannendes Jahresende zu. Zumal die Erörterungstermine in beiden Fällen mehrere Tage dauern könnten.

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