26.02.2020 - 17:17 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Jugend wählt eigenen Landrat

Was erwarten sich junge Menschen von der Politik? Ihre Forderungen trägt das Kommunalwahlprojekt des Kreisjugendrings Schwandorf zusammen. Mindestens 1000 Schüler unter 18 Jahren wählen am 6. März ihren Landrat. Oder ihre Landrätin.

Auf dem Tisch vor KJR-Geschäftsführerin Sabrina Reiner liegen Forderungskataloge, die Schulklassen an den künftigen Landrat richten.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Jung. Aktiv. Politisch." lautet das Motto des Kommunalwahlprojekts, das der KJR erneut auflegt. Schulen beteiligen sich (siehe Kasten), neunte und zehnte Klassen machen mit. "Rund 1000 Schüler werden wählen", sagt KJR-Geschäftsführerin Sabrina Reiner, die das Projekt federführend betreut. Gewählt wird "nur" der Landrat, aus den sechs Kandidaten, die sich auch am 15. März den Wählern stellen. Kreis- oder Gemeinderäte zusätzliche zu wählen, hätte die Kapazitäten des KJR sicher gesprengt, angesichts des Wahlrechts mit Kumulieren, Panaschieren, Listenkreuzen und sonstigen Feinheiten.

Das Projekt ist in mehrere Schritte gegliedert. Zunächst gibt's eine Unterrichtseinheit zum Thema Kommunalpolitik und Wahlen. Die Klassen erarbeiten dann mit den qualifizierten KJR-Fachkräften in Gruppen Forderungskataloge. Wünsche, Ideen, Prioritäten: Was die jungen Leute im Landkreis für wichtig halten, wird so gesammelt. Schon nach der Auswertung der ersten Unterrichtsstunden und Kataloge, die auf großen Flip-Chart-Bögen notiert werden, stellen sich drei Schwerpunkte heraus, wie Reiner erläutert. "Bessere Busverbindungen, vor allem abends", steht demnach ganz oben auf der Wunschliste, sagt die KJR-Geschäftsführerin im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien. Auf Platz zwei folgt der Wunsch nach mehr öffentlichen Wlan-Hotspots. Und: Die jungen Leute wünschen sich mehr Freizeitangebote, Veranstaltungen, auch auf Landkreisebene. Parties, Konzerte, Diskussionen: Gelegenheiten eben, um sich kennen zu lernen. "Zum Beispiel so etwas wie den Kreisjugendtag, und das regelmäßig", sagt Reiner. Reiner könnte sich diesbezüglich durchaus eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis vorstellen. Selbst in Zeiten sozialer Netzwerke bleibt der persönliche Kontakt also weit oben auf der Wunschliste.

Ursprünglich war eine Podiumsdiskussion mit den Kandidaten geplant, die aber abgesagt werden musste (wir berichteten). Bei der Debatte sollten die Fragen und Forderungen an die Kandidaten gebracht werden. Das wird jetzt in anderer Form geschehen, sagt Reiner. Die Kataloge werden dem gewählten Landrat oder der Landrätin übergeben, auch als Denkanstoß, was die Rolle der Jugend im Landkreis anbetrifft.Umgekehrt werden die Jugendlichen vor der Jugendwahl informiert, welche Ziele die Kandidaten verfolgen.

Neben den drei genannten Themen beschäftigen die jungen Leute auch Fragen wie bessere Mülltrennung, das Vermeiden von Plastikmüll oder der Einsatz für mehr Nachhaltigkeit und Naturschutz, beispielsweise durch mehr Blühwiesen. "Natürlich werden wir die Forderungen auch als Grundlage für die Arbeit des Kreisjugendrings nutzen", sagte Reiner.

Höhepunkt des Kommunalwahlprojekts ist die Wahl am 6. März, also neun Tage vor dem regulären Termin. Die Wahllokale sind an den teilnehmenden Schulen und beim KJR, abgestimmt wird natürlich geheim in einer Kabine. Die Stimmzettel landen in Urnen. Mitwählen können grundsätzlich alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, unabhängig von Herkunft, Nationalität, Aufenthaltsstatus, Bildungshintergrund oder ähnlichem. Die Stimmzettel laufen dann zentral beim KJR ein. Nach der Auszählung werden die Ergebnisse in der Presse, auf den Seiten des Kreisjugendrings (www.kjr-schwandorf.de) und in sozialen Netzwerken bis spätestens 8. März veröffentlicht. Weitere Informationen zum Wahlprojekt gibt's auch auf den Seiten des Bayerischen Jugendrings (www.bjr.de).

Teilnehmende Schulen:

Wahllokale für Jugendliche

Folgende Schulen sind dabei: Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Schwandorf; Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld; Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium Nabburg; Regental-Gymnasium Nittenau; Realschule am Kreuzberg Burglengenfeld; Gregor-von-Scherr-Realschule Neunburg vorm Wald; Konrad-Max-Kunz-Realschule Schwandorf; Mädchenrealschule St. Josef Schwandorf; Sophie-Scholl-Mittelschule Burglengenfeld; Mittelschule Schwarzenfeld. Ein weiteres Wahllokale wird in der Geschäftsstelle des KJR in Schwandorf (Pfleghofstufen 2) öffnen.

Keine Podiumsdiskussion

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