15.06.2021 - 16:05 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kreis Schwandorf: Zahl der Corona-Verstöße explodiert

Offenbar fiel es den Menschen im Kreis Schwandorf immer schwerer, sich an die Corona-Regeln zu halten. Seit Anfang diesen Jahres ist die Zahl der Verstöße beinahe explodiert.

FFP-2-Masken sind seit Monaten ständiger, oft vorgeschriebener Begleiter. Verstöße gegen die Tragepflicht gehören zu den häufigsten Anzeigen, die das Landratsamt zu bearbeiten hat.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Bundes-Notbremse, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen: Es ist noch nicht lange her, dass dank sinkender Inzidenzen diese Corona-Schutzmaßnahmen im Landkreis deutlich entschärft wurden. Vor allem die lang andauernden Kontaktbeschränkungen auf nur wenige Freunde oder Verwandte ließen aber einige die Vorschriften vergessen. Wer erwischt wurde, muss mit einem Bußgeld rechnen. Die Zahl der Verfahren ist deutlich gestiegen. In den rund neun Corona-Monaten 2020 registrierte das Landratsamt gut 850 Verstöße. Bis Anfang Juni - also in gut fünf Monaten - diesen Jahres waren es über 1300.

Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen führen die "Rangliste" der Verfahren an. "Seit März 2020 gab 570 angelegte Verstöße", teilte der Sprecher des Landratsamts, Hans Prechtl, den Oberpfalz-Medien mit. Viele Monate durfte die Wohnung nicht ohne triftigen Grund verlassen werden. Den konnten 504 Menschen nicht glaubhaft machen, und wurden wegen einer Ordnungswidrigkeit angezeigt. Platz drei in dieser Liste nehmen die Verstöße gegen die Ausgangssperre mit 269 Fällen ein, 209 Verstöße gegen die Maskenpflicht wurden im Landratsamt registriert.

Post vom Amt

Auf 2171 Anzeigen summieren sich die Zahlen seit März 2020. Aber längst nicht alle werden mit einem Bußgeld geahndet. In 1293 Fällen wurden die Betroffenen zur Kasse gebeten. 483 Fälle wurden eingestellt. Bei 395 Corona-Ordnungswidrigkeiten läuft das Verfahren noch. Gegen die Entscheidung der Ordnungsbehörde sind natürlich Rechtsmittel möglich, letztlich entscheiden dann die Gerichte - wie zuletzt gegen einen Arzt, der wegen eines Verstoßes gegen die Maskenpflicht nun doch 250 Euro Bußgeld bezahlen soll. Gegen 17 Betriebe wurde Anzeige erstattet, etwa weil Geschäfte geöffnet wurden, als dies für sie nicht zulässig war. 30 Gastronomiebetriebe bekamen unerfreuliche Post vom Amt.

Papiere reichen nicht

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Bis Ende Mai hat das Landratsamt Bußgelder in Höhe von 675 850 Euro verhängt, davon alleine 479850 Euro in den ersten fünf Monaten dieses Jahres. Deutlich mehr also als von März bis Dezember 2020, als sich die Bußgelder auf 196 000 Euro summierten.

Verfahren noch offen

Offen sind noch die beiden "Rekord-Bußgelder", die das Landratsamt bisher verhängt hat. Ein Gastronomen-Paar muss, weil es wiederholt die Maskenpflicht nicht einhielt, 45000 Euro Buße plus Gebühren bezahlen. Schon beim Erstverstoß waren nach dem damals geltenden Bußgeldkatalog 5000 Euro fällig, das dann jeweils erhöht wurde. Drei Verstöße beim Mann summierten sich auf 30000 Euro (erstes Bußgeld 5000, dann 10000 und 15000 Euro), bei der Frau auf 15000 Euro. "Die beiden Verfahren wegen der Rekordbußgelder sind noch nicht abgeschlossen", bestätigte Prechtl.

Bußgeld in Rekordhöhe

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Mit der Rücknahme oder Erleichterung vieler Corona-Beschränkungen dürfte auch die Zahl der Verstöße sinken. Das macht sich schon jetzt bemerkbar. "Bereits seit Mitte Mai 2021 ist ein deutlicher Rückgang der Ordnungswidrigkeitenanzeigen zu spüren," bestätigte Prechtl.

Die Bilanz nach den ersten fünf Monaten Pandemie

Schwandorf

"Bereits seit Mitte Mai 2021 ist ein deutlicher Rückgang der Ordnungswidrigkeitenanzeigen zu spüren."

Hans Prechtl, Pressesprecher des Landratsamts Schwandorf

Hans Prechtl, Pressesprecher des Landratsamts Schwandorf

 

 

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