Schwarzenfeld
25.05.2021 - 17:18 Uhr
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Schwarzenfelder Storchenküken haben nicht überlebt

Ausgerechnet beim Storchenpaar in Schwarzenfeld klappt es mit dem Nachwuchs nicht. Julian Hunzinger hat schlechte Nachrichten aus dem Horst: Die Jungvögel sind tot. Der Storchenbetreuer kennt die Gründe.

Fast scheint es, als würde sich das Schwarzenfelder Storchenpaar gegenseitig trösten. Dazu hätte es allen Grund. Bild: Jürgen Kammermeier/exb
Fast scheint es, als würde sich das Schwarzenfelder Storchenpaar gegenseitig trösten. Dazu hätte es allen Grund.

Die beiden Störche stehen etwas teilnahmslos im Nest auf dem Schlauchturm in Schwarzenfeld. Von geschäftiger Brutpflege keine Spur. "Die Jungen sind wahrscheinlich tot", sagt Julian Hunzinger. Der Schwarzenfelder Horstbetreuer hat die Störche nicht nur von seinem Wohnzimmer aus im Blick. Die schlechte Nachricht schließt er aus dem Verhalten der Vögel.

Anfang Mai dürften die Jungen geschlüpft sein. "Eine gute Woche haben die Altvögel auch gefüttert", hat der 20-jährige Vogelfreund festgestellt. Da schien noch alles in Ordnung. Regenwürmer und Mäuse finden die Störche vor allem auf den Wiesen an der nahen Schwarzach, hat er beobachtet. "Wie viele Junge im Nest waren, wissen wir nicht. Sie waren noch zu klein und waren über den Nestrand nicht zu sehen." Nach dem Kälteeinbruch Mitte Mai war es aber vorbei mit der Brutpflege.

Schweres Jahr für die Brut

Beide Vögel seien immer wieder auf dem Dach der ehemaligen Brauerei Bauer zu sehen gewesen. Normalerweise bleibe so früh im Brutgeschäft immer ein Vogel auf den noch beinahe nackten Küken sitzen, um sie zu schützen. Als Hunzinger dann Gänse sieht, die es sich nahe am Horst gemütlich machen, ist für ihn klar: Die Jungvögel sind tot. Sonst hätten das die Storcheneltern nie zugelassen. Einen Kampf mit anderen Störchen, wie zuletzt in Weiden geschehen, hat er nicht beobachtet. Die Jungen seien wahrscheinlich der Kälte zum Opfer gefallen. "Das ist nun mal so", kommentiert Hunzinger.

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Weiden in der Oberpfalz20.05.2021

"Ja, die Jungen haben heuer ein schweres Jahr", bestätigt Zeno Bäumler, Kreisvorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz. Dass der Nachwuchs eingeht, sei in nassen und windigen Monaten nicht selten, gerade wenn die Küken kurz nach dem Schlüpfen noch klein sind und fast nackt. "Die kühlen dann sehr schnell aus, haben kaum mehr Kraft zu fressen", sagt Bäumler. Aber das sei eben der Lauf der Natur.

Weniger natürlich ist, wenn Störche Kunststoff in ihr Nest einbauen. Folien etwa können dann zu Staunässe führen: Die Jungen liegen quasi in einer Pfütze. "Die Störche können das Plastik nicht von richtigem Nestbaumaterial unterscheiden," erklärt Bäumler. Deshalb sehen die Horstbetreuer nach der Saison in den Nestern nach, ob etwas ausgeräumt werden muss. Während der Saison sind die Horste tabu - außer bei Vorfällen wie in Pfreimd, wo die Altstörche gleich zweimal Plastikschnüre ins Nest trugen und sich die Jungen selbst zu strangulieren drohten (wir berichteten). Oder wenn Jungtiere beringt werden sollen.

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Pfreimd09.05.2021

Die Störchin auf dem Schwarzenfelder Horst trägt so einen Ring: Die Nummer "DER AT 952" weist aus, dass der Vogel am 2. Juni 2015 in Ipsheim (Mittelfranken) beringt wurde, hat Hunzinger ermittelt. Die Störchin ist für den Horstbetreuer keine Unbekannte: Sie hat schon im vergangenen Jahr im Nest auf dem Dach des alten Feuerwehr-Schlauchturms gebrütet. "Ob das Männchen das gleiche ist, kann ich nicht sagen".

Rückkehr aus Spanien

Rund um den 19. Februar hat Hunzinger den ersten Storch in Schwarzenfeld entdeckt, nur ein paar Tage später ist der zweite Vogel hier gelandet. Aus dem frühen Zeitpunkt schließt Hunzinger, dass die Vögel zu den "Westziehern" gehören und den Winter in Spanien verbracht haben, ohne des riskanten Weg über die Straße von Gibraltar nach Afrika genommen zu haben. Auch Störche, die über die Ostroute über den Bosporus in wärmere Gefilde nehmen, kommen seinen Einschätzungen nach erst später wieder zu uns.

Julian Hunzinger, der in Regensburg Betriebswirtschaft studiert, interessiert sich schon seit einigen Jahren sehr für das Leben der Störche. "Mich hat einfach fasziniert, dass die Vögel so weit ziehen." Seit 2017 kümmere er sich offiziell um den Horst.

Wernberg-Köblitz23.04.2021
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Schwarzenfeld05.03.2021

"Wie viele Junge es waren, wissen wir leider nicht."

Julian Hunzinger, Storchenbetreuer in Schwarzenfeld.

Julian Hunzinger, Storchenbetreuer in Schwarzenfeld.

Hintergrund:

Störche in Bayern

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