24.11.2020 - 15:36 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Zwei Bauruinen müssen weichen

Die ehemalige Weberei Birnbaum und die alte Bahnhofsgaststätte sollen abgebrochen werden. Damit werden zwei Schandflecke am Rande des Zentrums beseitigt. Auch einem gefährlichen Unkraut geht es an den Kragen, wie der Marktrat erfahren hat.

Abrissgebäude eins: In der ehemaligen Weberei Birnbaum an der Viktor-Koch-Straße wurde bis Mitte der 1970er Jahre hauptsächlich Schale und Tücher hergestellt.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Viel Zeit nimmt sich Bürgermeister Peter Neumeier zu Beginn jeder Marktratssitzung, um über das zu informieren, was sich im Rathaus und im Ort seit der letzten Zusammenkunft der Räte zugetragen hat. Die Fleißarbeit schlug sich am Montag in einer viereinhalbseitigen Sitzungsvorlage nieder, deren Vortrag über eine halbe Stunde in Anspruch nahm.

Unter anderem ging Neumeier auf den geplanten Abriss der alten Bahnhofsgaststätte im Umgriff des Bahnhofs und der ehemaligen Weberei Birnbaum an der Viktor-Koch-Straße ein. Bis Mitte der 1970er Jahre wurden in dieser Fabrik hauptsächlich Schale und Tücher hergestellt. Danach hat man im ehemaligen Ladengeschäft nur noch Kleidung verkauft und seit 2006 ist auch jenes Geschäft geschlossen.

Teuerer Abriss

Der Markt hat eine Firma beauftragt, die ein Abbruchunternehmen sucht. Bei der Maßnahme an der Viktor-Koch-Straße müssen die Bauruine der Weberei und ein Wohnhaus beseitigt werden. Das wird alles in allen rund 280 000 Euro kosten. Ein Viertel dieser Summe, also rund 70 000Euro, wird für den Rückbau der Bahnhofsgaststätte veranschlagt.

Was aus den entstehenden Leerflächen wird, ist noch nicht klar, wie der Bürgermeister betonte. Für das Areal an der Viktor-Koch-Straße könnte es einen Ideenwettbewerb mit Architekten geben, hieß es.

Gegen eine giftige Pflanze

Ein Problem hat der Markt auch mit dem Riesenbärenklau. Die Firma Luley aus Wernberg-Köblitz, die für den Straßenerhalt im Markt zuständig ist, weiß, wie man ohne Pflanzengifte das wild wachsende, giftige und ätzende Unkraut beseitigt. So haben die Arbeiter heuer im Frühjahr in einem ersten Durchgang mit einem Heißwasserverfahren gute Ergebnisse erzielt. Im Oktober wurden dann schwierige Bereiche nocheinmal behandelt. "Die Prognose ist gut, dass man damit die Pflanzen in den Griff bekommt," zeigte sich Neumeier zuversichtlich.

Er kündigte auch an, dass der sogenannte Retentionsraum-Pool an der Hüttenbachmündung am Ende der Unteren Ringstraße demnächst fertiggestellt sein wird. Eine Retentionsfläche bezeichnet eine tiefer liegende Fläche neben einem Fluss, die im Fall eines Hochwassers als Überflutungsfläche genutzt werden kann. Die gesamte Fläche liegt im Überschwemmungsgebiet des 100-jährigen Hochwassers. Es wurden 6000 Quadratmeter Fläche abgetragen, so dass vor allem im Kernbereich des Geländes ein richtiger Pool entsteht, der bis zu 2,3 Meter tief ist. In ihn kann das Überschwemmungswasser fließen - und zwar 6310 Kubikmeter; wenn man das Ganze mal tausend nimmt, hat man die Literzahl. Eine enorme Menge also.

Landschaftsarchitekt Andreas Thammer hatte von der Verwaltung den Auftrag bekommen, sich der Sache anzunehmen und die geplante Abgrabung genehmigungsfähig zu planen. Wer ein Haus baut, kann nun Retentionsraum erwerben "und somit die Bauauflagen erfüllen," sagte der Bürgermeister. Die Kosten pro Kubikmeter müssten noch diskutiert werden.

Heruntergekommenen Gebäude der ehemaligen Weberei Birnbaum

Schwarzenfeld
Abrissgebäude zwei: Das ehemalige „Gasthaus zur Eisenbahn“ am Ende der Bahnhofstraße steht seit rund 15 Jahren leer. Zuletzt wurde es als Pizzeria genutzt. Das Haus wurde 1892 von Brauereibesitzer Georg Böckl gebaut. Seit 2014 gehört es der Gemeinde.
Bürgermeister Peter Neumeier informierte in einem langen Sachvortrag über eine Reihe von Entwicklungen, die sich in den vergangenen Monaten im Markt ergeben haben.
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