12.12.2019 - 16:17 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Betrüger erbeuten Bargeld bei Seniorin in Sulzbach-Rosenberg

Erneut gelang es Betrügern als vermeintliche Polizeibeamte eine ältere Dame um ihr Erspartes zu bringen. Betroffen ist eine 85-jährige Sulzbach-Rosenbergerin. Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Masche.

Ein Telefonhörer vor einem Plakat der Polizei mit der Aufschrift „Achtung: Hier spricht nicht die Polizei“: Auch in der Oberpfalz geben sich Unbekannte als Polizeibeamte aus.
von Polizeipräsidium OberpfalzProfil

Den späten Mittwochabend nutzten die bislang unbekannten Täter, um eine 85-jährige Frau über Stunden am Telefon so zu manipulieren, dass sie sie gewähren ließ. Die Anrufer gaben vor, Polizeibeamte zu sein. Kollegen hätten in der Nähe Einbrecher festgenommen und man befürchte, dass noch weitere Täter bei der Angerufenen in die Wohnung einsteigen würden.

Die Anrufer boten der Frau an, Zuhause aufbewahrtes Bargeld zu überprüfen, da bei einem Diebstahl die Versicherung nur geprüftes Geld ersetzen würde. Rund drei Stunden und mehrere Anrufe später erschien laut Polizei schließlich eine unbekannte vermeintliche Polizeibeamtin in zivil, um das Geld in Augenschein zu nehmen. Nachdem die Seniorin ihr einen niedrigen fünfstellige Betrag aushändigte, verschwand die falsche Beamtin spurlos.

"Die gut organisierten Gruppen nutzen mit verschiedenen Methoden Ängste, insbesondere älterer Menschen, aus täuschen Notlagen innerhalb des Familienverhältnisses vor, oder geben sich - wie hier - als Amtspersonen aus. Ziel aller Spielarten des Vorgehens ist aber immer, sich an den meist lebensälteren Menschen zu bereichern", heißt es in einer Presseerklärung der Sulzbach-Rosenberger Polizei vom Donnerstag. "Die Täter konzentrieren sich in der Regel auf bestimmte Orte, rufen dabei ein Vielzahl von Personen, insbesondere mit Einträgen älterer Vornamen in Telefonbüchern an, bis sie ein gewinnversprechendes Opfer ausfindig gemacht haben und schließlich ein bereitstehender Geldabholer aktiv wird."

Erst im November gab es einen ähnlichen Fall in Weiden

Weiden in der Oberpfalz

Die Polizei rät Angehörigen: "Sprechen Sie mit lebensälteren Verwandten und klären Sie diese über die miesen Tricks der Betrüger auf. Hinterlassen Sie eine gute Erreichbarkeit, damit sich Ihre Eltern, Onkel und Tanten oder Bekannte bei solchen Anrufen immer bei Ihnen rückversichern können. Raten Sie dazu, keine größeren Bargeldsummen oder Wertgegenstände im Haus aufzubewahren, keine großen Geldbeträge bei der Bank in bar abzuholen – weisen Sie auf andere Zahlungswege bei berechtigten Forderungen hin."

Wer einen solchen Anruf erhält sollte auf keinen Fall Auskünfte über Vermögensverhältnisse geben. Ist der Anrufer unbekannt, rät die Polizei aufzulegen. "Rufen sie echte Verwandte oder die echte Polizei nur unter einer Rufnummer zurück, die sie selbst herausgesucht haben oder Ihnen bekannt ist. Stehen Unbekannte vor Ihrer Haustür rufen Sie Nachbarn oder Personen Ihres Vertrauens dazu. Händigen Sie Fremden kein Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände aus. Haben Sie einen derartigen Anruf erhalten, rufen Sie die 110 an."

Bundesweit sei es aufmerksamen Bankmitarbeitern immer wieder gelungen, solche Taten zu verhindern, so auch im März und Mai dieses Jahres im Landkreis Regensburg. In beiden Fällen beabsichtigten lebensältere Damen ungewöhnlich hohe Summen abzuheben. Die Angestellten der Geldinstitute hätten richtig reagiert, die Kunden mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl befragt und weitere Abklärungen veranlasst, die letztlich hohe Vermögensschäden verhindert hätten. Daher möchte die Polizei auch weitere Mitarbeiter von Geldinstituten und Banken sensibilisieren.

Auch im Raum Regensburg waren Betrüger am Werk

Regensburg
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