01.10.2019 - 15:29 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Feuerwehr im Kreis Amberg-Sulzbach übt mit Chemikalienschutzanzug

Zum Grundlehrgang treffen sich auf Einladung der Fachbereiche Gefahrgut und Atemschutz Aktive in Rosenberg.

Die erfolgreichen Teilnehmer mit den Ausbildern nach dem Ende des Lehrgangs.
von Florian Schlegel (egl)Profil

Unter Leitung der Kreisbrandmeister (KBM) Rudolf Kummert (Atemschutz) und Alexander Graf (Gefahrgut) fanden sich 17 Feuerwehrleute aus dem Landkreis im Gerätehaus Rosenberg ein. "Alles ist Gift und nichts ist Gift - auf die Menge kommt es an", so dachte bereits Paracelsus. Noch heute besitzt dieser Satz Gültigkeit.

Gefahrguteinsätze gehören nicht unbedingt zu den Alltagsaufgaben der Feuerwehren. Dies heißt jedoch nicht, dass diese nicht eintreten können. Zunehmende Industrialisierung auch ländlicher Gebiete und die zunehmende Zahl von Transporten gefährlichen Stoffe und Güter auf Straße und Schiene lassen die Wahrscheinlichkeit eines Unfalles mit Austritt gefährlicher Substanzen steigen. Um im Ernstfall dafür gerüstet zu sein, bot die Landkreisfeuerwehr den Wehren mit Zusatzausrüstung Gefahrgut beziehungsweise schwerem Atemschutz einen Lehrgang für Chemikalienschutzanzüge, kurz genannt CSA, an.

Insgesamt 17 Aktive

Unter der Leitung der Fachkreisbrandmeister Rudolf Kummert (Atemschutz) und Alexander Graf (Gefahrgut) fanden sich am Eröffnungsabend insgesamt 17 Aktive aus den Wehren Sulzbach-Rosenberg, Kümmersbruck, Schnaittenbach, Gebenbach, Rosenberg und Weigendorf im Gerätehaus Rosenberg ein. Die Leiter unterstrichen nach der Eröffnung die Notwendigkeit, aber auch die Belastung dieses Lehrganges.

So sei es nicht jedem gegeben, eingeengt im Anzug, von der Umwelt abgeschnitten körperliche Schwerstarbeit zu leisten und zu helfen. Um so erfreuter seien sie, so Kummert und Graf übereinstimmend, dass sich trotzdem so viele junge Aktive bereit erklärten, sich dieser Strapaze zu unterziehen.

Tricks und Kniffe

Nach organisatorischen Hinweisen durch die beiden Leiter ging es zum theoretischen Teil des Lehrstoffs. Grundlagen zu Spezialschutzausrüstungen wie CSA Form 2 und 3 und deren Anwendung wurden durch die Ausbilder der Fachbereiche Atemschutz und Gefahrgut ebenso behandelt wie der Sinn, der Zweck und Aufbau einer Reinigungsschleuse, kurz DEKON-Platz. Anhand von Übungsanzügen wurde das richtige und sichere Anlegen geübt. Tricks und Kniffe die das Bewegen im schwerem Schutzanzug erleichtern, wurden eingeübt.

Am darauffolgenden Tag fand sich die Gruppe morgens zum praktischen Teil am Firmengelände der Kläranlage in Rosenberg ein. Ein Übungsparcours war aufgebaut, an dem es galt, verschiedene Stationen unter schwerem CSA zu bewältigen. Station eins war dem richtigem Anlegen der Schutzkleidung gewidmet. Bei Station zwei galt es den Stoff und die damkit verbundenen Gefahren zu erkunden und Ladepapiere zu bergen und auszuwerten. Durch die eingeschränkte Sicht im Vollschutzanzug eine nicht ganz einfache Aufgabe, Symbole oder UN-Nummern zu lesen, zu erkennen und weiter zu geben. Station drei war der Geschicklichkeit gewidmet. An einem Schieber musste mit Hilfe von vier Schrauben ein Flanschdeckel mit Dichtung angeschraubt werden. Durch das fehlende Feingefühl durch starre Schutzhandschuhe fiel es nicht leicht, Muttern, Schrauben und Schraubenschlüssel anzusetzen.

Binnen 20 Minuten

An der Station vier wurde die körperliche Belastung erprobt. Steckleitern mussten bestiegen und aus Gitterpaletten mit Wasser befüllte Zwölf-Liter-Kanister umgeschlichtet werden - eine schweißtreibende Angelegenheit. Erschwerend kam dazu, dass, bedingt durch den eingeschränkten Luftvorrat der Atemschutzgeräte, alle Stationen innerhalb von 20 Minuten abgearbeitet werden mussten.

Abschließend hieß es dann, wie nach dem Ernstfall, "zur Reinigung, durch die Dekontaminationsschleuse". Diese wurde durch die Feuerwehr Illschwang und den ABC-Zug der FFW Sulzbach durchgeführt.

Gereinigt, entkleidet und doch etwas geschwächt fanden sich die Lehrgangsteilnehmer zur Abschlussbesprechung im Gerätehaus Rosenberg ein. Lehrgangsleiter Rudi Kummert zeigte sich zufrieden mit der abgelegten Leistung. Der Lehrgang sei, ohne Probleme abgelaufen so Kummert. Es sei wichtig, dass auf Landkreisebene alle den selben Wissens- und Ausbildungsstand haben.

Auch KBM Alexander Graf gratulierten den neuen CSA-Trägern und wünschte stehts gesunde Heimkehr von den Einsätzen. Die Lehrgangsurkunden konnten an alle Teilnehmer überreicht werden. "Helfen in Not ist unser Gebot" - mit diesen Worten schlossen die Verantwortlichen am Samstagnachmittag die Zusatzausbildung CSA.

Von sechs Wehren

Die Teilnehmer: Tobias Herrmann, Tamara Urbanski, Nico König (alle FFW Sulzbach), Florian Vogl, Daniel Pohl Daniel (beide FFW Kümmersbruck), Johannes Plößl, Anja Mayerhofer Anja (beide FFW Schnaittenbach), Lukas Pfab, Vincent Schenk Vincent (beide FFW Gebenbach), Philipp Bublitz, Patrick Stiehler, Steven Hlady, Fabian Schloss (alle FFW Rosenberg), Marcel Elmich, Simon Höfler und Jens Maul (alle FFW Weigendorf).

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