24.01.2020 - 11:11 Uhr
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Oberpfalz-Arkaden: Stadträte loben Planung

Kaum war die Vorstellung der Oberpfalz-Arkaden im Rathaus vorüber, standen erste Bewertungen im Raum. Oberpfalz-Medien sammelte die Stimmen aus der Politik und im Netz.

So sollen die Oberpfalz-Arkaden von der Einmündung der Oberen Gartenstraße (LCC) aus ausssehen.

Im Stadtrat ist das Meinungsbild eindeutig: Fraktionsübergreifend begrüßen die Räte die Pläne für die Oberpfalz-Arkaden. Einzig das Thema Nachhaltigkeit liegt einigen Stadträten im Magen. Immerhin hat der Vorgänger-Baukomplex, das Liliencenter nur 18 Jahre lang gehalten.

Beispiel für den Rückzug des Einzelhandels: Leerstände im Liliencenter

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Das Liliencenter, wie es sich heute präsentiert. Ansicht von der Einmündung Oberer Gartenstraße.

Positive Entwicklung

"Das vorgestellte Konzept findet unsere uneingeschränkte Zustimmung und läutet nach Jahren des Niedergangs des Liliencenters eine überaus positive Entwicklung ein", sagt CSU-Fraktionschef Stefan Morgenschweis. Ein Wermutstropfen sei die Tatsache, dass man hinsichtlich des Abbruchs eines gerade einmal 18 Jahren alten Gebäudes und eines Neubaus an gleicher Stelle nicht unbedingt von Nachhaltigkeit sprechen könne. Morgenschweis: "Positiv ist jedoch, dass der Neubau an eben diesem Ort und nicht auf der grünen Wiese realisiert wird."

Im Januar 2018 wurden die neuen Pläne im Stadtrat vorgestellt

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Professioneller Eindruck

"Ich sehe die Planung für den neuen Baukomplex sehr positiv. Den Entwurf zu den Oberpfalz-Arkaden finde ich sehr gelungen." SPD-Fraktionsvorsitzender Achim Bender ist ein Fan der vorgestellten Planung. "Sowohl der Architekt als auch der Projektentwickler machen auf mich einen kompetenten und professionellen Eindruck", sagt er.

Der Zeitrahmen sei eng gesteckt. "Die Abbruchgenehmigung liegt jedenfalls bereits vor. Die noch abzuschließenden Verfahren werden zeigen, ob der Zeitplan realistisch ist." Im Gegensatz zum bisherigen Komplex werde der Neubau kleinteiliger. Auch die Anzahl der Stockwerke wird reduziert. Deswegen zeigt Bender mit dem Daumen nach oben: "Der geplante Baukörper gefällt mir gut und passt sich der Topographie sehr gut an."

An einer Umfrage im Onetz zum Thema Oberpfalz-Arkaden haben sich 535 Leser beteilgt. Dabei gab es ein gemischtes Stimmungsbild.

Aufteilung "recht gefällig"

Abriss und Neubau sieht auch Hans-Jürgen Reitzenstein von der FDP/FWS-Fraktion positiv. Das Projekt sei wichtig für die Stadtentwicklung, Flächenfraß verhindert. "Allemal besser als der jetzige Betonklotz." Reitzenstein erkennt ein durchdachtes Konzept. "Für unsere Innenstadtbewohner ist die fußläufige Erreichbarkeit wichtig", unterstreicht er. Die Aufteilung hält Reitzenstein für "recht gefällig". Die Abstufung von fünf auf drei Etagen biete künftig auch eine Blickbeziehung zur Altstadt. Allerdings erscheint ihm der Zeitplan ambitioniert. Und seine Fraktion will den Schulterschluss mit dem Nachbar-Projekt: Eine Absprache mit dem Storg-Entwickler sei wichtig, um Synergien zu erreichen.

Das Liliencenter in Sulzbach-Rosenberg wurde 2002 eröffnet.

Nicht gerade nachhaltig

Kritisch sieht Karl-Heinz Herbst von den Grünen das Vorhaben. Vor allem stört ihn, dass das bestehende Gebäude nicht weiter genutzt wird. Der Abriss sei nicht nachhaltig. "Aber Geld ist zur Zeit billig und Investoren wollen nun mal Rendite. Sicher, das Liliencenter ist ein Klotz und dominiert mit seiner kantigen Größe den Eingang zur Stadt. Aber muss es deshalb trotzdem der Abrissbirne weichen?", fragt er. Selbstverständlich habe auch die neue Planung ihren Reiz. Mit weniger Geschossen und den weichen Rundungen schmiege sie sich besser an den Bierhalsberg an. Herbst wünscht sich, dass der Neubau die Innenstadt belebt und den dortigen Händlern hilft. "Dafür wäre natürlich eine zügige Umsetzung der Planung Voraussetzung."

An das Umfeld denken

Peter Bruckner von der FWU-Fraktion verspricht sich besonders von dem großen Lebensmittel-Angebot eine Magnetwirkung. Diese könne auch der Altstadt zugutekommen. "Inwieweit sich der Investor gegenüber kleineren örtlichen Geschäften als Mieter verhält oder welche Frequenzen sich ergeben, wird man erst bewerten müssen", sagt er. Die exponierte Lage verlange aber auch ein Konzept, das das Umfeld, wie das Ärztehaus, die Apotheke und die Bushaltestelle mit einbezieht. "Vielleicht hat man sich hier ja auch schon Gedanken gemacht, die auch eine Querungshilfe mit berücksichtigen."

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