Sulzbach-Rosenberg
20.04.2023 - 16:46 Uhr
OnetzPlus

Stadtwerke Sulzbach-Rosenberg melden für ihre Brunnen einen Anstieg des Grundwassers

Die Arbeit der Sulzbach-Rosenberger Stadtwerke wird von den Bürgern meist nur sporadisch wahrgenommen. Dabei ist ihr Aufgabenfeld vielfältig und lebenswichtig. Leiter Roland Kraus und Stellvertreter Armin Wolf klären auf.

Welche Aufgaben gehören zum Zuständigkeitsbereich der Sulzbach-Rosenberger Stadtwerke?

Die Stadtwerke Sulzbach-Rosenberg versorgen die Stadt Sulzbach-Rosenberg mit Ausnahme weniger Stadtteile mit Wasser. Der städtische Eigenbetrieb stellt den Bürgern auch wichtige Informationen wie etwa zu Wasseranalysen oder den Gebührensätzen rund ums Trinkwasser zur Verfügung. Neben der Wasserversorgung betreiben die Stadtwerke die Tiefgarage (Schlossgarage) am Luitpoldplatz sowie fünf eigene Photovoltaikanlagen.

Die Stadtwerke unterhalten auch das Wasserleitungsnetz. Welche Instandhaltungen sind für das Jahr 2023 vorgesehen?

Für den Unterhalt am knapp 200 Kilometer langen Rohrleitungsnetz werden 2023 rund 300 000 Euro aufgewendet. Vorgesehen sind die Arbeiten in den Bereichen Fürstenmühle, Erlheim, Erlbachstraße und Ernst-Reuter-Straße. In den veranschlagten Kosten sind auch die alljährlichen Aufwendungen für Rohrbrüche enthalten.

Gibt es auch Ausgaben der Stadtwerke für die Erweiterung oder Erneuerung des Wasserleitungsnetzes?

Die Hauptausgaben des Vermögensplans im Bereich der Wasserversorgung für das Jahr 2023 betreffen das neue Baugebiet Feldgässchen (35 000 Euro), Berliner Straße (130 000 Euro) sowie Czeikestraße (50 000 Euro). Für die weitere Einteilung des Leitungsnetzes in Zonen, zur schnelleren Erkennung von Rohrbrüchen und somit langfristig zur Senkung der Wasserverluste, sind 17 000 Euro eingeplant. Die Umstellung auf Funk-Wasserzähler ist mit 65 000 Euro veranschlagt, eine neue Pumpe für den Brunnen I Haselgraben wird 20 000 Euro kosten, und für die Tilgung von Krediten werden 183 000 Euro aufgewendet.

Wie ist die finanzielle Lage der Stadtwerke als Eigenbetrieb der Stadt Sulzbach-Rosenberg?

Der Wirtschaftsplan 2023 schließt mit einem Defizit von 175 253 Euro. Dieser resultiert aus dem defizitären Betriebszweig „Schlossgarage“ und aus dem Ausgleich von Überschüssen aus der Wasserversorgung auf dem Grundsatz der Kostendeckung. Zum Erhalt der Liquidität und Eigenkapitalausstattung sind deshalb für die Jahre 2023 bis 2025 Verlustausgleiche durch den städtischen Haushalt vorgesehen.

Wie sah die Wasserversorgung der Stadt Sulzbach-Rosenberg für das Jahr 2022 aus?

Aus den vier städtischen Brunnen Haselgraben I, II und III sowie Breitenbrunn IV wurden insgesamt 1 014 341 m3 (Vorjahr: 1 047 651 m3) Trinkwasser gewonnen. Davon werden als nutzbare Wasser-Abgabe an Verbraucher wie Bürgerhaushalte, Industrie, Gewerbe oder Freibad 955 244 m3 aufgelistet.

Wie hoch waren die Wasserverluste in der städtischen Versorgung im Jahr 2022?

Durch Undichtigkeiten im Netz können – unter anderem aufgrund des Alters der Rohrleitungen – Wasserverluste auftreten. Für den Bereich der Stadtwerke belaufen sich diese im Jahr 2022 auf 43 873 m3, was 4,33 (Vorjahr 5,65) Prozent des gewonnenen Wassers und der untersten Klassifizierungsstufe „geringe Verluste“ entspricht.

Wird das Sulzbach-Rosenberger Trinkwasser regelmäßig untersucht?

Die Untersuchungen werden gemäß der Trinkwasserverordnung durchgeführt. Es gab insgesamt 65 Probenentnahmen, darunter Routine-Untersuchungen sowie mikrobiologische Proben. Zwei Beanstandungen gab es nach Reinigungsarbeiten in Hochbehältern ohne Freigabe fürs Leitungsnetz. Ansonsten werden alle Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllt, teilweise sind sie sogar noch besser.

Wie ist es um die Wasserreserven in den städtischen Brunnen und um die Notfallversorgung bestellt?

Durch die Durchlässigkeit des Karstgebiets im Sulzbacher Bergland können Veränderungen an den Wasserständen relativ schnell erfasst werden. Im Vergleich zum März 2022 sorgten der nasse Herbst und Winter bis März 2023 für eine Erhöhung des Grundwasserspiegels in den Brunnen um 20 Zentimeter. Die Tendenz bleibt durch die Klimaänderung aber weiter rückläufig. Probleme in der Versorgung für die nächsten 15 Jahre sind aber nicht zu erwarten. Im Katastrophenfall mit fehlender Stromversorgung könnte ein mobil bei den Brunnen I bis IV einsetzbares Notstromaggregat die Wasserversorgung für mindestens sieben Tage aufrechterhalten.

OnetzPlus
Sulzbach-Rosenberg15.12.2022
Hintergrund:

Wirtschaftsplan der Stadtwerke 2023

  • A. Erfolgsplan
  • › Einnahmen: 2,04 Millionen Euro (darunter Wassergebühren in Höhe von 1,4 Millionen Euro)
  • › Ausgaben: 2,2 Millionen Euro
  • › Verlust: 175 253 Euro
  • B. Vermögensplan
  • › Einnahmen: 530 539 Euro
  • › Ausgaben: 530 539 Euro
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