11.11.2021 - 14:56 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Stefan Kummer verstorben: Solidarität als Leitmotiv

Sulzbach-Rosenberg trauert um Stefan Kummer. Das Herz des langjährigen Gewerkschafters und Seniorenbeiratsvorsitzenden schlug für Benachteiligte auf vielen gesellschaftlichen Ebenen.

Stefan Kummer war auf vielen gesellschaftlichen Ebenen tätig.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Ein Mann der Tat, beherzt im Einsatz für Benachteiligte, langjähriger Sozialdemokrat, Maxhütterer und Vorsitzender des Seniorenbeirats. So könnte man Stefan Kummer auf den ersten Blick beschreiben. Für sein Wirken insgesamt reichen diese Worte aber bei Weitem nicht. Am 5. November schloss Stefan Kummer nun im Alter von 86 Jahren seine Augen für immer.

Viele Weggefährten verlieren so einen leidenschaftlichen vom Solidaritätsgedanken geprägten Mitstreiter, einen guten Freund und geselligen Unterhalter. Das Mitgefühl gilt jetzt seinen vier Kindern, den acht Enkeln und sechs Urenkeln sowie seiner Lebensgefährtin.

Stefan Kummer galt als Urgestein der IG Metall, des SPD-Ortsvereins, dem er 1966 beitrat, des Seniorenbeirats und zahlreicher Vereine. Fast 40 Jahre, so erinnerten die Grußredner an seinem 80. Geburtstag, prägte die Maxhütte sein Berufsleben. Sein jahrzehntelanges gesellschaftliches Engagement würdigte die Stadt mit der Knorr-von-Rosenroth-Medaille in Gold.

Ein Stahlwerker

In Rosenberg erblickte Stefan Kummer am 20. Februar 1935 das Licht der Welt. Nach der Schulzeit folgte eine Lehre als Metzger, alsbald aber der Eintritt in die Maxhütte. Privat fand er sein Glück mit seiner Ehefrau Liesl, mit der er vier Kinder hatte. Leider verstarb seine Frau bereits im Alter von 70 Jahren. Beruflich prägte das Stahlwerk, wo er bis zum Blasemeister aufstieg, von 1954 bis 1990 sein Leben.

Nach dem Konkurs der Maxhütte folgte auch für ihn der Sozialplan – für Kummer eine Art Startschuss, sich noch mehr auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen ehrenamtlich einzubringen. So stand Stefan Kummer von 1990 bis 2013 an der Spitze der IG Metall Interessengemeinschaft Sozialpläner und Rentner. Zudem übernahm er seit 1999 mehrere Ämter im Seniorenbeirat, von 2007 bis 2016 auch das des Vorsitzenden.

Engagement zeigte er auch beim Arbeiterkameradschaftsverein, den er sechs Jahre leitete, als Beirat und Vereinswirt des Hüttenvereins Glückauf auf der Hochofen-Plaza sowie 55 Jahre als SPD-Mitglied, wo er als langjähriger Orga-Leiter im Ortsverein wirkte. Aktiv prägte er auch das Vereinsleben beim Pensionistenbund, Bergknappenverein, bei den Marschfreunden Tucher oder bei der Umweltschutzinitiative.

Überzeugter Gewerkschafter

Obwohl in einer Rückschau nicht alle Mitgliedschaften und Ämter genannt werden können, zieht sich bei Stefan Kummer die Prägung durch die Montanindustrie durchs ganze Leben. So war es selbstverständlich, dass er auch als Seniorenvertreter bei der IG Metall, wo sein Rat häufig gefragt war, und im DGB-Ortskartell Präsenz zeigte. Noch am 29. Oktober unterstützte er den IG Metall-Aktionstag im Rohrwerk aktiv.

Stefan Kummer galt darüber hinaus als glänzender Unterhalter, Humorist und Gesellschafter. Er war einige Jahre Wirt im Gasthaus Götz in Obersdorf und betrieb jahrelang einen Ausschank am Annaberg (heute Antonio). So gab es viele Mosaiksteine, die sich zu einem erfüllten Leben zusammensetzten, das jetzt am 5. November zu Ende gegangen ist. Gelegenheit zum Abschied gibt es am Dienstag, 16. November, um 14 Uhr beim Trauergottesdienst in der Christuskirche.

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