17.06.2021 - 12:22 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

THW-Experten trainieren am Truppenübungsplatz Hohenfels

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Von der Brücke gestürzte Menschen, Rettung aus Tunneln, Zugwaggons per Seilwinde abschleppen: Die Männer und Frauen des THW Amberg und Sulzbach-Rosenberg haben am Truppenübungsplatz Hohenfels trainiert – sie sind wahre Rettungsspezialisten.

Der Truppenübungsplatz Hohenfels bietet perfekte Bedingungen: Spezialisten vom THW Amberg und Sulzbach-Rosenberg trainierten dort einen Tag lang komplexe Rettungsszenarien.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Was zu Pandemie-Höchstzeiten nicht möglich war, haben die Männer und Frauen des Technischen Hilfswerks (THW) Amberg und Sulzbach-Rosenberg nun nachgeholt: Am Truppenübungsplatz Hohenfels (Landkreis Neumarkt) trainierten die Helfer unter realistischen Bedingungen und auf für sie unbekanntem Terrain für den Ernstfall. Laut einer Pressemitteilung waren aus Amberg die Bergungseinheit und aus Sulzbach-Rosenberg die Fachgruppen Technische und Biologische Ortung bei der gemeinsamen THW-Übung dabei. „Wir sind froh, ein solches Gelände direkt vor unserer Haustür gefunden zu haben“, sagt Harald Enßner. Denn das Gelände sei so vielseitig wie seine Einsatzmöglichkeiten, zeigt sich der stellvertretender Ortsbeauftragter des THW Sulzbach-Rosenberg zufrieden.

Eisenbahnwaggon bleibt stecken

Die Übung hat die vier Fachgruppen einen ganzen Tag lang schwer gefordert – in unterschiedlichsten Einsatzszenarien trainierten die Helfer teils hochkomplexe Rettungsmanöver mit Spezialwerkzeugen. So wurde laut der Presseinfo ein Eisenbahnwaggon per Seilwinde gezogen, der auf den Bahngleisen stecken geblieben war und die Strecke blockierte. In einer weiteren Übung war ein Mensch von einer Brücke gestürzt: Die THW-Spezialisten mussten das Opfer bergen. Auch die Rettung von in Not geratenen Menschen aus höheren Etagen in Gebäuden wurde trainiert: Die Helfer setzten dazu einen Leiterhebel ein.

Rettung im dunklen Tunnel

Und auch für schwere Naturkatastrophen wie Erdbeben sind die Spezialisten gewappnet: Die Ortung Vermisster und Verschütteter mit Hilfe von Trümmer- und Personenspürhunden war ein weiterer Punkt auf dem vielseitigen Trainingsplan. Mensch und Hund trainierten dabei das Anlegen von Abseilgurten und das Retten aus Höhen und Tiefen. Hier muss jeder Handgriff sitzen, Geschwindigkeit und reibungsloses Zusammenarbeiten im Team entscheiden im Notfall über Leben und Tod.

Körperliche Fitness wiederum erforderte auch die Bergung von Opfern mittels Schleifkorbtrage aus unterirdischen und dunklen Tunnelsystemen – eine ganz besondere Herausforderung, für die teure technische Ausstattung gebraucht wird. Im lichtlosen Tunnel setzte die technische Ortung ihre Wärmebildkamera zur Orientierung ein und mittels einer Endoskopkamera, der sogenannten Searchcam, erkundeten sie einen verschlossenen Raum nach Verschütteten.

Hochwasser in Großalbershof

Die unterschiedlichen Übungen deckten den Großteil des Einsatzspektrums der Fachgruppen ab. Lediglich die Pumpen für Überschwemmungen und vollgelaufene Keller blieben an diesem Tag trocken. Sie waren allerdings auch erst eine Woche zuvor im Einsatz gewesen, um die Feuerwehr bei dem durch Starkregen verursachten Hochwasser in Großalbershof und Forsthof zu unterstützen.

Höhepunkt des Übungstages bildete der Mitteilung zufolge eine gemeinsame Übung aller Fachgruppen. Simuliert wurde dazu ein Unfall, an dem ein Auto und ein Lkw beteiligt waren. Eine unter dem Laster eingeklemmte Person musste möglichst schnell geborgen und der verletzte Lkw-Fahrer aus seinem Führerhaus befreit werden.

Spürhund sucht Verwirrten

Doch damit nicht genug: Weil eine dritte Person verwirrt vom Unfallort weggelaufen war, schwärmten die Helfer mit Unterstützung eines Spürhunds aus, um den Vermissten zu suchen. Die Führungskräfte lobten den reibungslosen Ablauf und die harmonische Zusammenarbeit zwischen den Fachgruppen. „Dass Helferinnen und Helfer aus unterschiedlichen Ortsverbänden so gut zusammenarbeiten können, haben wir auch unserer standardisierten Ausbildung zu verdanken“, erklärt Harald Enßner zufrieden. Denn: „Egal welcher Fachgruppe sie später einmal angehören, die Grundausbildung ist für alle gleich.“ Auch der Zugführer des THW Amberg, Christoph Hollweck, ist stolz auf seine Mannschaft: „Es war fachlich wie kameradschaftlich ein großartiger Übungstag. Ich hoffe, es bleibt nicht die letzte gemeinsame Aktion.“

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„Dass Helferinnen und Helfer aus unterschiedlichen Ortsverbänden so gut zusammenarbeiten können, haben wir auch unserer standardisierten Ausbildung zu verdanken.“

Harald Enßner, stellvertretender Ortsbeauftragter des THW Sulzbach-Rosenberg

 

 

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