Sulzbach-Rosenberg
17.12.2024 - 16:51 Uhr
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Viele Autos, wenig Parkplätze in der Sulzbacher Altstadt: 27.177 Kurzparker in der Tiefgarage

Die Preise für die Tiefgarage sind sehr günstig. Doch das Parkhaus nutzen vor allem Anwohner. Wie können mehr Kurzparker gelockt werden? Und warum wird sich das Parkproblem in der Altstadt verschärfen? Was im Stadtrat dazu besprochen wurde.

Das Thema Parken in der Sulzbacher Altstadt beschäftigt Autofahrer und Stadtpolitik, Ordnungsamt und Polizei seit vielen Jahren. Das Grundproblem liegt darin, dass es in der Innenstadt mehr Autos als Parkplätze gibt. Nicht nur die Anwohner fahren nämlich in das Zentrum, sondern auch Leute, die hier einkaufen, ins Café oder Restaurant gehen, wollen ihr Gefährt abstellen. Das führt immer wieder zu chaotischen Parkverhältnissen.

Zum Beispiel an Freitagvormittagen, wenn am Luitpoldplatz Markt ist und die Autos Gehwege blockieren, in Bushaltestellen stehen und im Kreuzungsbereich. Wenn Leute sich in der Rosenberger Straße einen Döner vom Imbiss holen oder in der Bankfiliale einen Kontoauszug. Oder wenn Einkäufer vor dem Genussladen Ottmann und der Metzgerei Bär entlang der Einbahnstraße parken, um sich mittags oder kurz vor Feierabend "nur schnell" eine Zeitschrift oder ein Wurstpaket zu holen. Oftmals kommt dann an dieser Engstelle der Linienbus nicht mehr durch, es wird gehupt, der Verkehr staut sich.

Kunden wollen bequem parken

Diese Probleme sind zwar bekannt, doch eine Lösung ist schwer zu finden. Auch die Stadtpolitik will hier eher nicht hart durchgreifen – denn es prallen unterschiedliche Interessen aufeinander. Das Straßenverkehrsrecht lässt Wildparken eigentlich nicht zu. Radfahrer, Fußgänger, Senioren mit Rollator und Eltern mit Kinderwagen werden behindert. Auch Rettungswege sind teils blockiert. Doch andererseits: Geschäfte, Restaurantinhaber und Marktverkäufer haben ein Interesse daran, dass Kunden bequem vor der Tür parken und für eine schnelle Abholung das Auto nicht weit entfernt abstellen und ihre Einkäufe schleppen müssen.

Die Sorge ist berechtigt, dass Kunden dann lieber in den Arkaden oder beim Kaufland einkaufen, wo direkt davor geparkt werden kann, und nicht mehr in der Altstadt – und deren "Aussterben" zu verhindern wird ja sowieso oft genug befürchtet.

27.177 Kurzparker in der Tiefgarage

Vor diesem Hintergrund wird auch im Stadtrat immer wieder die Frage diskutiert, ob die Tiefgarage (Schlossgarage) unter dem Luitpoldplatz nicht noch mehr zum Teil der Lösung gemacht werden müsste. In der jüngsten Sitzung des Werkausschusses beispielsweise war es wieder so weit. Da wurden nämlich die aktuellsten Zahlen, wie gut die Tiefgarage genutzt bzw. nicht genutzt wird, vorgestellt. Weil das Parkhaus von den Stadtwerken betrieben wird, präsentierten die beiden Leiter Kathrin Munker und Armin Wolf den Bericht.

Demnach sind 2023 insgesamt 27.177 Einfahrten von Kurzparkern registriert worden. Die enorme Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat aber wohl weniger mit einer neu entdeckten Liebe der Autofahrer zur Tiefgarage zu tun, sondern damit, dass diese 2020 bis 2022 umfangreich saniert wurde und teils nicht befahrbar war. 2023 war somit das erste Jahr nach der Sanierung, in der wieder Regelbetrieb herrschte.

Die Hälfte parkt kostenlos

Von den 27.177 Kurzparkern blieben 14.384 und somit 53 Prozent unter einer Stunde im Parkhaus. Damit konnten sie dort kostenlos parken, denn die erste Stunde ist frei. Außerdem sagte Munker: "Von insgesamt 220 Stellplätzen haben wir 166 an Dauer- und Tagesparker vergeben." Damit sind 76 Prozent aller verfügbaren Flächen bereits allein an diese Gruppe vergeben.

Anschließend gab es mehrere Wortmeldungen von Mitgliedern des Werkausschusses zu diesen Zahlen. So verwies Dritte Bürgermeisterin Hildegard Geismann (SPD) auf die auch im Vergleich zu anderen Städten äußerst günstigen Parkkonditionen: "Man muss mal wieder feststellen, wie attraktiv wir als Stadt unsere Garage anbieten – eine Stunde ist kostenfrei." Das gebe es woanders nicht.

Sind Parkgebühren zu niedrig?

Die günstigen Parkpreise sind politisch gewollt. Eben genau aus den oben geschilderten Gründen, um noch mehr Autofahrer – gerade Kurzparker, die für schnelle Einkäufe in die Stadt fahren und gerne vor den Geschäften parken – in die Tiefgarage zu locken und so Verkehrschaos in der Innenstadt möglichst zu unterbinden. Doch das hat laut Stadtwerke-Chef Armin Wolf auch Folgen. Die Tiefgarage ist nämlich ein spürbares Draufzahlgeschäft: 80.000 Euro betrug alleine 2023 das Defizit. Das ist zwar der niedrigste Wert seit Übernahme der Schlossgarage durch die Stadtwerke von der Stadt im Jahr 2005 und 2023 sind die Einnahmen auch gestiegen, dennoch: Die Parkeinnahmen decken längst nicht die Ausgaben.

Der Stadtwerke-Chef dazu: "Ein Dauerparkplatz kostet 44 Euro – und das seit 2013. Für einen überdachten Parkplatz ist das nicht viel. Und von den Dauerparkern sind 90 Prozent aus dem Stadtgebiet." Mehr Anwohner in die Tiefgarage zu locken, sei also kaum möglich, wenn dann gehe es um Kurzzeitparker.

Parkausweise für Anwohner

In der Folge bat Michael Schulz (FWU) darum, mit Schildern in der Innenstadt die E-Ladesäulen in der Schlossgarage noch mehr zu bewerben. Ralf Volkert (SURO2030) schlug vor, eine digitale Anzeige am Eingang zu installieren, damit Autofahrer wissen, ob noch Parkplätze frei sind. Das sei aber nicht so einfach, antwortete Wolf, weil der Großteil der Flächen ja für die Dauerparker, die es in anderen Tiefgaragen normalerweise nicht gebe, freigehalten werden müsse.

Schließlich kündigte Bürgermeister Stefan Frank (CSU) an, dass sich die Verwaltung bereits mit dem Thema Parken in der Innenstadt beschäftige und dieses Anfang 2025 auch im Stadtrat neu aufgegriffen werden soll. Denn: "Die neuen Wohnhäuser, die derzeit ins Stadtgebiet kommen, stellen ein Problem dar mit Blick auf die Anwohnerausweise." Gemeint sein dürften damit beispielsweise die neuen Wohnungen in der früheren Müller-Filiale oder an der Ecke Neutorgasse/Rosenberger Straße. Auch im Hinterhof des früheren Sportcamps wird gerade ein Wohnhaus saniert.

Zahl der Autos steigt

Weil es sich dabei meist um Gebäude ohne eigene Stellplätze handelt, bringen die neuen Bewohner aber auch ihre Autos mit, die dann in der Innenstadt herumstehen und so den sowieso schon überlasteten Parkraum zusätzlich verknappen. Das Thema dürfte sich also weiter verschärfen und eine für alle Seiten gute Lösung umso dringlicher machen.

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Service:

Parken in der Schlossgarage (Luitpoldplatz)

  • Es gibt 220 Parkplätze auf 2 Decks, darunter 2 für E-Autos (Ladebox).
  • Der Tagestarif gilt von 6.30 bis 21 Uhr. Die erste Stunde ist kostenlos, jede weitere Stunde kostet 1 Euro - maximal jedoch 5 Euro.
  • Der Nachttarif gilt von 21 bis 6.30 Uhr. Jede angefangene Stunde kostet 1 Euro, das Maximum des Nachttarifs beträgt 2 Euro.
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