Wasserverluste sind immer ärgerlich. Es versickert nach einem Rohrbruch meist wieder im Boden, aber dennoch fallen Kosten für die Förderung an. Sinkende Grundwasserspiegel mahnen die Kommunen gerade in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels, auf die Wasserversorgung mit allen Leitungen, Brunnen und Hochbehältern ein besonders Augenmerk zu legen. Wie der Sulzbach-Rosenberger Stadtwerkeleiter Armin Wolf erklärt, habe es bei den Wasserverlusten 2023 im Vergleich zum Jahr 2022 einen deutlichen Anstieg gegeben. Die nicht nutzbare Menge nahm 2023 auf 81.422 m3 (Vorjahr 43.873 m3) zu. „Anders ausgedrückt, erhöhte sich der reale Wasserverlust von 4,33 auf 7,89 Prozent. Dieser wird nach den Richtlinien des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs als mittlerer Wasserverlust eingestuft“, so Wolf.
Diese Entwicklung rief bereits im März die CSU-Stadtratsfraktion in der Werkausschusssitzung auf den Plan. Sie bat dabei um ein Konzept, wie diese ihrer Ansicht nach immensen Verluste wieder gesenkt werden könnten. Genannt wurden von den Stadtwerken verschiedene technische Möglichkeiten, aber auch die Option, ein Sanierungs- und Strukturkonzept für die Wasserversorgung in Sulzbach-Rosenberg ausarbeiten zu lassen, das der bayerische Staat mit Förderungen unterstützt. Was der ganzen Entwicklung noch mehr Schwung verlieh, war in den vergangenen Wochen eine ungewöhnlich hohe Zahl an Wasserrohrbrüchen.
Gesamtanlage im Blick
Deshalb forderte Stadtrat Martin Kunert (SURO2030) in der Junisitzung einen Zustandsbericht über das Rohrleitungsnetz. „Wir sind auch deshalb und nach Rücksprache mit unseren Technikern der Auffassung, dass ein Sanierungs- und Strukturkonzept unabdingbar ist, um nicht nur die Leitungen, sondern die komplette Infrastruktur der öffentlichen Wasserversorgung auf notwendige Sanierungs-, Erweiterungs- oder Erneuerungsmaßnahmen überprüfen zu lassen“, betonte Armin Wolf im Ferienausschuss.
Dieser stellte sich auch einstimmig hinter das Ansinnen der Stadtwerke, was unter anderem Kunert als unbedingte Voraussetzung ansah, um eine Prioritätenliste an Erneuerungs- und Baumaßnahmen anlegen zu können. Wie weiter konkretisiert wurde, beinhalte das Konzept, für das bis etwa Mitte Oktober 2024 zur Fristwahrung ein Förderantrag gestellt werden müsse, eine aktuelle Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes der gesamten Anlagen. Es beurteile die Wasserversorgung im Normalfall sowie in Not-, Krisen- und Katastrophensituationen, beschreibt und begründet die erforderlichen Maßnahmen mit Kostenschätzung und legt die Vorhaben nach Priorisierung fest. Wie Wolf weiter informierte, werde das Konzept mit maximal 50 000 Euro pro Gemeinde gefördert. Ingenieurbüros seien laut der Stadtwerke-Verantwortlichen bereits zur Angebotsabgabe aufgefordert worden.
Anpassung an Klimawandel
Nach Angaben des Leiters würden sich die Stadtwerke bei der Ausarbeitung eines solchen, auch von ihrer Seite favorisierten Konzepts und der Erfassung der Daten, wie vom Wasserwirtschaftsamt gefordert, mit ihrem gesamten Know-how stark einbringen. „Wie vom Gesetzgeber bis 2029 gefordert, berücksichtigt solch ein Konzept auch die Anpassung an den Klimawandel, wie etwa Schutz des Grundwassers, die Digitalisierung und das Risikomanagement bei der Versorgung mit Trinkwasser. Eine Absprache mit anderen Straßenbaustellen wird so auch besser möglich, was weniger Beeinträchtigungen oder Sperrungen und Umleitungen für die Bürger bedeutet“, ergänzt Wolf.
Pro Jahr habe das Personal der Stadtwerke etwa 1 Kilometer Wasserleitung bei einer Hauptleitungslänge von 130 Kilometern erneuert. Nun würden aber darüber hinaus auch Anlagen wie Hochbehälter und Tiefbrunnen in den Fokus rücken. „Vielleicht könnte unser Konzept bis Ende 2025 vorliegen. Wir würden so einen Investitionsstau verhindern und vor allem auch die digitalen Netzpläne in den Fokus rücken“, sieht Armin Wolf als klare Vorteile. Ähnliches wird auch für das Abwasserkanalnetz gefordert, dessen geschätzte Sanierungskosten sich auf mehr als 22 Millionen Euro belaufen würden.
Stadtwerke Sulzbach-Rosenberg
- Hauptaufgabe: Versorgung der Stadt Sulzbach-Rosenberg mit Ausnahme weniger Stadtteile mit Wasser. Aktuelle Wasseranalysen zur Überprüfung und zur Qualitätssicherung des Trinkwassers
- Weitere Tätigkeitsfelder: Die Stadtwerke betreiben auch die Tiefgarage (Schlossgarage) am Luitpoldplatz sowie fünf eigene Photovoltaikanlagen



















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