07.06.2018 - 17:13 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Cannabisplantage: Verdächtige angeklagt

Eine Cannabisplantage, wie sie nicht so oft vorkommt, soll ein 53-Jähriger aus dem Landkreis Tirschenreuth betrieben haben. Demnächst beschäftigt sich die Thüringer Justiz mit dem Fall.

von Anne Spitaler Kontakt Profil

(spi) Die Anklage gegen den mutmaßlichen Drogenboss aus dem Landkreis Tirschenreuth und gegen zwei weitere Verdächtige (siehe onetz.de/-d1839835.html) ist erhoben. Mittlerweile sitzt auch ein zweiter Mann des Trios in der JVA Tonna in Untersuchungshaft. Das bestätigt Sven Schroth, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Gera, auf Nachfrage.

Dem 53-jährigen Firmeninhaber aus dem Landkreis Tirschenreuth sowie einem 30-Jährigen, ebenfalls aus dieser Region, und einer 25-Jährigen aus dem Landkreis Bayreuth wird gemeinschaftliches unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Die Frau des Trios ist in dem Fall der Beihilfe angeklagt. „Das Gesetz sieht da eine Milderungsmöglichkeit. Sie könnte geringer bestraft werden, als der, der die Tat als Täter ausführt.“

Das Schöffengerich Rudolstadt wird sich mit der Tat befassen, die Ermittler kurz vor Weihnachten 2017 in einer alten Waschbretterfabrik zwischen Bad Lobenstein und Lemnitzhammer (Thüringen) aufgedeckt haben. Die Polizei fand dort eine riesige, illegale Cannabisplantage vor. 150 Cannabispflanzen und 10 Kilogramm getrocknete Blüten beschlagnahmten die Beamten unter anderem. Das Anwesen in Thüringen ist als offizieller Wohnsitz des 53-jährigen Firmeninhabers aus dem Landkreis Tirschenreuth gemeldet. Seit 22. Dezember sitzt der Mann in U-Haft, seit 23. Mai auch der 30-Jährige, sein mutmaßlicher Komplize.

Einen Termin für die Gerichtsverhandlung gibt es zwar noch nicht, soll aber laut Volker Kurze, Pressesprecher des zuständigen Amtsgerichts Rudolstadt, zeitnah bestimmt werden. Derzeit liege die Akte zur Einsicht noch beim Verteidiger. Kurze rechnet aber damit, dass in den nächsten zwei Wochen ein Termin feststeht.

Sollten in der Gerichtsverhandlung die Angeklagten verurteilt werden, haben sie beim Schöffengericht laut Kurze auf jeden Fall mit einer „Freiheitsstrafe von einem Jahr plus X“ zu rechnen. Die 25-jährige Verdächtige könnte wegen Beihilfe mit einem milderen Urteil davonkommen, meint Sven Schroth, Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera. „Da verschiebt sich der Strafrahmen.“

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