30.03.2020 - 18:31 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Keine Lockerungen beim Ausgang, Söder verspricht Tirschenreuth Hilfe

Nur vorsichtig klang bei Markus Söders Erklärung am Montag Optimismus in der Coronakrise an. Vor allem im Kreis Tirschenreuth bleibe die Lage weiter ernst. Der Landkreis darf aber mit Hilfe rechnen.

Ein inzwischen gewohntes Bild: Markus Söder (von links) hält bei der Erklärung Abstand zu Gesundheitsministerin Melanie Huml, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Innenminister Joachim Herrmann.
von Jürgen UmlauftProfil

Auch in Bayern gelten die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise bis mindestens 19. April weiter. Das verkündete Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "Die Lage ist weiter sehr, sehr ernst", erklärte er. Es sei nicht die Zeit für einen vorschnellen Exit. "Wir müssen die Maßnahmen verlängern, aber nicht verschärfen", betonte Söder. Eine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten, wie sie Österreich einführen will, lehnte Söder derzeit ab.

Für die Corona-Hotspots in Bayern versprach er zusätzliche Hilfe. Konkret nannte er die Landkreise Tirschenreuth, Rosenheim, Miesbach und Erding. Dorthin sollen mehr Ärzte und Material geschickt werden, die Gesundheitsämter sollen zur Nachverfolgung von Infektionsketten Verstärkung erhalten. Für Alten- und Pflegeheime der betroffenen Regionen kündigte Söder eine Schutzmaskenpflicht an.

Versorgung gewährleistet

Innenminister Joachim Herrmann sprach von einer "hoch belasteten Lage" im Landkreis Tirschenreuth. Mit 57 Infizierten je 10 000 Einwohner und mittlerweile 23 Todesfällen lag der Kreis am Montag bayernweit an der Spitze.

Dennoch müsse niemand Sorge haben, nicht bestmöglich versorgt zu werden. Sollten im Klinikum Weiden keine Möglichkeiten mehr bestehen, sei die Verlegung gesichert. Kapazitäten seien in Amberg und Regensburg vorhanden. Zur weiteren Vorsorge werde die Errichtung eines Hilfskrankenhauses geprüft. "Die ärztliche Hilfeleistung und die Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau sind gewährleistet."

Nach Angaben des Regierungschefs stieg die Zahl der Infizierten bis Montag 10 Uhr um 1174 auf bayernweit 14 437, die der Sterbefälle um 23 auf 133. "Jeder einzelne Tote tut unglaublich weh", sagte Söder. Mehr als 90 Prozent der Verstorbenen seien älter als 60 Jahre gewesen oder hätten eine Vorerkrankung gehabt. Es gebe aber auch Fälle von jüngeren Personen mit schweren Symptomen. Insgesamt sei die Sterblichkeitsrate mit 0,84 Toten je 100 000 Einwohner sehr niedrig. In Italien liege die Zahl bei 15,1. Aktuell sind 1230 Personen in Bayern von ihrer Corona-Infektion genesen.

Wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) mitteilte, wurden am Montag 2059 Covid19-Patienten stationär behandelt, 552 davon intensivmedizinisch. Über Bayern verteilt seien gegenwärtig noch genügend freie Kapazitäten für Neuzugänge vorhanden.

Schutzausrüstung weiter knapp

Zusammenfassend erklärte Söder, dass Bayern offenbar die richtigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie getroffen habe. "Es wirkt, es ist notwendig, es muss fortgesetzt werden", sagte er. Zwar gebe es bei den Neuinfektionen noch immer eine "exponentielle Entwicklung", es sei aber ein "ganz leichter Trend" erkennbar, wonach die Kurve sich abflache. Habe sich die Zahl der Infektionen vor Beginn der Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen noch alle 2,8 Tage verdoppelt, liege dieser Wert nun bei knapp fünf Tagen. Insgesamt seien so rund 5000 Ansteckungen verhindert worden. Söder warnte vor Sorglosigkeit, weil dies "dramatische Folgen" haben könnte. "Es ist wie bei einer Krankheit: Wer zu früh aufsteht, riskiert einen massiven Rückfall", erklärte er.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) betonte, bei der Versorgung mit Lebensmitteln, Treibstoffen und anderen lebenswichtigen Gütern bestünden derzeit keine Engpässe. Für Probleme sorge aber weiter der Nachschub bei der Schutzbekleidung. Immerhin seien am Wochenende über den Bund eine Million Schutzmasken geliefert worden, berichtete Söder.

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