10.01.2020 - 12:20 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Regionale Geschichte mit Comic-Serie verflochten

Die Kreisstadt ist Schauplatz eines Comic-Abenteuers während des 30-Jährigen Kriegs. Veit, die Titelfigur, rettet im ersten Sonderband der Comic-Serie ein kleines Mädchen. Ausgedacht hat es sich ein gebürtiger Stiftländer.

Das Titelbild des Sonderbands der Piccoloserie "Veit" aus dem Wildfeuer Verlag in Kirchdorf im Bayerischen Wald. Die Handlung spielt teilweise in Tirschenreuth.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Der wackere Comic-Held Veit, ein junger Mann, erfährt während des 30-jährigen Kriegs viel Leid. Denn General Tillys Söldner ziehen plündernd durch das gebeutelte Land und hinterlassen eine Spur des Grauens. Soldaten, die keinen Sold mehr bekamen, desertieren und schließen sich zu zahlreichen Horden zusammen, die grausam gegen die Bevölkerung vorgehen - besonders arg in der Oberpfalz.

Spannende Geschichte in Bildern

Die Welt des Comic-Helden misst gerade einmal 8 Mal 17 Zentimeter. Das Heft kommt nämlich als Piccolo-Serie daher. Bereits acht Abenteuer erlebte Veit. Dem jungen Mann hat Albert Völkl Leben eingehaucht. Der gebürtige Tirschenreuther erzählt spannende Geschichten in Bildern. Der erste Sonderband der Piccolo-Serie heißt "Rauhnacht" und spielt in der Vorweihnachtszeit. Schauplatz der Geschichte ist unter anderem Tirschenreuth. Veit ist ein unerschrockener junger Mann, der das Herz am rechten Fleck hat, beschreibt Autor und Zeichner Albert Völkl, der nun in Nordhessen zu Hause ist.

Mehr über den gebürtigen Tirschenreuther Albert Völkl:

Veits Abenteuer im Stiftland beginnt, als er die Flossenbürger Bewohner vor dem "Kriegsvolk" warnen will. Doch er kommt zu spät. Viele der Bauern sind tot, die Frauen gefangen. Veit kann jedoch ein kleines Mädchen vor den Söldnern retten.

Während er die Kleine in Sicherheit bringt, erzählt sie, dass sie das geschnitzte Christkind am heiligen Abend in die Krippe zu Tirschenreuth hätte bringen dürfen. Mithilfe umherziehender Perchtenspieler gelingt es Veit, den Traum des Kindes zu erfüllen. Der wackere Mann findet das Christkind und bringt es der Kleinen nach Tirschenreuth. Auch die Soldaten überlistet er und es gelingt ihm, die gefangenen Frauen zu retten.

Die Geschichte und Zeichnungen stammen aus der Feder des gebürtigen Tirschenreuthers Albert Völkl. Hier ein Bild vom Titel-Held Veit, im Hintergrund der Klettnersturm in Tirschenreuth.

Von Krippen-Kunst fasziniert

Mit Veit konzipierte der Illustrator Albert Völkl eine Piccolo-Serie, die an Hansrudi Wäschers Jörg, der als Junge in den Wirren des 30-jährigen Krieges viel schreckliches erleben und mit ansehen musste, angelehnt ist. Vor knapp drei Jahren veröffentlichte der Wildfeuer-Verlag mit Sitz in Kirchdorf im bayerischen Wald Veits erstes Abenteuer. Mittlerweile sind bereits in unregelmäßigen Abständen acht Hefte mit Titeln wie etwa "Die Satansbande", "Im Hexenturm", "Das Unwetter" oder "Blutgericht" erschienen.

Mehr über den Wildfeuer-Verlag:

Weil die Serie so gut läuft und mittlerweile eine große Fan-Gemeinde habe, wollte Verleger Manfred Wildfeuer einen Sonderband herausbringen. "Ich habe ihm den Bezug zu Tirschenreuth vorgeschlagen und er war begeistert", sagt der gebürtige Oberpfälzer. Die Tirschenreuther Krippen-Kunst und Schnitz-Kunst haben den 66-jährigen Künstler schon als Kind fasziniert, erzählt Völkl. Im Sonderband wollte er die Brücke zwischen dem 30-jährigen Krieg und der Krippenschnitzerei im Stiftland schlagen. Auch sind Zeichnungen der Burg Flossenbürg des Klettnersturm und weitere regionale Besonderheiten zu sehen.

Richtiges Handwerk

Zwar liegt Völkls letzter Besuch in seiner alten Heimat schon eine Weile zurück, doch für den Sonderband fiel dennoch weniger Recherche an, als für andere Veit-Hefte. Der Illustrator zeichnet seine Comic-Serie Veit ganz traditionell ohne Zuhilfenahme von Computern. "Ich bin einer von den ganz Alten, die ganz klassisch mit Federn und Tusche arbeiten." Die Comics sind richtiges Handwerk.

Völkl studierte an der Kunsthochschule Kassel Freie Grafik, Trickfilm, Figurenbau und Figurenspiel. Der Trendelburger leitet seit über 30 Jahren sein eigenes mobiles Figuren- und Schattentheater. Als Puppenspieler ist Völkl bundesweit unterwegs. Außerdem illustriert er Bücher und zeichnet mehrere Comics oder Theaterplakate für verschiedene Verlage. Der 66-Jährige gestaltet zudem Stadtlaternen mit Scherenschnitten und übernimmt gestaltende Auftragsarbeiten für andere Theater. Besonders gern bezieht er die historische Geschichte der jeweiligen Region in seine Aufträge mit ein.

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