08.01.2021 - 15:26 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Sascha Schulz "Clean Fitness": Tirschenreuther verdient Geld mit Sport und gesunder Ernährung

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Über 28.000 Abonnenten folgen Sascha Schulz auf Instagram. Der gebürtige Tirschenreuther gründete das Start-up-Unternehmen "Clean Fitness" in Maxhütte-Haidhof. Damit machte er aus seiner Leidenschaft zum Sport ein Lifestyle-Konzept.

Als Fitnesstrainer motiviert Sascha Schulz seine Kunden dazu ihre Trainingsziele zu erreichen. Mit seinem Unternehmen „Clean Fitness“ hat der gebürtige Tirschenreuther ein erfolgreiches Start-up gegründet.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

"Eigentlich ist man als Personaltrainer mehr Psychotherapeut als Fitnesstrainer", sagt Sascha Schulz bei einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien in seiner alten Heimat in Tirschenreuth. Acht von zehn Personen kommen auf ihn oder seine Coaches zu, weil sie sich nicht mehr wohl in ihrer Haut fühlen und etwas an sich verändern wollen. "Die Ambitionen reichen vom Abnehmen zum Muskelaufbau bis hin zur Definition des Körpers." 2016 gründete der heute 30-Jährige sein Unternehmen "Clean Fitness" in Maxhütte-Haidhof und trifft damit einen Nerv. "Ich hatte innerhalb von 6 Monaten 20 Kunden."

Eine halbe Million Euro Umsatz

Schulz schaut sich den Alltag seiner Kunden an, motiviert sie, Sport zu treiben und eine gesunde Ernährung in ihre jeweilige Lebenssituation zu integrieren. "Es ist auch eine Lebensstil-Optimierung", erklärt er. "Viele Kunden kommen auch wegen dem zwischenmenschlichen Kontakt und reden über berufliche oder familiäre Probleme." Der Erfolg gibt Schulz recht. Bei vier Trainingseinheiten pro Monat mit einem Kunden verdient er zwischen 300 bis 500 Euro. "Bei 20 Kunden bedeutet das bis zu 10.000 Euro im Monat", sagt er. Inzwischen hat Schulz sein Konzept zu einer Marke ausgebaut und sein Unternehmen 2019 zum ersten Franchise im Bereich Personal-Training umgewandelt. "Wir bilden bis zu zehn Fitness-Coaches pro Jahr aus und helfen bei dem Einstieg in die Selbstständigkeit." Sein Start-up machte vergangenes Jahr rund eine halbe Million Euro Umsatz. Aktuell gibt es etwa 100 Franchisenehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf Instagram folgen dem Unternehmer über 28.500 Abonnenten.

"Ich habe dann überlegt: Warum haben Menschen anfangs die Motivation zu trainieren und schließen Langzeitverträge ab und kommen dann nicht mehr ins Studio?"


Sascha Schulz, Gründer von "Clean Fitness"

Sport hat den gebürtigen Tirschenreuther schon immer in seinem Leben begleitet. Als Jugendlicher war Schulz Mitglied beim ATSV und beim FC Tirschenreuth. "Ich habe Reck- und Barrenturnen sowie Functional-Training gemacht und Fußball gespielt." Mit 15 machte er nach seinem qualifizierenden Hauptschulabschluss eine Ausbildung zum Koch im Weltenburger Kloster bei Regensburg. Schließlich wollte er aber Sport zu seinem Beruf machen. Es folgte eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann in einem Reha-Zentrum in Weiden. Mit 24 Jahren vertiefte er das angeeignete Wissen durch ein Duales Studium zum Gesundheitstrainer sowie Sport- und Fitnessbetriebswirt in einem Fitnessstudio in Maxhütte-Haidhof. Außerdem beschäftigte sich Schulz zunehmend mit dem Thema gesunde Ernährung.

Kein geschützter Beruf

"Ich habe dann überlegt: Warum haben Menschen anfangs die Motivation zu trainieren und schließen Langzeitverträge ab und kommen dann nicht mehr ins Studio?" Schulz wollte Kunden dazu bringen, am Ball zu bleiben und erfüllte sich mit dem Weg in die Selbstständigkeit einen Traum. "Anfangs haben mir sämtliche Leute davon abgeraten, als Personaltrainer zu arbeiten. Keiner glaubte, dass man mit Sport Geld verdienen kann", erinnert er sich. Anfangs hatte der Fitnesstrainer zudem einige Rückschläge zu verzeichnen. 2017 riss er sich beim Dreh zur RTL-Sendung "Ninja Warrior" die Achillessehne. Über längere Zeit ist Schulz auf Krücken unterwegs, hat Schmerzen, beißt sich aber durch.

Zudem ist die Tätigkeit als Personaltrainer kein geschützter Beruf. "Als Kunde weiß ich nicht, ob der Trainer eine Ausbildung oder studiert hat. Und viele denken auch, nur Schöne und Reiche könnten sich einen eigenen Coach leisten." Heute betreut Schulz nicht nur vermögende Unternehmer, sondern auch Krankenschwestern oder Schichtarbeiter. Wer ein Personaltraining über "Clean Fitness" bucht, verpflichtet sich für eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten. Dafür erhält man jedoch ein speziell auf die eigene Lebenssituation angepasstes Trainingskonzept. "Wir haben dafür sogar eine eigene Software entwickelt, die Daten aus dem Alltag des Kunden auswertet."

Qualitätsgarantie für den Kunden

Ein Coach kümmert sich dann langfristig und hilft aktiv bei der Umsetzung. "Unser Ziel ist nicht nur, Kunden zu gewinnen, sondern dass sie bei uns mitmachen, weil es ihnen das wert ist." Durch das Franchise gibt Schulz anderen Coaches eine Ausbildung, die Möglichkeit der Vermarktung und Rechtssicherheit. Seinen Kunden gibt er so eine Art Qualitätsgarantie. Und: "Nicht jeder kann Fitness-Coach bei uns werden. Es geht bei uns viel um das Zwischenmenschliche. Wenn wir Potenzial sehen, nehmen wir die Leute an die Hand und machen sie erfolgreich."

Vor Kurzem ist Schulz mit seinem siebenköpfigen "Clean Fitness"-Team in ein größeres Büro in Maxhütte-Haidhof umgezogen. Der Zukunft sieht der Unternehmer positiv entgegen. "Auch durch Corona werden mehr Menschen sensibler für Fitness und Ernährung."

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Sascha Schulz hat dieses Jahr auch ein eigenes Kochbuch herausgegeben. Darin gibt es auch ein Rezept für eine leichte Kürbissuppe.
Service:

Das Ernährungskonzept „Clean Eating“

Dieses Jahr veröffentlichte Sascha Schulz sein eigenes Kochbuch. „Wir haben fast 3 Jahre daran gearbeitet.“ Darin sind über 150 Rezepte enthalten, die eine Ernährung ohne Geschmacksverstärker und künstliche Zusatzstoffe fördern. Viele Rezepte sind vegetarisch oder vegan. Bei „Clean Eating“ handelt es sich um keine Diät, sondern um eine Form der Ernährungsumstellung. Dabei wird auf raffinierten Zucker, Weißmehl, laktosehaltige Lebensmittel sowie Schweinefleisch verzichtet. Als Beispiel stellen wir hier das Rezept für eine leichte Kürbissuppe vor:

  • Für vier Portionen 800 Gramm Hokkaido-Kürbis in Würfel schneiden.
  • Eine Stange Lauch putzen und in Scheiben schneiden.
  • Drei Tomaten waschen, würfeln oder in Scheiben schneiden.
  • Vier Esslöffel Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und den Lauch hinzugeben.
  • Einen Esslöffel Currypulver hinzufügen, bei geschlossenem Deckel dünsten.
  • 1600 Milliliter Gemüsebrühe (heiß) dazugeben und aufkochen lassen. Danach geben Sie die restlichen Zutaten hinzu und kochen alles auf. Bei mittlerer Hitze die Suppe 20 Minuten köcheln lassen und dann pürieren.
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Vier Esslöffel Kürbiskerne und Basilikum als Dekoration verwenden.
Hintergrund:

Sascha Schulz: Tipps für einen "cleanen" Lebensstil

Fitnesstrainer Sascha Schulz hat bisher 1500 Kunden betreut oder beraten. Wer über sein Unternehmen ein Personaltraining bucht, verpflichtet sich für eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten. „Es geht dabei, aus seiner Komfortzone zu kommen und Gewohnheiten zu ändern.“ Wer sich auf eine Zusammenarbeit einlässt, wird individuell beraten. „Wir passen unser Konzept auf die individuellen Lebensverhältnisse an.“ Zudem hilft eine eigens entwickelte Software, die Daten zum Alltag, zu Arbeitszeiten und dem Trainingsziel analysiert. „Dann gibt es einen Ernährungsplan und eine Einkaufsliste mit den Lebensmitteln dazu.“ Der Trainer ist dafür da, den Kunden zu motivieren und ihn bei der Ernährungsumstellung zu unterstützen. Sascha Schulz hat aber auch Tipps, wie die Motivation erhalten bleibt und auf was für einen gesunden Lebensstil geachtet werden muss:

  • Unverarbeitete Lebensmittel essen und frisch kochen.
  • Sport an der frischen Luft machen. „Man kann überall trainieren.“
  • Man muss sich anstrengen, um seine Ziele zu erreichen.
  • Bequemlichkeiten ablegen und diszipliniert das Trainingsziel verfolgen.
  • Zeitmanagement auf Gesundheit ausrichten. Weniger Netflix schauen, dafür mehr Bewegung in den Alltag bringen.

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