22.01.2020 - 12:42 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Tirschenreuth: Grüne sind gegen Bauzwang

Die Tirschenreuther Grünen hatten große Hoffnung, dass auch ihr Ortsverband durch den medialen Hype der Partei mit vielen neuen jungen Nachwuchskräften gestärkt wird. Was andernorts der Fall ist, gilt nicht für die Kreisstadt.

Grünen-Vorsitzender Konrad Schedl bedauerte, dass es noch keine Fortschritte bei den Verhandlungen zum Kauf und der anschließenden Sanierung des Hutschenreuther-Verwaltungsgebäudes gebe.
von Externer BeitragProfil

"Nicht alle Hoffnungen werden sofort erfüllt", sagte Konrad Schedl, Ortsvorsitzender der Grünen in Tirschenreuth, bei der Mitgliederversammlung der Partei im Restaurant Kistenpfennig zum Thema Nachwuchs. Ein Generationswechsel bei den Tirschenreuther Grünen werde in naher Zukunft intensiv angestrebt, heißt es in der Pressemitteilung.

Katrin Roider ergänzt Vorstand

Nachdem Schriftführerin Anne Droste diesen Posten nicht mehr fortführen konnte, war eine Neuwahl erforderlich. Katrin Roider wurde für dieses Amt vorgeschlagen und einstimmig gewählt.

Dann blickte Schedl auf das vergangene Jahr zurück, insbesondere auf seine Arbeit als Stadtrat. In Tirschenreuth gebe es viele städtebauliche Aktivitäten. Dank der soliden Haushaltspolitik, gestützt durch eine starke Wirtschaft und durch viel Geld aus der Stabilisierungshilfe bleibe die Verschuldung sehr überschaubar. "Dadurch werden auch in Zukunft viele weitere Aktivitäten möglich, ohne eine weiterhin solide Haushaltspolitik zu gefährden", betonte der Vorsitzende.

Hutschenreuther: Keine Fortschritte

Er beleuchtete in seinem Bericht die angespannte Wohnungssituation. Vieles werde von der Stadt getan und beworben. So soll die Sanierung der Innenstädte weiter mit Nachdruck verfolgt werden, wozu die Stadt Zuschüsse gewährt. Hier werde wohl die Stadt selbst punktuell aktiver werden müssen, wie sich am Beispiel Abbruch und Neubau "Braunschlägerhaus" schon abzeichnet. Leider machen die intensiven Bemühungen der Stadt bei dem ehemaligen Verwaltungsgebäude Hutschenreuther noch immer keine Fortschritte, die rechtlichen Hürden vor einem Verkauf mit anschießender Sanierung zu überwinden. Das bedauere der Ortsverband.

Ein Investor möchte das Verwaltungsgebäude revitalisieren:

Tirschenreuth

Stadt lockert Vorschriften im Bebauungsplan:

Tirschenreuth

Dagegen seien die Maßnahmen im ehemaligen Schwesternwohnheim schon weit fortgeschritten. Dort sind viele Kleinwohnungen geplant. Dutzende Baugebiete in Tirschenreuth seien laut Schedl seit vielen Jahren unbebaut. "Das Werben der Stadt, diese Bauplätze für Bauwillige zur Verfügung zu stellen, unterstützen wir", sagte Schedl. Er verwies in diesem Zusammenhang auf den Paragraf 176 im Baugesetzbuch, der nicht von Links-Grünen oder Kommunisten geschaffen wurde, sondern seit langer Zeit existiert. So könne die Stadt laut Baugesetz den Eigentümer verpflichten, innerhalb einer zu bestimmenden Frist sein Grundstück dem Bauplan entsprechend zu bebauen. "Andere Kommunen versuchen, mit diesem Paragrafen die Probleme zu entschärfen. Wir denken dass eine Stadt auf dem flachen Land auf dieses Verfahren vorerst verzichten sollte", erläuterte Schedl.

Kirchenstiftung die Verweigerer

Auch die Wünsche von Erbbauberechtigten, das Grundstück kaufen zu können, gehöre dazu. Sie würden nur nach einem Kauf eine Modernisierung des Hauses ins Auge fassen, wusste der Vorsitzende. "Die Kirchenstiftungen als Eigentümer dieser Grundstücke ist hier Verweigerer von Wohnraumschaffung durch Modernisierung." Andernfalls drohe Wohnraum zu verfallen. Die Kirchenstiftungen könnten das Geld doch gut für die Flüchtlingshilfe verwenden, so Schedls Vorschlag.

Daneben gelte es, den Abbruch tatsächlich nicht sanierungsfähiger Häuser zu unterstützen, um einen Neubau auf vorhandenen Baugebieten zu ermöglichen. Einer Ausweisung von ökologisch und sozial ausgerichteten Baugebieten an der richtigen Stelle, stehen die Grünen trotzdem offen gegenüber, betonte Schedl.

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