04.02.2020 - 16:27 Uhr
Oberpfalz

USA rüsten Marine mit neuartigen Atomwaffen aus

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Die USA haben befürchtet, ins Hintertreffen zu geraten. Nun rüsten sie die Marine mit neuen Atomwaffen aus. Experten sehen das mit Sorge.

Im September schoss die US-Marine vor der Küste vor San Diego eine Interkontinentalrakete vom Typ Trident II D5 ohne Sprengkopf vom US-Unterseeboot USS Nebraska (SSBN 739) ab.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die USA rüsten ihre strategischen Atom-Unterseeboote mit neuartigen Nuklearwaffen aus. Die Marine habe den W76-2 Sprengkopf für ihre ballistischen Raketen eingeführt, teilte John Rood, Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium am Dienstag in einer Stellungnahme mit. Die Ankündigung kam wenige Stunden vor der traditionellen Rede des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zur Lage der Nation.

Viele Experten befürchten, dass der neue Atomsprengkopf, der eine Sprengkraft von nur 10 Kilotonnen hat, zur Destabilisierung beiträgt. Derartige Nuklearwaffen würden die Wahrscheinlichkeit eines begrenzten Atomkriegs erhöhen. Die Befürworter der neuen Atomwaffen argumentieren, Russland habe bereits derartige Atomwaffen in seinem Arsenal. Ihre Sorge: Diese könnten das Kalkül unterstützen, es sei möglich, einen regional begrenzten Atomkrieg in Europa zu führen. Darauf hebt auch Reed in seiner Erklärung ab. Die USA hätten den Sprengkopf eingeführt, um "der Überlegung möglicher Gegner, wie etwa Russland, kleinere Atomsprengköpfe böten ihnen einen Vorteil gegenüber den USA und ihren Partnern" zu begegnen.

Die zusätzliche Fähigkeit stärke die Abschreckung, betonte Reed. Die neue Nuklearwaffe unterstreiche den Willen der USA, Feinde abzuschrecken. Die Indienststellung zeige möglichen Gegnern, dass diese keine Vorteile aus einem begrenzten Einsatz von Atomwaffen ziehen könnten. Die USA könnten glaubwürdig und entschieden auf jede Bedrohung antworten.

Der Atomsprengkopf W76-2 ist eine Weiterentwicklung des Nuklearsprengkopfs vom Typ W76-1 mit einer Sprengkraft von 100 Kilotonnen. Der W76-2 verfügt nur über ein Zehntel der Sprengkraft des Vorgängers. Mit dem Sprengkopf werden die U-Boot-gestützten ballistischen Interkontinentalraketen vom Typ Trident II bestückt.

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