09.06.2021 - 17:01 Uhr
VilseckOberpfalz

Beim Brand im Altenheim Vilseck haben Schutztüren Schlimmeres verhindert

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Im Alltag werden Brandschutztüren gern mal mit Keilen offen gehalten. Abgesehen davon, dass das verboten ist, ist es vor allem eines – lebensgefährlich. In Vilseck waren diese Türen nicht blockiert: Das hat sicher Schlimmeres verhindert.

Ein Hinweis auf einer Rauchschutztür erinnert daran: Solche Türen müssen im Ernstfall Bereiche eines Gebäudes automatisch abriegeln, deshalb darf man sie nicht offen halten.
von Heike Unger Kontakt Profil

Dass die schweren Feuerschutztüren beim Brand im Vilsecker Altenheim am Mittwoch eine Katastrophe verhindert haben, davon hatten schon die Einsatzkräfte vor Ort gesprochen. Kreisbrandrat Fredi Weiß bestätigt das im Gespräch mit Oberpfalz-Medien und verbindet dies mit einem Lob an Rettungskräfte und Personal in Vilseck: "Da hat wirklich alles funktioniert." Solche Spezialtüren sollen verhindern, dass sich bei Bränden das giftige Rauchgas in Gebäuden ausbreitet und Menschen in Gefahr bringt. Diese Aufgabe erfüllen so genannte Rauchschutztüren. Es gibt auch noch eine zweite, sträkere Kategorie, die Brandschutztüren: Sie sind so gebaut, dass sie sogar Feuer widerstehen – wenn auch nur für eine begrenzte Zeit.

Fünf Verletzte bei Brand in Alteheim in Vilseck

Schlicht bei Vilseck

Damit diese Türen ihre Aufgabe erfüllen können, dürfen sie nicht verkeilt werden. Tatsächlich werden aber in der Praxis oft Keile eingeschoben, um die schweren Türen offen zu halten. "Das ist verboten", betont Fredi Weiß. Er weiß sehr wohl, "das nervt", vor allem, wenn man im Alltag mehrfach durch so eine Tür muss und das schwere Trumm jedes Mal wieder aufmachen muss. "Das hat schon seinen Sinn", sagt Weiß. "Und es ist sehr gefährlich", wenn im Ernstfall ein aus Bequemlichkeit untergeschobener Keil verhindert, dass sich die Schutztür automatisch schließt. Wenn sie blockiert war, "dann wird das auch verfolgt, wenn es nachgewiesen wird", gibt der Kreisbrandrat zu bedenken – "und das kann man nachweisen." Umso erleichterter ist Weiß, dass in Vilseck alles so gelaufen ist, wie es sein soll.

Sein Amberger Amtskollege, Stadtbrandrat Bernhard Strobl, erinnert sich noch gut an einen ähnlichen Brand im Februar 2007 in Amberg: Damals endete ebenfalls ein Zimmerband im Bürgerspital-Altenheim, zu diesem Zeitpunkt noch an der Bahnhofstraße mitten in der Altstadt, ebenfalls glimpflich. Weil Rauchmelder Alarm gaben und die Brandschutztüren den Bereich abriegelten, gab es nur vier Verletzte mit einer Rauchgasvergiftung.

Solche Schutztüren sind laut Strobl selbstschließend. Das bedeute aber nicht, dass sie im Ernstfall jemanden einsperren: Sie lassen sich dann trotzdem noch öffnen, damit man flüchten kann. In so genannten Sonderbauten – Einrichtungen wie beispielsweise Schulen, Krankenhäuser oder eben Seniorenheime – sind Brandschutzeinrichtungen wie die speziellen Türen vorgeschrieben. Da sie nicht ganz billig sind, sind Bauherren oft nicht begeistert, wenn es um dieses Thema geht. Doch diese Prävention zahle sich aus, wenn es ernst wird, sagt Strobl.

 

 

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