Vilseck
02.05.2026 - 20:05 Uhr
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Schock in Vilseck: 5000 US-Soldaten sollen die Oberpfalz verlassen

Trump macht Ernst mit Abzugsplänen für US-Soldaten aus Deutschland. Auch wenn bei den Planungen der Amerikaner noch vieles unklar ist, scheint es wahrscheinlich, dass der Abzug Vilseck betreffen könnte.

Müssen die Stryker weg aus Vilseck? Neue Berichte nähren Spekulationen um den Abzug von US-Soldaten des 2. US-Kavallerieregiments. Archivbild: Capt. Jennifer Cruz
Müssen die Stryker weg aus Vilseck? Neue Berichte nähren Spekulationen um den Abzug von US-Soldaten des 2. US-Kavallerieregiments.

Nachdem das US-Kriegsministerium Abzugspläne für US-Soldaten aus Deutschland öffentlich gemacht hat, spekulieren Militärexperten darüber, dass dieser Abzug das 2. US-Kavallerieregiment betreffen dürfte. Die Einheit ist schon seit dem Jahr 2006 in den Rose-Barracks in Vilseck stationiert. Von dort könnte die Einheit in einem Zeitraum von 6 bis 12 Monaten zurück in die USA verlegt werden, sollten sich die Spekulationen bewahrheiten.

Hintergrund ist eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, über einen Abzug von Truppen aus Deutschland nachzudenken. Am Freitag bestätigte dann das US-Kriegsministerium, dass Minister Pete Hegseth eben diesen Abzug angeordnet hat. Zunächst gab es von Hegseth keine näheren Angaben. Sein Staatssekretär Sean Parnell konkretisierte jedoch am Freitagabend (US-Zeit), dass der Abzug in der genannten Zeit von höchstens einem Jahr abgewickelt werden solle.

US-Experten spekulierten zunächst, dass vom Abzug sogenannte rotierende Truppen betroffen sein könnten, die seit Beginn des Ukrainekriegs jeweils im Sechs-Monats-Rhythmus nach Deutschland kommen, ohne hier dauerhaft stationiert zu sein. Allerdings zitieren US-Medien den Hegseth-Sprecher Parnell auch mit der Aussage, dass „eine Kampfbrigade und ein Langstrecken-Artilleriebataillon“ betroffen sein sollen. Letztere sollte erst demnächst nach Deutschland verlegt werden. Diese Verlegung solle es nun nicht geben.

Marschflugkörper abgesagt

Bei dieser Einheit dürfte es sich um die Soldaten handeln, die im Zusammenhang mit der geplanten Stationierung neuer Marschflugkörper und Hyperschallraketen nach Deutschland kommen sollten. Diese Stationierung hatte der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz mit US-Präsident Joe Biden im Jahr 2024 vereinbart. Der Standort für die neuen Raketen war bisher nicht öffentlich gemacht worden, immer wieder wurde der Übungsplatz Grafenwöhr genannt. Erst zu Ostern hatte es dort noch eine Demonstration gegen die Stationierung gegeben. Militärexperten hielten dies aber für unwahrscheinlich und nannten meist die Region Wiesbaden als realistischen Standort.

Der Verweis auf den Abzug einer Kampfbrigade lässt Experten nun allerdings nach Vilseck blicken. Unter anderem bringen die Analysten der US-Armee-Zeitung „Stars and Stripes“ die 4500 bis 5000 Soldaten der sogenannten Stryker-Brigade aus den Rose-Barracks als logische Einheit für den Abzug ins Spiel: „Vor dem Hintergrund, dass die Vilsecker Einheit die einzige Kampfeinheit in Brigadegröße in Deutschland ist, scheint es nun erneut um das Zweite Kavallerie-Regiment zu gehen“, heißt es in einem am Samstag veröffentlichten Text.

Nicht zum ersten Mal

„Erneut“, weil die Stryker-Brigade tatsächlich schon in Trumps erster Amtszeit für einen Abzug vorgesehen war. 2020 hatte der Präsident angekündigt, 12.000 Soldatinnen und Soldaten abzuziehen. Damals waren die Pläne zumindest indirekt damit begründet worden, dass Deutschland zu wenig in die eigene Sicherheit investiere und die Kosten allein den USA überlassen wolle. Nachdem Trump die Wahl gegen Biden verloren hatte, waren die Pläne nicht weiter verfolgt worden.

Diesmal wird aus dem US-Kriegsministerium auf eine Neuausrichtung bei den Standorten verwiesen, der eine langfristige Analyse vorausgegangen sei. Beobachter sehen Präsident Trumps Verärgerung über Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz im Zusammenhang mit dem US-Krieg im Iran als tatsächliche Ursache für die Abzugsentscheidung.

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Vilseck03.05.2026
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