28.02.2019 - 16:44 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Wölfe: Zwei weitere Sichtungen

Das am Samstagfrüh beim Hackschnitzelwerk Vohenstrauß gesichtete Tier kann laut Fachstelle nicht zweifelsfrei als Wolf identifiziert werden. Dafür gebe es weitere Sichtungen aus der Region, die gerade überprüft werden.

Das Bildmaterial ist zu schlecht, um hier bei Vohenstrauß zweifelsfrei einen Wolf zu identifizieren. Das meinen das Landesamt für Umwelt und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf.
von Christine Walbert Kontakt Profil

Zweifelsfrei fest steht, dass im Truppenübungsplatz Grafenwöhr der Wolf umgeht. Erstmals aber tappte er in diesen Tagen nicht in der Mitte des Areals herum. Vielmehr kam er laut Fotofalle der Siedlung Netzaberg nahe.

Neue Sichtung bei Netzaberg

Netzaberg bei Eschenbach

Im Fall Vohenstrauß sagt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) gegenüber Oberpfalz-Medien: „Das Ergebnis der Prüfung ist, dass die Aufnahme aufgrund der schlechten Bildqualität nicht für eine zweifelsfreie Identifizierung ausreicht.“ Vielmehr werde die Meldung – auch nach Zweiteinschätzung durch die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) – als nicht bestätigter Hinweis gewertet. Die Mitteilung erhält auch Hans Lehner aus Weiden. Lehner, ein erfahrener Jäger im Jagdschutz- und Jägerverband Weiden-Neustadt, engagiert sich seit 20 Jahren für das „Netzwerk Große Beutegreifer“. Seine Aufgabe ist, Daten aufzunehmen, zu dokumentieren und sie an die zuständige Stelle weiterzuleiten. Zusammen mit der detaillierten Meldung hatte er drei Bilder von dem Tier an das LfU geschickt.

Polizeichef bestätigt Gerüchte

Vohenstrauß

Als 100-prozentigen Nachweis brauche es laut Lehner einen DNA-Abgleich, für den aber Speichel oder Losung des Tieres notwendig wären. Seit der Meldung am Samstag habe der Netzwerker in der Region zwei weitere mögliche Wolfssichtungen registriert. In einem der Fälle habe er eine DNA-Probe nehmen können, die nun im Labor untersucht wird. Dies bestätigt das LfU: „Weitere Sichtungen aus der Region [...] werden ebenfalls als nicht bestätigter Hinweis gewertet.“ Bei Roschau (Gemeinde Theisseil) seien genetische Proben genommen worden. Mit Ergebnissen durch das nationale Referenzlabor sei in drei Wochen zu rechnen. Zudem gebe es Aufnahmen einer Fotofalle. Sie würden derzeit noch ausgewertet.

Roschau: Wolf eindeutig identifziert

Theisseil

Mittlerweile gibt es bayernweit 150 Mitglieder im „Netzwerk Große Beutegreifer“. Sie können Hinweise auf Luchs, Wolf oder Bär und mögliche Risse von diesen großen Beutegreifern fachgerecht dokumentieren. Die „Netzwerker“ sind freiwillig als Ansprechpartner und Rissbegutachter vor Ort tätig und bieten damit wertvolle Hilfestellung für betroffene Landwirte und Jäger. Sie erstellen eine standardisierte Dokumentation über einen Hinweis und sichern so wichtige Details und Indizien, um den möglichen Verursacher herauszufinden.Hubert Anton, Leiter des Fachbereichs Naturschutz beim Forstbetrieb Grafenwöhr und Wolfsbeauftragter, sagt: „Wenn der Mensch Abstand zum Wolf hält, ihn nicht anfüttert oder zähmt, kann das entspannte Nebeneinander bestehen bleiben.“

Hier tappte definitiv ein Wolf in die Fotofalle – und zwar im nordöstlichen Wald des Truppenübungsplatzes in der Nähe des Tores 20, der Auffahrt zur Netzabergsiedlung.

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