03.11.2021 - 13:37 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Eine wachsende Gemeinschaft im Klostergarten Waldsassen

Eine Premiere gab es jetzt in der Umweltstation unter dem Dach der Stiftung Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen. Zum ersten Mal wurden zwei Kräuterführer-Lehrgänge beendet – mit der Übergabe der Zertifikate an die 36 Teilnehmer.

Eine der Teilnehmerinnen während der mündlichen Prüfung: In einem 20-minütigen Vortrag mussten Pflanzenwissen, Anwendungsformen und Verarbeitungsmöglichkeiten gezeigt werden.
von Externer BeitragProfil

„Den Schlüssel für das Tor zur Welt der Kräuterheilkunde“, so heißt es in der Pressemitteilung der Umweltstation zum Abschluss der beiden Kräuterführerlehrgänge der Umweltstation Waldsassen, halten die Absolventen in ihren Händen. Die Übergabe der Zertifikate der Abtei Waldsassen bildete den erfolgreichen Abschluss des sechsmonatigen Lehrgangs in Waldsassen.

Die Bestimmung von Wild- und Kulturpflanzen, die Kenntnisse über Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen von Heilkräutern, Anwendung und Herstellung von naturheilkundlichen Produkten – der Inhalt des Kräuterführerlehrgangs ist umfangreich und zum ersten Mal in der Geschichte fanden parallel zwei Kurse der Stiftung Kultur- und Begegnungszentrum statt – nicht wegen eines pandemiebedingten Kursausfalls, sondern aufgrund der großen Nachfrage für diese Ausbildung: Darauf weist Karo Wenisch von der Umweltstation in einer Pressemitteilung hin.

Qualifizierte Dozenten

„Inzwischen findet man in nahezu jedem Hauswirtschaftslehrgang einen zertifizierten Kräuterführer“, freute sich Else Köstler als Projektunterstützerin bei der Übergabe der Zertifikate. Vor allem die qualifizierten Lehrgangsdozenten hätten die Kursteilnehmer mit ihrer Fachkompetenz in den Lehreinheiten zur Pflanzenkunde, Rhetorik und zu den Spezialthemen Hildegard von Bingen und Lehre nach Pfarrer Sebastian Kneipp begeistert.

Von den 40 Kursteilnehmern in diesem Jahr stellten sich 36 der Abschlussprüfung, bestehend aus einer mündlichen und schriftlichen Prüfung sowie der Gestaltung eines Herbariums. Weit über die oberpfälzischen Grenzen hinaus reisen die Kräuterinteressierten an, um ihr Wissen in der Klosterstadt zu erweitern. Für die bereits zertifizierten Kräuterführer gibt es im Jahresprogramm der Umweltstation weitere Aufbauseminare.

Seit Jahrhunderten bekannt

„Mit jedem qualifizierten Kräuterführer wächst die Gemeinschaft und das Wissen um die Kräuterheilkunde“, freute sich Karo Wenisch als stellvertretende Leiterin der Umweltstation. Denn vielfach seien Anwendungsformen und Wirkungsweisen seit Jahrhunderten bekannt und nur in Vergessenheit geraten.

Im Kursangebot der Stiftung finden sich viele Angebote aktiver Kräuterführer, wie beispielsweise die sonntäglichen Gartenführungen zu den Themen Kneipp, Hildegard von Bingen und die Familienführungen. "So können alle von dem Kräuterwissen erfahren, ganz einfach bei einem Spaziergang durch den Naturerlebnisgarten", heißt es dazu in der Mitteilung.

Auch im kommenden Jahr sind wieder zwei Lehrgänge geplant, trotz eines erhöhten Aufwands zur Einhaltung des Hygienekonzepts. „Während des Lehrgangs schwitzen im Gewächshaus des Klostergartens nicht nur unsere Tomatenpflanzen, sondern auch die künftigen Kräuterführer“, erinnerte Wenisch laut Mitteilung schmunzelnd an den außergewöhnlichen Schulungsraum im Sommer: Um die Abstandsregeln einhalten zu können, wurde dafür das Treibhaus im Naturerlebnisgarten genutzt.

Das neue Jahresprogramm der Umweltstation Waldsassen wird bereits vorbereitet

Waldsassen
Die Teilnehmer des Kräuterführerlehrgangs bei der Übergabe der Zertifikate.
Hintergrund:

Großes Interesse am Kräuterführer-Lehrgang

  • 340 Kräuterführer zählt nun die Umweltbildungseinrichtung seit Lehrgangsbeginn im Jahr 2008.
  • Initiiert wurde der Lehrgang einst von Diplomökologe Marco Werner in Kooperation mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
  • Seither hat die Umweltstation das Fortbildungsangebot im Bereich der Heilkräuterkunde im Programm. Die Nachfrage sei nach wie vor groß, heißt es.
  • Die Vorsitzenden des Stiftungsrates, Äbtissin Laetitia Fech und Bürgermeister Bernd Sommer, ließen ihre Glückwünsche im Grußwort überbringen und freuten sich über die wachsende Gemeinschaft im Klostergarten.

„Mit jedem qualifizierten Kräuterführer wächst die Gemeinschaft und das Wissen um die Kräuterheilkunde.“

Karo Wenisch, stellvertretende Leiterin der Umweltstation

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