12.06.2020 - 14:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nach Coronavirus im Restaurant "Pallas" in Weiden: Keine Angst bei anderen Wirten

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Wohl bis zum 18. Juni bleibt das Restaurant "Pallas" in der Altstadt in Weiden geschlossen. Der Grund: Ein Mitarbeiter hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Was bedeutet der Vorfall nun für die örtliche Gastronomie?

"Bitte auf Abstand achten!" Das Coronavirus hat den Alltag in der Gastronomie verändert.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Schnell machte am Dienstag die Nachricht die Runde: Alexandros Smardenkas, Geschäftsführer des griechischen Restaurants "Pallas" in der Weidener Altstadt, bestätigte gegenüber Oberpfalz-Medien, dass ein Mitarbeiter in der Küche positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Die Infektion sei bei einem Routine-Test im Krankenhaus, in dem der Mitarbeiter wegen einer anderen Sache behandelt wurde, festgestellt worden. Das Restaurant bleibt nun voraussichtlich bis zum 18. Juni geschlossen.

"Pallas" in Weiden wegen Infektion geschlossen

Weiden in der Oberpfalz

Pandemieplan vorbereitet

Was bedeutet der Vorfall für die örtliche Gastronomie? Robert Drechsel, Kreisvorsitzender beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) in Weiden und Neustadt, glaubt nicht, dass sich dadurch etwas an der aktuellen Situation ändert: "Mit Sicherheit ist der eine oder andere ängstlich. Aber das Virus ist nun mal hier. Wir müssen irgendwie weitermachen, sonst hätten wir gar nicht erst aufzusperren brauchen." Grundsätzlich bedeute eine bestätigte Infektion nach seinem Kenntnisstand auch nicht immer zwangsläufig die Schließung des Betriebs. "Ich vermute stark, im ,Pallas‘ ist das ein besonderer Fall."

Drechsel glaubt nicht, dass dadurch nun zusätzliche Maßnahmen in der örtlichen Gastronomie umgesetzt werden müssen. Alle Gaststätten hätten vor Öffnung bereits einen Pandemieplan für genau diese Situation ausgearbeitet. "Trotzdem tut eine Schließung in dieser Zeit sicher weh. Neben dem wirtschaftlichen Schaden kann natürlich auch ein Imageschaden entstehen. Corona ist doch irgendwie ein Unwort und negativ behaftet." Trotzdem müsse kein Gast Angst davor haben, ein Restaurant zu besuchen. "Am Beispiel vom ,Pallas‘ sieht man auch, dass das System funktioniert und die Gastro überwacht wird."

Wirte in Weiden bleiben entspannt

Die Wirte in der Weidener Altstadt, die rund um das "Pallas" ihre Lokale betreiben, zeigen sich trotz des Vorfalls entspannt. Ferdinand Runt vom "Kir Royal", nur ein paar Häuser weiter, gesteht, dass er erstaunt sei über die Nachricht. Es habe aber "keine größere Panik unter den Beschäftigten gegeben". Teresa Spinelli arbeitet im "Wam No 1", dem Nachbar-Restaurant des "Pallas" am Unteren Markt. Angst habe sie wegen der Infektion nicht, aktuell laufe der Betrieb normal. "Bis jetzt hat niemand seine Reservierung für die kommenden Tage bei uns storniert."

So lief der Start der Innen-Gastronomie

Weiden in der Oberpfalz

Am vergangenen Sonntag sei es sogar noch voller gewesen als sonst. Nur hin und wieder, würden sich Gäste nach dem "Pallas" erkundigen. "Ich glaube schon, dass einige Gäste nun Angst haben. Aber gespürt habe ich davon noch nichts." Auch bei Konstantin Balis vom griechischen Restaurant "Kostas" läuft alles entspannt. "Wir haben keine Angst, die Leute müssen auf die Maßnahmen achten, aber das ist alles kein Problem." Jiri Mihok vom "BräuWirt" glaubt, dass erst die nächsten Tage zeigen werden, ob der Vorfall einen Einfluss auf die Gästezahl nimmt. "Im Moment war das Wetter schlecht, da sind es allgemein weniger Gäste."

Gäste immer noch zurückhaltend

Auch bei den Wirten im Landkreis Neustadt ist von Beunruhigung nichts zu spüren. "Gott sei Dank", sagt Lena Vollath vom "Café Friedrich" in Vohenstrauß. "Ich hab den Feiertag über gearbeitet und den ganzen Tag nichts zu dem Thema gehört. Weder von Gästen noch von Kollegen." Lediglich im privaten Umfeld sei der Vorfall ein Gesprächsthema gewesen. Jürgen Füssl von der "Wirtschaft" in Altenstadt spürt keine Auswirkungen des Weidener Falls, räumt aber ein: "Das Aufkommen ist insgesamt sehr zurückhaltend. Auch Stammgäste sagen, dass sie keine Lust auf das Tragen der Maske haben."

Hoffnung auf gutes Wetter

Seine Hoffnung liege nun beim schönen Wetter der kommenden Tage. "Ich bin sehr gespannt, wie das wird." Ansonsten sei die Situation der Wirte nach wie vor kaum wirtschaftlich rentabel. "Da kann man nix machen, das Jahr ist so gut wie gelaufen." In der Taverne Santorini in Neustadt das gleiche Bild, wie Iliana Evgenieva berichtet: "Es kamen nur sehr wenige Gäste, seitdem wir öffnen dürfen." Für zusätzliche Verunsicherung sorge der aktuelle Vorfall in Weiden nicht. "Irgendwie müssen wir eben weitermachen."

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Der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) fordert eine Lockerung der Corona-Auflagen für die Gastronomie

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So reagiert das Gesundheitsamt bei einer Infektion in der Gastro :

Viele Gäste, die zuvor im "Pallas" gegessen hatten, haben sich Gedanken über eine mögliche Infektion gemacht. Das Gesundheitsamt würde Betroffene jedoch nur bei einem Infektionsrisiko informieren. Die Pressesprecherin der Stadt Weiden, Roswitha Ruidisch, erklärt: "Gäste werden nur informiert, wenn für sie ein Infektionsrisiko bestanden haben kann." Vorwiegend gehe es dabei um die Enge und Dauer des Kontakts zwischen Gästen und Mitarbeitern. "Der Kontakt zwischen Bedienpersonal und Gästen birgt beispielsweise ein eher geringes Risiko, vor allem wenn ein Mundschutz getragen wurde." Das allgemeine Vorgehen des Gesundheitsamts orientiere sich stark am Einzelfall und einigen Kriterien: Die Enge des Kontakts, die Dauer der Anwesenheit und die Intensität der Symptome des Erkrankten seien dabei entscheidend.

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