01.07.2020 - 10:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Einigung im Berufungsverfahren: Auto-Brandstifter geben Taten zu

Das Amtsgericht Tirschenreuth hatte zwei Männer wegen Diebstahl, Brandstiftung und Sachbeschädigung verurteilt. Im Berufungsverfahren einigen sich die Verteidiger und die Staatsanwaltschaft auf einen Deal.

Symbolbild.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Etwa 90 Minuten dauerte das von Richter Reinhold Ströhle angeregte Verständigungsgespräch zwischen den Verteidigern der beiden Angeklagten und der Staatsanwaltschaft. Schon zu Beginn der Berufungsverhandlung sprach der Richter den Angeklagten, Andreas E. (45) und Alexander H. (41), ins Gewissen. Mit einem Freispruch sei nicht zu rechnen. Er regte an, dass sich auch die Verteidiger dahingehend beraten sollten, ob die Berufung nicht auf das Strafmaß eingeschränkt werden sollte, da einige Anklagepunkte wohl kaum auszuräumen seien.

Gegen das Urteil des Amtsgerichtes Tirschenreuth hatten sie Berufung eingelegt. Das hatte Andreas E. und Alexander H. im März 2019 wegen Diebstahls, Brandstiftung und Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von je zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Sie hatten im Juli 2017 in Regenstauf einen BMW gestohlen, waren mit diesem bis in den Kreis Tirschenreuth gefahren, und hatten das Fahrzeug in der Nähe von Großkonreuth wegen eines technischen Defekts abgestellt. Um die Beweise zu vernichten hatten sie das Auto danach in Brand gesteckt. Beide Männer standen unter Drogeneinfluss und waren schließlich in Tirschenreuth festgenommen worden.

Amtsgericht Tirschenreuth: Angeklagte wegen Brandstiftung und Diebstahl verurteilt

Tirschenreuth

Die Verteidiger und die Staatsanwaltschaft einigten sich nun in der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Weiden in einer Verhandlungsvereinbarung. Die Anklage wegen Diebstahls wurde fallen gelassen. So blieben noch die Anklagepunkte wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung. Andreas E. und Alexander H. räumten diese Taten nun in vollem Umfang ein, nachdem sie vor dem Amtsgericht Tirschenreuth zu den Vorwürfen noch geschwiegen hatten.

Alexander H. wurde schließlich zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Angerechnet wurde ihm dabei ein Urteil des Amtsgerichtes Amberg in einer anderen Strafsache. Die dort verhängte angeordnete Unterbringung in einer Therapie-Einrichtung wegen seiner Drogensucht bleibt bestehen.

Auto gestohlen und angezündet: Angeklagte schweigen

Tirschenreuth

Andreas E. hatte sich im vergangenen Jahr freiwillig einer Drogentherapie unterzogen. Der Amberger Landgerichtsarzt, der als Sachverständiger geladen war, bescheinigte ihm eine günstige Prognose, da er bereits in der letzten Phase der Behandlung sei und bald in eine sozialtherapeuthische Wohngemeinschaft umziehen werde. Diesen Schritt in die richtige Richtung rechnete ihm auch das Landgericht Weiden positiv an und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung. Zudem muss er die begonnene Therapie erfolgreich zu Ende bringen und sich regelmäßigen Drogentests unterziehen.

"Wir haben von einem höheren Strafmaß abgesehen, um den Angeklagten eine Chance zu geben, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen", erklärte der Richter. "Sie haben beide Familie, bemühen Sie sich doch", appellierte Richter Ströhle bei der Urteilsbegründung an die Angeklagten, die beide zahlreiche Vorstrafen haben und auch schon im Gefängnis saßen.

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