16.01.2019 - 16:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kurze Nächte im Schneechaos

Seit Sonntag ist der Räumtrupp des THW Weiden im Berchtesgadener Land im Dauereinsatz. Trotz Knochenjobs ist die Stimmung unter den Helfern gut. "Uns geht es hervorragend, auch wenn die Nächte kurz sind", sagt Markus Koller.

Schaufeln und "Schneehexen" sind im Dauereinsatz. Bis Sonntag werden die THW-Helfer aus Weiden noch in der Krisenregion benötigt.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Seit Sonntag ist der Räumtrupp des THW Weiden rund um Berchtesgaden im Dauereinsatz. Trotz Knochenjob ist die Stimmung unter den Helfern gut. "Uns geht es hervorragend, auch wenn die Nächte kurz sind", sagt Markus Koller. Wir erreichen den Gruppenführer beim Einsatz im Ortsteil Buchenhöhe auf knapp 1000 Meter Höhe. Die Telefonverbindung ist nicht besonders, die Schneemassen haben den Mobilfunkmasten geknickt. Die Kommunikation der Helfer mit der Leitstelle wird zwischendurch per Kurierfahrer bewerkstelligt. Koller und seine Männer räumen gerade gemeinsam mit Einheiten der Bundespolizei den Parkplatz eines Berghotels.

Seit Sonntag ist der Räumtrupp aus Weiden in der Krisenregion. Die Arbeit ist kräftezehrend. "Aber wir sind froh, dass wir helfen können. Die Bevölkerung ist so dankbar. Uns geht es hier hervorragend, die Verpflegung ist gut, auch wenn die Nächte kurz und unruhig sind."

Nach und nach legt sich das Chaos der vergangenen Tage. Die wichtigsten Straßen sind wieder passierbar, die akute Phase vorbei. "Neuer Schnee ist erstmal keiner angesagt, aber wir haben hier auch genug", sagt Koller. Und der muss weg, vor allem von den Dächern. Einige Hundert sind es noch, die freigeschaufelt werden müssen. Und wohin mit dem ganzen Schnee? "Wir schaffen ihn zum Sportplatz und laden ihn dort ab. Von dort wird er mit einer Schneefräse in den umliegenden Wald geblasen. Irgendwo muss er ja hin", erklärt der Gruppenführer. Not mache erfinderisch.

Unterdessen rollt am Mittwoch der Nachschub aus der Oberpfalz an. 14 frische Helfer der THW-Ortsgruppe Weiden treffen bis zum Abend in Berchtesgaden ein. Diesmal ist Andreas Duschner im "Fronteinsatz" mit dabei. Der Ortsbeauftragte war nach seinem Einsatz in München zwischenzeitlich zwei Tage zu Hause, und auch mal kurz in der Arbeit, wie er erzählt. Sein Arbeitgeber hat ihn für weitere drei Tage freigestellt. Auch die Unternehmen der anderen Helfer ziehen mit. "Die Unterstützung ist einfach top", freut sich Duschner.

Die Schichtablösung besteht aus einem Zugtrupp und der 2. Bergungsgruppe unter Leitung von Jürgen Kurzwart. "Auch unser Baufachberater ist dabei. Auf ihn warten viele Häuser, deren Statik er prüfen muss", so der Ortsbeauftragte. Wo genau der Trupp gebraucht wird, wissen die Helfer noch nicht. "Weiden wird aber unter anderem in der Einsatzabschnittsleitung Führungsaufgaben übernehmen." Der Einsatz soll bis Sonntag dauern.

Weitere Helfer aus Weiden bereiten sich auf Einsatz vor.

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