Weiden in der Oberpfalz
29.05.2018 - 15:55 Uhr

Schmerzen im Fuß bleiben

Mit Marihuana will ein 55-Jähriger seine Schmerzen betäuben. Für seine illegale Drogenplantage verurteilte das Weidener Schöffengericht ihn jetzt zu einer Bewährungsstrafe.

(rns) Gegen seine schon lange andauernden Schmerzen im Fuß empfahl ein Arbeitskollege einem 55-Jährigen, es doch mal mit Marihuana zu versuchen. Den Samen bekam der Mann auch gleich von dem Amerikaner. Überraschenderweise gediehen die Pflänzchen im, nach hinten offenen Garten seines Hauses im westlichen Landkreis, erstaunlich gut. Bei zufälligen Vermessungsarbeiten wurden sie entdeckt und die Polizei rückte an. Die Beamten stellten fünf 110 bis 304 Zentimeter hohe Pflanzen sicher, aus denen bis zu 370 Gramm Marihuana hergestellt hätte werden können. Außerdem fanden sie in einem Nebengebäude und der Speisekammer zum Trocknen aufgehängte Blütendolden und weitere 118 Gramm. Am Dienstag stand der Arbeiter vor dem Schöffengericht.

Aus der Ernte vom letzten Jahr habe er achtmal probiert, berichtete der Angeklagte. Geholfen habe es nicht gegen seine Schmerzen. Richter Hermann Sax sprach die Hoffnung aus, dass das Verfahren wegen Drogenbesitzes ihn „heilen“ werde. Gleichzeitig wies Sax darauf hin, dass er sich vielleicht sogar das „Zeug“ von einem Arzt hätte verschreiben lassen können. Trotz des Geständnisses, solider Verhältnisse und einer bisher blütenweißen Weste blieb es bei dem Delikt „Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“.

Staatsanwältin Carina Särve verkannte nicht, dass es sich um eine „weiche“ Droge handelte, beantragte aber ein Jahr auf Bewährung. Rechtsanwalt Stephan Schütz bat für seinen „schuldeinsichtigen und reuigen Mandanten“ um Milde und eine „erheblich geringere Strafe“. Richter Sax und die beiden Schöffen urteilten auf neun Monate, die, unter der Auflage 2000 Euro an die Verkehrswacht Neustadt zu bezahlen, zur Bewährung ausgesetzt wurden. Sowohl die Anklagevertreterin als auch der Verurteilte nahmen das Urteil sofort an.

 
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