04.11.2021 - 15:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sohn zeigt Vater wegen angedrohter Watschen an

Einem Vater gefällt der Lebenswandel seines Sohn nicht. Er droht diesem mit "Watschn" und fordert Geld. Der junge Mann zeigt seinen Vater an. Es ging vors Gericht in Weiden.

Ein 51-jähriger Mann stand wegen räuberischer Erpressung vor Gericht.
von Autor hczProfil

„Wenn du nicht zahlst, passiert dir was!“ drohte ein 50-Jähriger seinem Sohn kurz nach dessen 18. Geburtstag. Und dazu noch eine "gscheite Watschn“. Was war passiert? Der Lehrling hatte seine Ausbildung hingeworfen, wollte „sein Leben nach seinen Regeln“ leben und zog zuerst zu einer Freundin, dann zur Oma. Das Kindergeld überwies ihm seine Mutter unregelmäßig. Der Vater machte eine Gegenrechnung auf. Für Anschaffungen des Sohnes, für die Renovierung seines alten Zimmers, für Handykosten und Rechtsanwaltgebühren wollte er 800 Euro.

Der junge Mann blieb hartnäckig. Er wollte das Kindergeld und das Geld von seinem Sparbuch, von dem die Mutter zwei Tage vor seinem 18. Geburtstag 1000 Euro abgehoben hatte. Bei einem Besuch des jungen Mannes im Haus der Eltern eskalierte die Angelegenheit. Es fielen die eingangs erwähnten Worte. Der 18-Jährige nahm die Drohungen ernst und erstattete Anzeige bei der Polizei.

Geldauflage statt Gefängnis

Der Vorfall wurde nun vor dem Weidener Schöffengericht verhandelt. Der Vater musste sich wegen räuberischer Erpressung verantworten (§255 Strafgesetzbuch). Obwohl Richter Hubert Windisch sein Missfallen über die Worte des mittlerweile 51-Jährigen äußerte („So geht man nicht mit einem 18-Jährigen um“), folgte er, mit Zustimmung von Staatsanwältin Dr. Franziska Enghofer, der Anregung von Rechtsanwalt Rouven Colbatz.

Der Verteidiger schlug vor, die Drohungen auf den Tatbestand der Nötigung zu reduzieren. Somit war man weg von einem „Verbrechen“ und konnte den Prozess gegen eine Geldauflage einstellen. Der Lastwagenfahrer muss 1020 Euro in sechs Raten an den Verein „Jugend fördern – Grenzen überwinden“ zahlen.

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