18.02.2021 - 17:18 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sonderschichten und Riesennachfrage: Friseure im Kreis Neustadt und Weiden in den Startlöchern

Ab 1. März dürfen Friseure wieder öffnen. Seit das beschlossen wurde, laufen Telefone und Anrufbeantworter bei Läden im Kreis Neustadt und in der Stadt Weiden heiß. Aber nicht alle können sofort drankommen.

Daniel Schmucker in seinem Friseurgeschäft in Vohenstrauß. Wenn im März wieder Kunden in seinen Salon kommen dürfen, will er ein bis zwei Stunden täglich mehr arbeiten.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Die Lage in Vohenstrauß

Die letzte Zeit war für Friseur Daniel Schmucker nicht einfach. Um sein Geschäft in Vohenstrauß finanziell über Wasser halten zu können, hat er die Kosten für seinen Laden, so weit es ging, heruntergefahren. Um privat seine Miete bezahlen zu können, nahm er im Januar gar einen 450-Euro-Job an. Den gibt der Friseur aber bald auf, wenn er wieder "gute elf Stunden täglich im Salon" steht. Denn der März-Terminkalender ist bereits gut gefüllt, verrät Schmucker280 Mal hat bei ihm das Telefon allein von Donnerstag an bis Montagmittag geklingelt. Jeden Anruf notiert er auf einer Strichliste. Allein übers Wochenende sprachen etwa 40 Kunden auf seinen Anrufbeantworter. Jeden davon ruft der Friseur zurück, wenn er im Laden ist. Solange der noch zu ist, ist Schmucker mittwochs bis freitags dort, um Anrufe persönlich anzunehmen. Er rechnet mit rund acht Wochen, um den ersten Kundenansturm zu bewältigen. Nach Bedarf möchte er seinen Laden von Dienstag bis Freitag ein bis zwei Stunden länger öffnen.

Die Lage in Windischeschenbach

Daniela Schedl ist glücklich. Im März eröffnet sie endlich ihren eigenen Friseurladen in Windischeschenbach. Eigentlich hätte es schon Anfang Januar losgehen sollen. Der Salon ist ein Neubau, der 2020 in Eigenregie entstanden ist. Die 34-Jährige lässt sich von Corona nicht unterkriegen, sie verfolgte auch im vergangenen Jahr optimistisch ihren Plan von der Selbständigkeit. Haarschnitte würden immer nachgefragt, auch in zehn Jahren noch. Und selbst wenn sie zumachen müsse, sagt sie positiv: "Es gibt für alles eine Lösung." Aber erst mal steht die Eröffnung an: Die Friseurin möchte ihren Salon in den ersten beiden Märzwochen länger als üblich öffnen. Auch, um erst einmal den Ablauf in ihrem neuen Laden zu testen, wo sie gemeinsam mit zwei Mitarbeiterinnen arbeiten wird.

Die Lage in Eschenbach

Wir sind die ersten beiden Märzwochen schon gut ausgebucht.

Friseurin Carmen Witzl, die einen Salon in Eschenbach betreibt.

Friseurin Carmen Witzl, die einen Salon in Eschenbach betreibt.

"Wir sind die ersten beiden Märzwochen schon gut ausgebucht", sagt Carmen Witzl, Inhaberin eines Friseursalons in Eschenbach. Als der Beschluss zur früheren Öffnung der Friseure verkündet wurde, rief prompt schon eine Stammkundin bei ihr an. Witzl hat dann bis spät an diesem Abend Termine verteilt. Den Kunden, sagt sie, sei es oft egal, wann genau ein Termin frei ist. "Ich nehme alles", sei die Devise. Manche würden sich gar extra für den Friseurbesuch freinehmen. Friseurmeisterin Witzl bietet am 1. März, einem Montag, an dem ihr Laden normalerweise geschlossen ist, einen Sonderöffnungstag an. Generell ein offener Montag oder längere Öffnungszeiten seien aber nicht geplant.

Der Kampf um einen Friseurtermin: So könnte es klappen

Weiden in der Oberpfalz

Die Lage in Neustadt/WN

Bei Franziska Koschkar, die ein Friseurstudio in Neustadt betreibt, ist der Terminkalender für März schon fast voll. Vor allem Frauen haben bei ihr angefragt. "Männer sind eher kurzentschlossen. Die kann man schon irgendwo mit reinpressen." Um den ersten Ansturm zu bewältigen, plant sie mit längeren Arbeitszeiten. Sie glaubt, dass die Nachfrage Ende April abflachen wird. Koschkar ist Mutter von Zwillingen im Alter von eineinviertel Jahren. Deshalb arbeitet sie eigentlich halbtags. Wenn sie im März wieder öffnet, will sie jede zweite Woche Vollzeit in ihrem Laden stehen. Weil ihre Kinder dann wieder in die Krippe gehen könnten und sie ihr Mann unterstützt, sei das für sie machbar.

Die Lage in Weiden

Bei Friseur Holzgartner in Weiden wollen ebenfalls schon viele Damen einen Termin ausmachen. Die Folge: Inhaberin Sandra Meier ist in der ersten Märzwoche bereits komplett ausgebucht, die zweite ist "auch schon fast voll". Am vorvergangenen Donnerstagmorgen um 7.30 Uhr klingelte bei ihr das erste Mal das Telefon. Seither laufen die Vorbereitungen für die Kunden auf Hochtouren.

Hintergrund:

Das gilt beim Friseurbesuch

  • Friseurtermine sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich
  • Kunden müssen durchgehend eine FFP2-Maske tragen
  • Friseure können eine medizinische Mund-Nase-Maske tragen
  • Ein Abstand von mindestens 1,5 Metern ist um jeden Arbeitsplatz in alle Richtungen einzuhalten
  • Bei körpernahen Arbeiten (wie Wimpern färben) müssen Friseure ein Face-Shield und eine FFP2-Maske tragen
  • Bevor der Friseur loslegt, werden die Haare der Kunden gewaschen
  • Es gibt keinen Wartebereich, keine Zeitschriften, keine Getränke
  • Sind mehrere Personen im Raum, müssen pro Kunde 10 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen
  • Alle 20 Minuten sollte gelüftet werden

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