12.05.2019 - 09:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sparen beim Tierheimneubau: Nicht alles für die Katz'

Ein neues Tierheim für 7,5 Millionen Euro ist zu teuer. Maximal 3 Millionen Euro darf der Neubau kosten. Das beschloss der Stadtrat einstimmig in der Januarsitzung. Nun gibt es erste Überlegungen, woran gespart werden kann.

Die Planungen für das neue Tierheim sind in vollem Gange. Einen Katzentrakt soll es natürlich auch geben. Pflege- und Pensionsplätze dagegen nicht.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Bevor Neues entsteht, muss Altes weichen: Entsprechend errechnete das Architektenbüro die Kosten für einen Abbruch des bestehenden Tierheims in der Schustermooslohe. Sie liegen im angepeilten Baujahr 2020 bei rund einer Viertelmillion Euro. Dafür fallen laut Vorlagebericht für den Stadtrat das Haupt-, die Nebengebäude und Ausläufe, es werden die Außenanlagen platt gemacht und die Grundleitungen zurückgebaut. Was dann für maximal drei Millionen Euro entstehen wird, darüber reden die Stadträte am Montag, 13. Mai, in der Sitzung im Neuen Rathaus. Einige Einsparpotenziale eröffnet die Stadtverwaltung den Räten bereits vorab.

So könne ein gesamter Gebäudeteil aus der Gesamtplanung des Tierheimneubaus herausgenommen werden. Der Grund: Der Landkreis Neustadt verzichtet aus Kostengründen auf eine eigene Quarantänestation im neuen Tierheim. Das hätten Landrat Andreas Meier und der Kreiskämmerer bei einem Arbeitsgespräch kundgetan. Dabei kann es teuer werden, wenn die Polizei illegale Tiertransporte entdeckt.

Sparen an Quarantäne

Die Stadt Weiden kann davon ein Lied singen: 2017 forderte das Tierheim Nürnberg für die von einem Weidener Amtstierarzt angeordnete knapp sechsmonatige Unterbringung solcher auf der A6 aufgegriffener Welpen (57 Hunde und 22 Katzen) in deren Quarantänestation eine Viertelmillion Euro.

Die Viertelmillion-Euro-Welpen

Im Dezember 2018 stoppte die Waidhauser Bundespolizei ebenfalls auf der A6 einen illegalen Tiertransport mit 37 Hunden. Auch deren Unterbringung dürfte kein Schnäppchen gewesen sein.

37 Hundewelpen in Renault Thalia

Waidhaus

Der Landkreis Neustadt und die Beteiligung der Kommunen an sich scheinen überhaupt Knackpunkte in Sachen Tierheimneubau zu sein. Laut Stadtverwaltung wollen sich die „Landkreisgemeinden wegen der noch offenen Kostenfragen [...] zu keiner konkreten Aussage über die künftige Mitnutzung eines Weidener Tierheims äußern“. Deshalb plane die Stadt schlicht für den eigenen Bedarf an Fundtieraufkommen innerhalb der Stadt und pauschal für 50 Prozent des Fundtieraufkommens aus den Landkreisgemeinden.

Keine Ferienpension

Dabei seien die geografischen Gegebenheiten und die Entfernung zu anderen Tierheimen berücksichtigt. Wobei die Stadtverwaltung erwähnt, dass auch umliegende Tierheime wie Tirschenreuth oder Schwandorf an Kapazitätsgrenzen angelangt seien. Weidens Problem sei’s dann nicht, es wird ohne den konkreten Landkreisbedarf geplant. Heißt es doch im Vorlagebericht: „Die bisher in Planung vorgesehene Unterbringungskapazität kann damit entsprechend um etwa ein Viertel verringert werden.“

Weitere Einsparmöglichkeiten würden sich „in einigen Details“ ergeben. Die Stadtverwaltung nennt etwa das Feilen an der Größe der Eingangshalle und des zentralen Zugangs. Die Ferienpension für den Hund im Tierheim wird es künftig auch nicht mehr geben: „Plätze für Pflege- oder Pensionstiere sind ohnehin nicht eingeplant“, heißt es im Vorlagebericht. Notwendig aber sei für den Neubau dennoch der Ankauf der mit dem bisherigen Tierheim samt Auslauf bebauten Grundstücke vom Tierschutzverein Weiden. Entsprechende Verhandlungen – unter Berücksichtigung der Abbruchkosten – sollen „zeitnah“ geführt werden.

Weiden in der Oberpfalz

Bis dahin bleibt laut Stadtverwaltung viel zu tun: Es müsse etwa die gewünschte Unterbringungskapazität festgelegt werden, die Pläne des Architekten müssen angepasst und es soll eine neuerliche Kostenschätzung erstellt werden. „Das Architekturbüro kann dann die reduzierte Version in einer der nächsten Sitzungen vorstellen.“ Die nächste Sitzung ist am 24. Juni.

Hintergrund:

Die ersten Pläne für den Tierheimneubau

Die ersten Pläne der Architekten für ein neues Tierheim in Weiden liegen vor. Demnach erstreckt sich der Gebäudekomplex in der Schustermooslohe auf gut einem Drittel eines Fußballplatzes, sprich die Gebäude nehmen eine Bruttofläche von knapp 2300 Quadratmetern ein. Untergebracht werden sollen ein Hunde- und ein Katzentrakt. Es gibt Außenbereiche für den Auslauf, Nebenräume sowie einen Verwaltungstrakt. Eingeplant sind bislang auch Tierarzt- und Quarantänebereiche sowie ein Heimtiertrakt.

Wo gespart werden kann, müssen die Stadträte in Abstimmung mit dem Tierschutzverein noch diskutieren. Dürfen die Kosten für den Tierheimneubau doch laut Beschluss drei Millionen Euro nicht übersteigen. Bis Ende 2020 soll das neue Gebäude stehen.

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