29.01.2020 - 12:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

SPD: Auf Wittgarten- soll Bahnhof-Durchstich folgen

Kurz bevor der Wahlkampf durchstartet, wirft die SPD neue Themen in den Ring. Barrierefreier Bahnhof und Durchstich zum Lerchenfeld ist das eine. Zum anderen machen sich die Genossen für einen erweiterten Technologie-Campus stark.

Für die Bürger führt noch kein direkter Weg vom Lerchenfeld hinüber zum Bahnhof. Die SPD will das ändern.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil
Im Wahlkampf gerät schon mal die Unterschrift unter einen Antrag zum besonderen Akt. Der Wahlkampfausschuss der SPD mit OB-Kandidat Jens Meyer (Zweiter von rechts) gruppiert sich um Fraktionschef Roland Richter (Mitte), der mit seinem Autogramm die Anbindung Bahnhof-Lerchenfeld fordert.

Der erfolgreiche Wittgarten-Durchstich macht Lust auf mehr. Nachdem die Bürger die neue Verbindung zwischen Innenstadt und Stadtteil Stockerhut gut angenommen haben, richtet die SPD den Blick ein bisschen weiter südlich: In einem aktuellen Antrag regt sie den "Durchstich vom Bahnhof zum Lerchenfeld" an, wie Bürgermeister Jens Meyer erklärt: "Auch hier müssen wir Pflöcke setzen und Gas geben." Der OB-Kandidat verweist auf "städtebauliche Förderprogramme zur Verbesserung der innerstädtischen Wegebeziehungen beziehungsweise zur Barrierefreiheit im öffentlichen Raum". Die Regierung der Oberpfalz habe bereits signalisiert, sich beteiligen zu wollen. Der Wittgarten-Durchstich soll bei der Verwirklichung als "Blaupause" dienen.

Im Antrag fordert die SPD eine Machbarkeitsstudie zur Anbindung des Bahnhofsareals an den Stadtteil Lerchenfeld. Dazu soll der Bahnhof "im Benehmen mit der Deutschen Bahn" barrierefrei werden. Einzurichten sei eine Arbeitsgruppe "Barrierefreier Bahnhof Weiden". Darüber diskutiert der Stadtrat dann in der Sitzung am 9. März – weniger Tage vor der Kommunalwahl. Meyer rechnet trotzdem mit großer Zustimmung – gegen dieses Projekt könne nicht wirklich jemand etwas haben.

Gegen ein anderes, das im Wahlkampf aufploppt, wohl auch nicht: Ein Besuch der Genossen in der OTH mündet in die Initiative, den vollbesetzten "Weidener Technologie-Campus" zu erweitern. "Der Raumbedarf ist da, Erweiterungsmöglichkeiten sind vorhanden", stellt Fraktionsvorsitzender Roland Richter fest. "Wir brauchen bald einen ,WTC 2‘, idealerweise als Gründerpark an der OTH." Nicht nur für die Weiterentwicklung der Hochschule sei dieses Projekt wichtig, sondern auch für den Wirtschaft und den Arbeitsmarkt der Region. Denn es gebe vielversprechenden Start-up-Unternehmen eine "Bleibe-Perspektive".

Zwei neue Beispiele für ein Argument, das die Genossen verstärkt im Wahlkampf spielen wollen: Jens Meyer soll als neuer Oberbürgermeister das fortführen, was unter Kurt Seggewiß begonnen hat. Richter betont "Kontinuität und einheitliche Linie", spricht von einem "1:1-Übergang, wenn Kurt den Schlüssel aus der Hand gibt". Ihren 49-jährigen OB-Kandidaten stellt die SPD folglich "absolut ins Zentrum des Wahlkampfs", der ab 2. Februar mit der Freigabe der Plakatierung in die Vollen geht. Der Slogan lautet "Mensch Meyer".

Stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender Herbert Schmid widerspricht dem Eindruck, Meyer sei zu wenig präsent. Die Wahlkampfauftritte seien strategisch geplant und legten nun an Zahl und Intensität zu. "Es geht jetzt Schlag auf Schlag." Die Kandidaten setzten verstärkt auch auf Hausbesuche. Mit eben diesem Mittel schaffte Meyer 2002 den Sprung vom eigentlich aussichtslosen 36. Listenplatz in den Stadtrat. Ob er auch als OB-Kandidat Klingeln putzt, weiß er jedoch noch nicht. "Nicht, dass ich meinen würde, ich hätte das nicht nötig", sagt er. "Das ist einfach eine Zeitfrage. Anders als damals habe ich jetzt viele Termine als Bürgermeister und eine Familie."

Die nächsten SPD-Wahlkampftermine:

Wintergrillen und "Wackersdorf"

Einen Wahlkampf, bei dem überschaubare Ressourcen effizient eingesetzt würden, kündigt die Weidener SPD-Chefin, Sabine Zeidler, an. Sicher stelle man die erlaubten 150 Plakate auf, "aber es gibt keine Plakatflut". Ministerbesuche sind nicht geplant. Stattdessen kommt der Schwandorfer Altlandrat Hans Schuierer – zur Filmvorführung "Wackersdorf" am Dienstag, 4. Februar, ab 19 Uhr im Café Mitte. Zuvor, für Sonntag, 2. Februar, um 12 Uhr, lädt die SPD zum "Wintergrillen" ins Stadtbad. OB-Kandidat Jens Meyer richtet am Freitag, 7. Februar, die Party "Jens & Friends" im „l'italiano“ aus. Für den 13. Februar planen die Genossen einen Vortrag des Münchener Kämmerers Christoph Frey. Die politische Karriere des ehemaligen Weideners begann bei den hiesigen Jusos. (rg)

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