21.02.2021 - 11:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tiefkühlkost aus der Natur: Experte findet Pilze in Weiden

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Eine Portion heimische Mischpilze in der Pfanne brutzeln, ist im Sommer keine Kunst. Aber im Winter? Auch das geht, sagt der Weidener Pilzexperte und Buchautor Norbert Griesbacher. Wie zum Beweis präsentiert er einen Leckerbissen.

Dieser Austernseitling wächst in der Nähe des Stadtbads.
von Stefan Zaruba Kontakt Profil

Spaziergänge ohne den Blick zum Boden gibt es für Norbert Griesbacher nicht. Selbst in der kalten Jahreszeit hält der Weidener Pilzexperte in der Natur Ausschau nach interessanten Funden. Nur eben nach "Winterpilzen". Dabei stieß er nun auf den Austernseitling (Pleurotus ostreatus) – bekannt auch aus dem Supermarkt.

"Der Austernseitling wird kommerziell gezüchtet und ist ein guter Speisepilz, oft auch als "Kalbfleischpilz" bekannt", berichtet Griesbacher. "Viele wissen nicht, dass dieser Pilz bei uns im Winterhalbjahr (Oktober bis April) in erster Linie auf Laubholz, zum Beispiel Pappel, Buche, Eiche, Weide, in wilder Form wächst." Diese Wildform benötige sogar einen "Kälteschock", also zumindest die 0 Grad, damit sich überhaupt die Fruchtkörper bilden. Und was darf der Finder erwarten? Griesbacher: "Die Austernpilze sind - nach Literatur - reich an Vitamin B1 (Thiamin) und B5 (Pantothensäure) und gehören zu den wenigen Pilzen, die auch spürbare Mengen an Vitamin C enthalten." Fündig wurde er in der Nähe des Stadtbads an einem Baumstamm.

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Aber auch auf den Samtfußrübling (Flammulina velutipes) stieß der Fachbuchautor, ebenfalls ein Speisepilz, der kaum Ähnlichkeit mit einem Giftpilz habe. Die Schwammerl mit braun- bis schwarzsamtigen Stielen wachsen im Winter an Laubbäumen. Nach frostigen Tagen könnten sie bei Plusgraden einfach wieder weiterwachsen. "Junge Pilze schmecken angenehm und haben eine aromatische Note. Bitte nur die Hüte verwerten, die etwas zähen Stiele entfernen." Der Pilzkundler weiß noch mehr: "Samtfußrüblinge kann man auch auf verschiedenen Laubholzstämmen züchten. In Japan zählt dieser Pilz unter dem Namen "Enokitake" neben dem "Shii-Take" zu den bedeutendsten Kulturpilzen." Hierzulande erhältliche "Enokis" seien in Flaschen kultivierte und unter Lichtabschluss bleich und gestreckt wachsende Samtfußrüblinge. Die Weidener Pilzchen wuchsen in der Nähe des Krebsbachs.

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Drei weitere Arten wurden zum fotografischen Objekt für Norbert Griesbacher, allesamt keine Speisepilze: Trompetenschnitzlinge (Tubaria furfuracea) in ihrer Winterform entdeckte er auf Holzabfällen und Nadelstreu im Weidener Osten. Die Zinnoberrote Tramete (Pycnoporus cinnabarinus) ließ sich an einer abgestorbenen Vogelkirsche im Osten der Stadt blicken. Dieser Pilz erzeuge eine Weißfäule und sei durch seine Farbenpracht sehr auffällig. Auf einem bereits liegenden Laubholzstamm fand Griesbacher den Buchen-Adernzähling (Plicaturopsis crispa).

Info:

Austernpilze zubereiten

  • Junge Exemplare wählen mit zartem Fleisch und feinem Aroma. Ältere, zähe Exemplare "fischeln" laut Pilzberater Griesbacher etwas
  • Wie ein Schnitzel mit Semmelbröseln und Ei panieren
  • In Butter oder Fett braten
  • Dabei gut erhitzen. Roh oder ungenügend erhitzte Austernpilze können laut Griesbacher zufolge Verdauungsprobleme bereiten

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