26.11.2021 - 16:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tina Trummer: "The Voice of Oberpfalz" und Spaßvogel

Viele Menschen in der Oberpfalz kennen sie: Tina Trummer. Die Neudorferin war 2019 bei der Castingshow "The Voice of Germany". Im Podcast "Mein Soundtrack" spricht sie über ihre Erfahrungen und über die Coverband-Szene in der Oberpfalz.

Tina Trummer in Aktion. Die zweifache Mutter ist 2019 bei "The Voice of Germany" bis ins fünfte "Battle" der Comebackstage" gekommen. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erzählt sie ihre Geschichte.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Von Wolfi Ruppert

Tina Trummer ist Musikerin durch und durch. Was sie drauf hat, zeigte sie 2019 ganz Deutschland bei der Castingshow "The Voice of Germany". Kurz nach Ausstrahlung ihres Auftritts schlug das Coronavirus zu, Gigs gab es ab da erst einmal keine mehr. "Bis auf ungefähr 1000 Follower mehr auf Instagram hat sich bei mir eigentlich nichts verändert", sagt die Sängerin. Zwei Jahre nach ihrem Aus bei "The Voice" spricht die Musikerin im Oberpfalz-Medien-Podcast "Mein Soundtrack" über ihre Erfahrungen in der Show.

Jeder, der Trummer schon einmal live gesehen hat, kennt ihr Markenzeichen, die Mütze. "Jemand hat mir mal gesagt, dass mir das gut steht. Also hab' ich sie auch zum Casting bei ,The Voice' aufgesetzt." Auf einer Bühne abgenommen hat sie sie seitdem nicht mehr. "Beim Casting haben mir die Leute gesagt, dass ich sie auch das nächste Mal wieder aufsetzen soll. Das hat sich durchgezogen, weil ich dann Angst hatte, dass ich rausfliege, wenn ich sie abnehme."

Trummer will mit Nico Santos Kaffee trinken

Mit dem Singer-/Songwritter und „Voice of Germany“-Juror Nico Santos will sich die Neudorferin unbedingt noch einmal auf einen Kaffee treffen. Er hatte Trummer nach dem schnellen Aus auf der regulären „Voice of Germany“-Bühne zurück auf die „Comeback-Stage“ geholt. Santos hatte 2019 das erste Mal die Möglichkeit, sechs ausgeschiedene Kandidaten zurückzuholen, von denen er glaubte, sie könnten „The Voice of Germany“ werden. Trummer war die allererste Kandidatin, denen der Sänger eine zweite Chance gab. Sie sagt : „Zuvor hieß es schon, der sucht sich die Talente raus.“

Erinnerungen an gescheiterte Versuche

Als die Musikerin bei „The Voice of Germany“ auf der Bühne stand, war das nicht ihr erster Versuch bei der Casting-Show. Bereits 2013 hatte sie sich zu einem Scouting angemeldet. Trummer: "Das findet in verschiedenen deutschen Städten statt.“ Sie bekam damals eine Scouting-Nummer und fuhr nach München. Dort saß sie in einem Raum mit 50 anderen Kandidaten. „Da sollte man in Fünfergruppen vortreten, konnte sich kurz vorstellen, und konnte dann zehn Sekunden lang vorsingen“, erinnert sie sich. Danach hätten sich die Musikredakteure zusammen mit einem Vocal-Coach kurz beraten und hätten dann den Teilnehmern mitgeteilt, wer weiter ist. Trummer durfte mit vier anderen zusammen in die zweite Runde. „Ich war da die einzige, die nicht weiter kam.“ Bei der Sängerin machte sich das Gefühl breit, die Sache mit den Castings ein für alle Mal sein zu lassen.

"The Voice" ruft einfach an

Trummer hat sich zwischen 2014 und 2019 trotzdem immer wieder bei der Show beworben, ist aber nicht mehr zu den Castings gefahren. "Da habe ich immer wieder eine neue Ausrede gefunden, warum das grade nicht geht", erzählt sie. „Ich dachte mir bei den Aufzeichnungen immer wieder, wie cool das doch eigentlich ist. Ich dachte mir auch: Hey, das kannst du doch eigentlich auch.“ 2019 dann erreichte sie eine Mail der Redaktion von „The Voice“, in der es hieß, dass die Verantwortlichen mitbekommen hätten, dass sich Trummer jedes Jahr wieder beworben hat, aber nie beim Casting aufgetaucht sei. Die Musikerin bekam das Angebot, zu einem „Last-Chance-Day“ nach Berlin zu fahren. "Ich hab' meine Mädels gepackt, wir sind da hingefahren. Als wir da waren, habe ich ,bis gleich' gesagt, ich dachte nicht, dass das länger als 10 Minuten dauert.“ Aus 10 Minuten wurden sechs Stunden.

Trummer sagt, dass es bei der Castingshow immer auch auf die Geschichte ankommt, die ein Künstler erzählt. Mit ihrem Sprachfehler, sie stößt mit der Zunge an, geht die Neudorferin offen um. "Beim Casting hatte ich eine Logopädin neben mir." Trummer stellte sich der Jury so vor: "Hey, ich bin die Tina. Ich stoße mit der Zunge an, aber keine Angst, ich habe meine Logopädin mitgebracht.“ Die Sängerin kam bis zum fünften Battle der "Comeback Stage", wo sie schließlich mit "What About Us" von Pink das Handtuch werfen musste. Zu ihrem Sprachfehler sagt die zweifache Mutter: „Meine Zunge ist so lang, ich fühl mich wie die Tochter von Gene Simmons (Bassist der legendären Rockband Kiss, Anm. d. Red.).“

Einblicke in eine wenig bekannte Szene

Neben ihrer Karriere als Sängerin hat die Neudorferin auch einen handfesten Job. Sie ist gelernte Augenoptikerin, hat ihr Abi nachgemacht, dann Textildesign studiert und ist heute Ausbilderin für Produktdesign an der FOS/BOS in Weiden. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien gewährt die Musikerin Einblicke in eine Welt, die man sonst als Außenstehender nicht bekommt. Dabei geht es um Coverbands. Trummer zufolge gibt es in der Oberpfalz nicht nur ein paar kleine Gruppen, die versteckt in Kellern proben, sondern eine ganze Szene, die deutschlandweit total gefragt ist.

"Die Szene ist riesengroß, die gibt es auch nur bei uns in der Oberpfalz und in Franken so. Man muss sich das so vorstellen, dass die uns aus ganz Deutschland anrufen, und wir schwärmen dann aus." Mit verschiedenen Bands war Trummer unter anderem bereits in Holland, Luxemburg und der Schweiz unterwegs. Innerhalb der Szene kennt man sich, sagt die Sängerin. „Da greift das Cover-Band-Karussell. Jeder spielt mal wieder in einer anderen Formation, die Musiker tauschen sich untereinander durch.“

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