24.11.2021 - 10:20 Uhr
WiesauOberpfalz

Wiesauer Schnitzer erweitern lebensgroße Weihnachtskrippe

Regelmäßig - stets Mittwochabend - trifft sich die Wiesauer Schnitzergruppe in ihrer Werkstatt. Zu den handwerklich gefertigten Schmuckstücken gehört eine lebensgroße Krippe, die nun den Eingang des Rathauses in Wiesau schmückt.

Das Schnitzerquartett ist mit der Aufbauarbeit fertig. Im Bild von links Manfred Dietz, Karl-Heinz Ehrenfried, Dieter Luksch und Karl-Heinz Meier.
von Werner RoblProfil

Vor rund sieben Jahren ging für die Wiesauer Schnitzer ein Herzenswunsch in Erfüllung. Die Marktgemeinde Wiesau befürwortete die Bereitstellung eines Raums im Grundschulgebäude. Die Schnitzer hatten nun eine Werkstatt. Zu den zahlreichen Kunstwerken, die dort aus Holz entstanden, gehört auch eine Weihnachtskrippe mit lebensgroßen Figuren. „Das Vorbild“, so Karl-Heinz Meier, „habe ich vor einigen Jahren in Weiden gesehen.“ Von der Idee begeistert, machte sich der Arbeitskreis sofort an den Nachbau und schuf eine ähnliche Krippe.

Die Figuren der Heiligen Familie und etwas Beiwerk entstanden bereits 2019. In Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung sicherte man sich als Krippenstandort für die Advents- und Weihnachtszeit den geschützten Eingangsbereich des Rathausgebäudes. Auf den geplanten Stall, ebenso auf Ochs und Esel mussten Maria, Josef und das Jesuskind aber noch einige Zeit warten. „Corona hat die Arbeiten immer wieder ausgebremst“, bedauert Karl-Heinz Meier bei einem Treffen mit Oberpfalz-Medien beim Wiesauer Rathaus. Die Geduld hat sich gelohnt. Eingelöst wurde das Versprechen, eine Ergänzung zu schaffen, in diesem Jahr. Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen und unfreiwilligen Arbeitspausen wurde an der großen Krippe, wann immer es möglich war, weitergearbeitet. Das Material stellte die Marktgemeinde Wiesau zur Verfügung.

Wenige Tage vor dem ersten Advent treffen sich nun Manfred Dietz, Karl-Heinz Ehrenfried, Dieter Luksch und Karl-Heinz Meier beim Rathaus, um dort die erweiterte Weihnachtskrippe aufzubauen. Zu erwähnen ist noch Harald Puss, denn auch er gehört zu den Gestaltern. Beim Aufbau kann er aus privaten Gründen nicht dabei sein. Bei der Frage nach der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden, die notwendig waren, um die Krippe inklusive der Ergänzungen fertigzustellen, zuckt das Quartett mit den Schultern. „So einfach lässt sich das gar nicht beantworten", meint der Falkenberger Dieter Luksch zum zeitlichen Aufwand. Da sei einiges zusammen gekommen. Karl-Heinz Ehrenfried weiß: Allein sechs Stunden habe man nur geschliffen und geschnitten. „Danach wurde geleimt und alles in Form gebracht.“ Notwendig waren auch Abstimmungsgespräche und – „auch der war wichtig“ - ein gemütlicher Teil.

Das gefertigte Ensemble zieren ein Gartenzaun, ein Baum und ein Stern, die aber zur Ursprungsfassung gehören. Auf dem ganz neuen Schild - unter den Dachschindeln - kann man "Wiesauer Schnitzer" lesen. Auf der Tafelrückseite wurden die Vor- und Zunamen der Gestalter festgehalten. „Damit die späteren Generationen wissen, von wem die Weihnachtskrippe stammt“, erklärt Karl-Heinz Meier. In den Stallfenstern erkennt man einen lächelnden Ochsen und einen freundlich blickenden Esel. Beider Augenpaare sind auf die Heilige Familie gerichtet. Zur gemeinsamen Ideenfindung berichtet Karl-Heinz Meier: „Uns fällt immer wieder etwas ein. Wenn wir etwas sehen, wird es nachgebaut.“ Somit ist klar: An der lebensgroßen Weihnachtskrippe soll auch in den kommenden Monaten weitergebaut werden.

Die geplanten Ergänzungen sind beim Treffen am Montagnachmittag aber noch kein aktuelles Thema. Nach gut zwei Stunden gemeinsamer Arbeit folgt der Feinschliff. An der lebensgroßen Krippe fehlt noch die "Erde" in Form von Streumaterial, das Manfred Dietz und Dieter Luksch aus Säcken schütteln, um es an der lebensgroßen Krippe zu verteilen. Für grüne Blickpunkte sorgen Fichtenbäumchen. „Leider wurde der Adventsmarkt in Wiesau abgesagt“, bedauert das Quartett, dem Oberpfalz-Medien ein wenig über die Schulter schauen durfte. Die Absage des Marktes wegen der steigenden Corona-Inzidenzzahlen schmerze sehr, sagen die Hobbyschnitzer. Gerne hätte man die Arbeit auch wieder im Foyer des Rathauses im Rahmen einer Live-Schnitzer-Werkstatt vorgestellt. „Es hat halt nicht sein sollen.“ Damit müsse man leben, so die Künstler.

Im Oktober starteten die Krippenfreunde in Tirschenreuth neu durch

Tirschenreuth
Manfred Dietz hat sich einen Sack geschnappt, um das darin enthaltene Streumaterial an Ort und Stelle zu bringen.
Umrahmt wird die große Krippe von Fichtenbäumchen. Den "Feinschliff" übernahmen Dieter Luksch und Karl-Heinz Meier (von links).
Nur noch wenige Handgriffe sind notwendig, dann kann die ergänzte Krippe am Rathaus bewundert werden. Im Bild Dieter Luksch und Manfred Dietz (von links).
Der Stall (mit den Tieren in der Mitte) wurde in diesem Jahr gefertigt.
Neu ist nicht nur der Stall. Zu den Ergänzungen zählen auch Ochs und Esel.

„Uns fällt immer wieder etwas ein. Wenn wir etwas sehen, wird es nachgebaut.“

Karl-Heinz Meier

 

 

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