04.02.2021 - 12:08 Uhr
AmbergSport

Ende der Wechselfrist: Was hat sich in der Bezirksliga Nord getan?

Vor wenigen Tagen endete im Amateurfußball die Winter-Wechselfrist. Wir haben uns bei den Vereinen der Bezirksliga Nord umgehört, was sich in Corona-Zeiten personell getan hat. Beim TSV Detag Wernberg hat der Trainer den Rückzug angetreten.

Trainer Thomas Gietl hat beim TSV Detag Wernberg sein Amt zur Verfügung gestellt.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil
  • FC Amberg

Abgänge gibt es beim Tabellenführer keine. "Ich hoffe, dass es so bleibt", erklärt Teammanager Matthias Schmien. Eventuell gibt es einen Neuzugang. Der Kader bleibt so zusammen wie vor der Winterpause. Das Ziel bleibt: "Wir wollen in die Landesliga aufsteigen. Aber mit diesem Kader wird es schwer werden. Wir müssen uns in der Sommerwechselperiode, wann immer diese sein wird, verstärken." Der FC Amberg habe bereits mit einigen Spielern gesprochen. Der Tenor: "Wenn ihr Landesliga spielt, dann kommen wir. Bei Bezirksliga eher weniger." Das sei okay, meint Schmien, das könne er verstehen. In der Planung sei auch eine zweite Mannschaft, die dann in der Saison 2021/22 an den Start gehen könne.

  • SV Etzenricht

Fast schon eine beängstigende Stille macht Vorsitzender Manfred Herrmann in seinem Verein aus. "Wir haben ab und zu Telefon- oder Whatsapp-Kontakt zu den Spielern. Mehr nicht", sagt der Vereinschef. "Es fehlt das Ziel. Wir können nicht mehr machen als abzuwarten." Dem Verband zollt er Respekt, dass dieser zumindest versucht, die Saison zu Ende zu bringen: "Ich mache da niemandem einen Vorwurf, wenn das nicht klappt." Ab- oder Zugänge hat der SVE keine zu melden.

  • SV Hahnbach

Keine Bewegung in der Winterpause, keine Wechsel. Die Spieler bei der Stange zu halten, sei in Hahnbach kein Thema. "Es ist ein so verschworener Haufen, der bleibt. Er bleibt auch in der Saison 2021/22, wann immer diese beginnen wird", erklärt Wolfgang Dotzler. Die Verantwortlichen des SVH seien zwar noch "nicht ganz durch", mit den Gesprächen mit den Spielern, aber es sehe "vom Kader her top aus". Auch Trainer Thorsten Baierlein hat für die Saison 2021/22 verlängert.

  • SC Luhe-Wildenau

Bei den Rot-Schwarzen gab es keine personellen Bewegungen. "Wir haben null Anstrengungen unternommen, um vielleicht jemanden dazu zu gewinnen", sagt Roland Rittner. Als Trainer tue er sich schwer, die Marschroute des Verbandes, die Saison 2019/20 zu Ende zu bringen, gutzuheißen. "Selbst wenn die Saison zu Ende gespielt werden kann, hat das nichts mehr mit der Saison zu tun, die vor eineinhalb Jahren begonnen hat", sagt er. "Das Ganze ist ein Kasperltheater." Immerhin: Die SC-Spieler sind laut Rittner "heiß auf Fußball". So mancher hat sich ein kleines Fitnessstudio eingerichtet, um sich für den Wiederbeginn zu wappnen.

  • SV Raigering

"Bei uns hat sich nichts getan. Wir hatten keine Abgänge und haben auch keinen neuen Spieler dazu geholt", sagt Alexander Koppitz, der stellvertretende Fußballabteilungsleiter. Trainer bleibt Sebastian Binner wie bisher. Im Dezember und Januar war so gut wie nichts los, die Spieler sollen demnächst Trainingspläne bekommen. Dadurch, dass sich der Lockdown verlängert habe, wollen die Verantwortlichen des SV Raigering schon die Planungen für die Saison 2021/22 angehen. "Wir sprechen mit den Spielern, wie es ausschaut. Ob sie bleiben wollen oder ob der eine oder andere womöglich altersbedingt aufhören möchte", erklärt Koppitz.

  • TSV Detag Wernberg

Im Spielerkader hat es keine Veränderungen gegeben, wohl aber auf der Trainerposition. Thomas Gietl hat nach viereinhalb Jahren als Detag-Trainer jüngst sein Amt zur Verfügung gestellt, und zwar aus einem ganz bestimmten Grund. "Er hat uns mitgeteilt, dass ihm die Corona-Pause ganz einfach zu lange dauert", sagt Sportlicher Leiter Achim Luff. Die Wernberger wollen die Zeit bis Sommer mit einer Interimslösung überbrücken. "Dann sehen wir weiter", erklärt Luff. Im Stich lassen wird Gietl aber seinen Heimatverein nicht. "Tom wird eine andere Position in der Fußballabteilung einnehmen", kündigt Luff an.

  • FC Wernberg

Beim aktuellen Tabellensiebten hat sich niemand abgemeldet, Zugänge sind nicht zu verzeichnen. Trainer Christian Most hält über die sozialen Medien Kontakt zu den Spielern, Trainingspläne nach Vorschrift sieht er aber skeptisch: "Ich vertraue da auf die Eigendisziplin der Spieler, dass sie für die Kondition etwas machen." Most hört immer wieder einen Wunsch durch: "Vielen fehlt nicht alleine der Fußball, sondern auch das Kabinenleben, der Zusammenhalt. Der Wunsch ist groß, als Mannschaft wieder zusammenzukommen."

  • SpVgg SV Weiden in der Warteschleife

SpVgg SV Weiden: Vorfreude auf Kunstrasen

Weiden in der Oberpfalz

Bereits in der Hinrunde hat mit Felix Ecker ein potenzieller Neuzugang bei der Weidener "Reserve" mittrainiert. Jetzt hat sich der 20-jährige angehende Polizist der Wasserwerkelf offiziell angeschlossen. Ecker stammt aus der Jugend von Wacker Burghausen und spielte zuletzt in der Kreisklasse beim TSV Heiligkreuz. "Felix spielt im zentralen Mittelfeld und hat richtig Potenzial", meint Trainer Michael Riester. Seine Spieler hat Riester in den vergangenen Wochen "komplett in Ruhe gelassen." Aus gutem Grund: "Wir wissen ja nicht, wann es weitergeht." Riester und Trainerkollege Marco Lorenz werden die "Reserve" auch kommende Saison coachen.

  • SpVgg Schirmitz

Einen Rückkehrer meldet die SpVgg Schirmitz. Nach eineinhalb Jahren bei der DJK Irchenrieth hat sich Markus Peetz wieder seinem ehemaligen Verein angeschlossen. Trainingspläne hat Trainer Josef Dütsch während der Corona-Zeit nicht ausgegeben: "Meine Jungs treiben grundsätzlich viel Sport. Die Fitness ist nicht das Problem." Die Endlosschleife des Wartens dagegen um so mehr. Dütsch glaubt nicht, dass der Amateurfußball in naher Zukunft ins Rollen kommt: "Das Beste wäre ein Saisonabbruch, um dann so lange zu warten, bis man verlässlich in eine neue Spielzeit gehen kann."

  • 1. FC Schwarzenfeld

Enis Yalcin hat den 1. FC Schwarzenfeld im Winter verlassen, ihn zieht es zurück zum SC Ettmannsdorf II. Ansonsten hängen Trainer Wolfgang Richthammer und seine Spieler, wie alle anderen Amateurfußballer, in der Luft. "Wir haben derzeit keinen Kontakt zu Spielern und Funktionären und von daher auch kein Training oder irgendwelche Zusammenkünfte", sagt Richthammer. Aufseiten des Verbands sieht der Trainer "keine großartigen Fehler", lediglich die Einführung des Ligapokals sei "etwas problematisch". Richthammer hofft, dass die Saison noch halbwegs regulär zu Ende gebracht werden kann. "Jetzt, wo nur noch wenige Spiele ausstehen, abzubrechen, ergibt für mich keinen Sinn."

  • SV Schwarzhofen

Der SV Schwarzhofen hat erst 18 Saisonspiele absolviert und daher noch die meisten Nachholspiele mit im Gepäck. "Vor einem halben Jahr hätte ich noch gesagt, ja, es ist richtig, die Saison auf sportlichem Weg beenden zu wollen. Mittlerweile sehe ich das aber von Woche zu Woche unrealistischer", sagt Schwarzhofens Abteilungsleiter Marco Schmidtke. Nichtsdestotrotz sei die Entscheidung des Bayerischen Fußball-Verbands "zum damaligen Zeitpunkt richtig" gewesen. Ob dann letztendlich ein Saisonabbruch die richtige Entscheidung wäre, vermag Schmidtke nicht einzuschätzen. "Nur die Saison noch einmal zu verlängern, das wäre in meinen Augen Schwachsinn." Personell bleibt beim SVS alles beim Alten, weder bei den Spielern, noch beim Trainer gab es Änderungen. "Aktuell halten sich alle selbstständig durch Laufen und Übungen fit."

  • SV Kulmain

Bei den Gelb-Schwarzen hat es keine personellen Veränderungen gegeben. "Die Spieler machen individuelle Laufeinheiten, mehr passiert aktuell nicht", meint Abteilungsleiter Thomas Schmidt. Dass die Winterpause coronabedingt auf unbestimmte Zeit andauert, nimmt man in Kulmain zwangsläufig so hin. "Wir hätten bei dem zuletzt vielen Schnee sowieso nicht trainieren können", meint Schmidt. Der SVK war im vergangenen Frühjahr einer jener Vereine, die für den Saisonabbruch plädiert haben. Nun ist aber die Kehrtwende erfolgt. "Die Saison wurde so lange hinausgezögert, jetzt sollte man das auch komplett durchziehen."

  • DJK Ensdorf

In der Winterpause hat sich nichts getan, Trainer bleibt Gebhard Hauer. Spielerwechsel gibt es keine. Der Klassenerhalt steht im Vordergrund. "Heuer hängen wir ein bisserl mehr drin als sonst", sagt Markus Bauer, der Vorsitzende der DJK Ensdorf, der interimsmäßig die Leitung der Fußballabteilung übernommen hat.

  • FV Vilseck

Beim FV Vilseck bleibt es auch ruhig: Weder Zu- noch Abgänge vermeldet der Tabellen-14., der vom Abstieg bedroht ist. Abteilungsleiter Rainer Liermann erklärt nach wie vor den Klassenerhalt als Ziel.

  • TuS Kastl

"Grundsätzlich wollen wir schon Fußball spielen", erklärt TuS-Vorsitzender Norbert Bleisteiner. Aber es hänge von der "Gesamtgefährdungslage" ab, und es werde eine Einzelfallentscheidung geben, ob der TuS Kastl antritt. "Wenn wir spielen dürfen, und die Inzidenzzahlen wieder über 200 steigen, dann hat nicht nur der TuS Kastl ein Problem", glaubt Bleisteiner. Aber: "Momentan sind wir meilenweit von irgendwelchen Planungen entfernt. Ich hoffe inständig, dass der Fußballverband Entwicklungen sensibler wahrnimmt als im Herbst. Denn solange die Inzidenzzahlen so hoch bleiben, ist Fußball nicht machbar." Es sei richtig gewesen, wie der TuS Kastl seinerzeit entschieden und Spiele abgesagt habe. "Es ist alles viel schlimmer gekommen, als man erwartet hat", sagt Bleisteiner. Die Politik werde jetzt vorsichtiger mit Lockerungen umgehen, auch was den Fußball betrifft. Auf dem Platz gebe es weniger ein Problem, viel mehr existiere das in den Umkleidekabinen. "Im Herbst waren wir getrieben von Entscheidungen des Verbandes, jetzt müssen wir das Problem in den Griff bekommen. Aber davon sind wir weit entfernt, deswegen mache ich mir keinen Kopf." Veränderungen im Kader gebe es keine, so Bleisteiner.

  • TSV Stulln

Kreativ gehen sie beim Tabellenletzten mit der staatlich verordneten Zwangspause um. "Unsere Sparte hat eine Lauf-Challenge von Mitte Januar bis Ende Februar ins Leben gerufen, mit mittlerweile 27 oder 28 Teilnehmern. Unter den fünf bis sieben besten Läufern werden im Anschluss Sportheim-Gutscheine verlost, sofern das mal wieder erlaubt sein sollte", berichtet Stullns Trainer Christian Zechmann, der auch überrascht ist: "Da sind manche richtig engagiert dabei. Das ist klasse." Der Trainer selbst hat sich in der Pause den Knorpel und das Kreuzband im lädierten Knie richten lassen und ging acht Wochen lang an Krücken. Personell schmerzt den TSV vor allem der Abgang von Wolfgang Hesl. Der ehemalige Profi hat seinen eigentlich bereits im vorigen Sommer angedachten Wechsel zum Landesligisten SC Ettmannsdorf nun im Winter vollzogen.

Gegner aus Corona-Risikogebiet: TuS Kastl tritt nicht an

Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach

 

 

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