25.06.2019 - 18:08 Uhr
AmmerthalSport

DJK Ammerthal heiß auf den 1. FC Nürnberg

Ausnahmezustand in Ammerthal: Am Mittwoch kommt der 1. FC Nürnberg. DJK-Trainer Dominik Haußner hat vor dem Gastspiel der Profitruppe ganz bestimmte Erwartungen - ans Ergebnis, aber nicht ans Spiel.

So wie in Seugast im vergangenen September soll es wieder sein. Viele Fans durften damals die Club-Spieler (Patrick Erras in der Mitte) begrüßen. Auch die Ammerthaler hoffen am Mittwochabend auf zahlreichen Besuch.
von Josef Maier Kontakt Profil

Dieses Glanzlicht will der Trainer keinem seiner Spieler vorenthalten. Da darf jeder, der fit ist, ran. "Natürlich werden alle, die im Kader stehen, zum Einsatz kommen." Dominik Haußner, Trainer der DJK Ammerthal, weiß, dass für eigentlich alle seine Spieler diese Partie am Mittwochabend die Krönung ihrer bisherigen fußballerischen Laufbahn ist. Um 18 Uhr gastiert der Zweitligist beim Bayernligisten. Das Spiel kam auch aufgrund der guten Kontakte von DJK-Spielleiter Reinhold Badura zu Club-Idol Dieter Nüssing zustande.

Ammerthal

"Die freuen sich alle wahnsinnig auf dieses Spiel." Haußner spürt in jeder Trainingseinheit die Begeisterung seiner Jungs für diese Partie, die für ihn natürlich kein normales Testspiel ist. "Naja, die Erkenntnisse werden sich in Grenzen halten." Vielleicht könnten sich seine Spieler ein bisschen was von der Spielstruktur abschauen. Aber zuallererst geht es einmal darum, nicht allzu hoch zu verlieren. Und deswegen legt Haußner beim Vergleich Amateure gegen Profis natürlich erst einmal das Hauptaugenmerk auf die Defensive.

"Und dann müssen wir im Mittelfeld aktiv sein, um sie von unserem Tor wegzuhalten." Behrens, Ishak und Co. werden aber dort unweigerlich öfter auftauchen, das weiß auch Haußner. Deswegen hat er schon mal seine Erwartungen formuliert: "Also zwei, drei Gegentore pro Halbzeit gingen noch", meint der Sozialpädagoge, der am Landratsamt in Weißenburg tätig ist. "Zweistellig sollten wir aber nicht verlieren."

Vielleicht kann Haußner da vorher auch mit Patrick Erras reden, damit der seinen Kollegen sagt, die sollen etwas langsamer machen: "Ich kenne den Patrick vom Club", erzählt der DJK-Trainer. Der Raigeringer spielte damals in der U15, der heute 40-jährige Haußner war sein Trainer. Und dessen jetziger Co-Trainer in Ammerthal, Daniel Wolf, war damals schon sein "Co" beim Club. Heute klangvolle Namen trainierten die beiden damals: Niklas Stark (Hertha BSC) oder Marius Wolf (Borussia Dortmund) hatte Haußner neben Erras auch unter seinen Fittichen. Der Trainer hätte auch beim Club bleiben können, hätte dann allerdings dort hauptberuflich tätig sein müssen. Die ganze Fußballgeschichte war im doch zu riskant.

Ammerthal

"Früher war ich ja Bayern-Fan", erzählt Haußner weiter, aber seit seiner Zeit beim Club unterstützt er auch den FCN. "Ich würde mal sagen, ich bin jetzt nicht der normale Fan, sondern ein Sympathisant." Am Mittwoch ist er aber mit seinem Ammerthaler Team zuallererst Gegner. Und da hofft er, dass ihm vielleicht auch von oben Hilfe zuteil wird. Ja, beten könnte auch etwas bringen, aber vor allem die Sonne könnte helfen. "Bei diesen tropischen Temperaturen tut sich die Mannschaft, die agiert, natürlich schwerer", erklärt der Coach. Zumal die Nürnberger am Mittwochvormittag auch noch eine intensive Trainingseinheit absolvieren werden.

Seinen Jungs leuchtet dieses Argument aber nicht ein. Unerträglich schwitzen werden alle, meinen sie. Die Reaktion der Spieler war deshalb nur: "Trainer, da kann es 39 Grad haben, du spinnst doch."

Der Ammerthaler Trainer Dominik Haußner.
Obst, Spaghetti und jede Menge Fannähe:

Autogramme für die Club-Anhänger

Ammerthal liegt zwischen Lichtenfels und Bayreuth. Das ist geografisch natürlich totaler Blödsinn, aber laut Vorbereitungsplan des 1. FC Nürnberg stimmt das. Mit 8:0 siegte der Club am Samstag beim Landesligisten FC Lichtenfels, am kommenden Samstag, 29. Juni, tritt die Truppe von Trainer Damair Canadi beim Regionalligisten SpVgg Bayreuth an. Und zwischendrin geht es am Mittwoch nach Ammerthal. "Ausfälle gibt es bisher nicht", sagte FCN-Pressesprecher Daniell Westgate am Dienstag auf Anfrage. "Es ist auch gut möglich, dass Ondrej Petrak und Enrico Valentini in Ammerthal spielen." Beide wurden im ersten Testspiel noch geschont. Der Raigeringer Patrick Erras wird auf jeden Fall auflaufen wie auch Neuzugang Robin Hack (von der TSG Hoffenheim), der in Lichtenfels mit zwei Toren überzeugte. Mit Oliver Sorg (von Hannover 96) dürfte sich in der Oberpfalz ein weitere Neuer präsentieren. Im Tor wird wohl Christian Mathenia beginnen. "Die Spieler werden nach Abpfiff natürlich auch Autogramme geben", versprach Westgate auch Aktivitäten der Club-Spieler außerhalb des Platzes.

In Ammerthal sind alle schon seit Wochen aktiv. "Wir haben ungemein viele Helfer, eine ganze Meute", freute sich DJK-Spielleiter Reinhold Badura am Dienstag. Nach seinen Aussagen eine der Hauptaufgaben bei der tropischen Hitze: "Die Wiese muss grün sein." Fast rund um die Uhr wird der Rasen gesprengt. In großer Vorfreude sind auch schon die Einlaufkinder, die alle aus Jugendmannschaften der DJK Ammerthal kommen. Eine Prognose, wie viele Zuschauer kommen, wollen sie beim Bayernligisten nicht wagen, aber sie haben dort auf jeden Fall alles getan, dass sich Fans und Spieler wohlfühlen. Für die Kicker aus Nürnberg gibt es vor dem Spiel auch ein Obst- und Kuchenbüfett und danach Spaghetti mit Salaten. Zwischendurch wollen die Clubberer auf dem Platz ihren Torhunger stillen.

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