11.08.2021 - 17:03 Uhr
Ettmannsdorf bei SchwandorfSport

Farce um den Totopokal: "Es ist eine mittlere Katastrophe"

Wer im Verbandspokal auf den SC Ettmannsdorf trifft, ist völlig offen. Die Vereine im Fußballkreis Regensburg liefern sich einen langwierigen Rechtsstreit rund um einen Spielabbruch. Die Auseinandersetzung wirft mehr und mehr Fragen auf.

Wer in der ersten Runde des Verbandspokals Gegner des SC Ettmannsdorf wird, steht nicht fest. Zwei Vereine im Fußballkreis Regensburg liefern sich einen erbitterten Streit vor Gericht.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Im Totopokal bahnt sich ein langwieriger Rechtsstreit an. Noch immer ist nicht klar, welcher Teilnehmer aus dem Fußballkreis Regensburg an der ersten Runde des Verbandspokals teilnimmt und auf den SC Ettmannsdorf aus der Landesliga Mitte trifft. Im Gegenteil: Die Auseinandersetzung wird immer komplexer. "Es ist eine mittlere Katastrophe", gibt Verbandspokal-Spielleiter Andreas Mayländer zu.

Was war passiert? Im Regensburger Kreispokal-Halbfinale zwischen Prüfening und Breitenbrunn hatte ein Zuschauer, der zugleich Spieler der 2. Mannschaft in Breitenbrunn ist, einen Prüfeninger Spieler mit dem Ellenbogen attackiert. Der kam mit einer Schädel- und Augenhöhlenprellung ins Krankenhaus. Nach dem Spielabbruch, den wohl beide Vereine akzeptierten, entschied das Kreissportgericht, das Spiel mit 2:0 für den FSV Prüfening zu werten. Der zog schließlich durch einen Sieg im Finalspiel gegen Kosova Regensburg in den Verbandspokal ein.

Erfolgreiche Berufung

Am Dienstag entschied das Bezirkssportgericht jedoch anders. Der Spielabbruch sei nicht rechtens gewesen, Halbfinale und Finale müssten wiederholt werden. Breitenbrunn war zuvor in Berufung gegangen. Das Verbandspokal-Duell zwischen Prüfening und Ettmannsdorf ist längst abgesagt. Es hätte an diesem Mittwoch stattfinden sollen. Serkan Aygün, Trainer des FSV Prüfening, ist vom nachträglichen Verhalten der Breitenbrunner "mehr als enttäuscht". Die Entscheidung des Bezirksgerichts sei fragwürdig, kommentiert dazu der FSV-Abteilungsleiter in einer Stellungnahme, die der Verein via Facebook veröffentlich hat.

Tatsächlich steht in Paragraf 66 der BFV-Spielordnung: Ein Spielabbruch sei immer dann rechtens, wenn die ordnungsgemäße Durchführung des Spiels wegen einer "ernsthaften Störung" nicht mehr möglich ist. Eine solche Störung liege "immer dann vor", wenn – hier heißt es unter Punkt 1.3 – ein Spieler tätlich angegriffen oder gesundheitlich gefährdet wird.

Spielleiter will Rechtssicherheit

Wie es weitergeht, weiß niemand genau. Eigentlich sollten die beiden neu angesetzten Spiele, das Halbfinale und Endspiel im Kreispokal Regensburg, in kürzester Zeit ausgetragen werden, um das Verbandspokal-Duell gegen Ettmannsdorf am Dienstag nächster Woche spielen zu können. Daraus wird aller Voraussicht nach nichts, bestätigt Mayländer. Prüfening legt wohl seinerseits Revision gegen das Urteil des Bezirkssportgerichts ein, hat dafür aber eine Frist von acht Tagen. Der Regensburger Kreispokal gerät zur Farce.

"Mir wäre es mittlerweile am liebsten, wenn es im Verbandspokal gar keinen Regensburger Teilnehmer gäbe", sagt Mayländer. "Aber das ist nicht meine Entscheidung." Auf keinen Fall solle man nun voreilig über Teilnehmer, Nachholspiele oder Ausschlüsse bestimmen, bevor nicht absolute Rechtssicherheit herrsche. Für die Ettmannsdorfer ist die Situation ärgerlich. In der Landesliga stehen Englische Wochen an. Nun einen günstigen Termin für das Totopokal-Spiel – gegen wen auch immer – zu finden, ist herausfordernd.

Das Erstrundenspiel des SC Ettmannsdorf im Verbandspokal ist abgesagt

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