05.12.2021 - 18:47 Uhr
MünchenSport

FC-Bayern-Podcast: "2023 wird Katar kein Sponsor mehr sein"

Im Podcast "Weiter, immer weiter" von Oberpfalz-Medien wird der Auftritt der Führungscrew bei der missratenen Jahreshauptversammlung ausführlich debattiert. Im Fokus steht besonders Bayern-Präsident und Hoeneß-Nachfolger Herbert Hainer.

Präsident Herbert Hainer (rechts) und die Führungscrew des FC Bayern München gaben auf der Jahreshauptversammlung keine gute Figur ab. Darüber wird im Podcast "Weiter, immer weiter" ausführlich debattiert.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Es war der 16. Januar 2020, an dem der "Club Nr. 12" – der Fanclub-Dachverband aller organisierten Anhänger des FC Bayern München – eine Podiumsdiskussion in München auf die Beine gestellt hatte. Zum Thema "Katar, Menschenrechte und der FC Bayern – Hand auf, Mund zu?" waren unter anderem zwei Arbeitsrechtler aus Katar in die bayerische Landeshauptstadt gekommen, um über die Lage im Ausrichterland der WM 2022 zu referieren. Der Stuhl, der an diesem Abend für einen Vertreter des FC Bayern reserviert worden war, blieb allerdings leer.

Michael Ott, ein Bayern-Mitglied und Rechtsreferendar aus Mainz, hat diese Diskussionsverweigerung des Vereins immer wieder als Grund dafür angeführt, weshalb er bei der Jahreshauptversammlung 2021 folgenden Antrag einreichen wollte: Der FC Bayern München e.V. möge auf die FC Bayern München AG einwirken, das Sponsoring des Emirats Katar in Form eines Qatar-Airways-Ärmellogos auf dem Trikot der Münchener 2023 auslaufen zu lassen. Die Nicht-Zulassung dieses Antrags aus "formaljuristischen Gründen" sowie die Verweigerung eines Dialogs seitens des Bayern-Vorstands führten letztlich zu einer tumultartigen und denkwürdigen Jahreshauptversammlung der Münchener am 25. November.

Turbulenter Verlauf

Im Podcast "Weiter, immer weiter – der FC-Bayern-Podcast aus der Oberpfalz" arbeiten nun die beiden Moderatoren Thomas Webel und Fabian Leeb gemeinsam mit Sportredakteur Josef Maier den turbulenten Verlauf dieses Abends im Münchener Audi-Dome auf. "Ich fand diese Veranstaltung eher zum Schmunzeln, sie war organisatorisch gewiss kein Highlight, würde den Ablauf jetzt aber auch nicht zu hochhängen", bilanziert Maier im Podcast. Für Leeb hat diese Versammlung die "kilometertiefen Gräben" zwischen dem Verein auf der einen und seinen organisierten Anhängern auf der anderen Seite offengelegt.

Vor allem das Krisenmanagement von Bayern-Präsident Herbert Hainer nimmt in der Podcast-Diskussion großen Platz ein und offenbart durchaus konträre Meinungen in Bezug auf den Nachfolger von Uli Hoeneß. "Hainer hat im Vorfeld einen offenen, sachlichen und fairen Diskurs angekündigt, dieses Versprechen aber mit der plötzlichen Schließung der Versammlung nicht eingehalten. Eine derart mangelhafte Empathie Hainers hat mich regelrecht geschockt", lässt Webel kaum ein gutes Haar am FCB-Präsident.

Unterschied zu Hoeneß

Maier und Leeb sind sich dagegen einig, dass sich Hainer noch in einem Lernprozess befindet und von der Entwicklung des Abends schlicht überrascht worden ist. Und besonders die Reaktion Hainers, der zwei Tage nach seiner missglückten Premiere als Versammlungsleiter mehrere Mitglieder telefonisch kontaktiert und einen weiteren Austausch vereinbart hat, stimme für die Zukunft positiv. "Ein Uli Hoeneß hätte sich nicht dazu im Nachgang nicht herabgelassen. Es scheint fast so, als könne Hainer sogar einen Fehler eingestehen, was in der Szene ansonsten eher untypisch ist. Herbert Hainer lernt auch im Alter noch dazu und geht mit dem gleichen Ehrgeiz an die Sache ran, wie zuvor bei Adidas", sagt Maier.

Wichtig ist für Leeb dazu, dass der Bayern-Präsident lernt, "dass er es nicht mehr mit Aktionären zu tun hat, sondern mit durchaus auch einmal emotionalen Fußballfans". Und Maier hält im Podcast sogar eine These bereit, wie es im Katar-Streit zwischen Vorstand und Anhängern weitergehen könnte: "Ich bin mir ziemlich sich, dass Katar 2023 beim FC Bayern keine Rolle mehr spielen wird. Dann werden sie einen neuen Sponsor präsentieren und diese Jahreshauptversammlung hätte doch noch ihr Gutes gehabt." Diese Schlussfolgerung wird erst in etwas mehr als einem Jahr auf ihre Richtigkeit überprüft werden können.

Hier geht's zur Folge über das jüdische Erbe des FC Bayern

Weiden in der Oberpfalz

Hier geht's zum Nachruf auf Gerd Müller

München

alternativer_text

alternativer_text

alternativer_text

alternativer_text

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.