14.09.2021 - 16:02 Uhr
Hiltersdorf bei FreudenbergSport

Zum Saisonabschluss: Corinna Schwab torpediert ihre Bestmarke

Olympia ist Geschichte, an Ehrgeiz mangelt es der Hiltersdorferin Corinna Schwab aber keineswegs. In Berlin unterbot die 22-Jährige ihre persönliche Bestzeit über 400 Meter und schnappte sich den Sieg. Das nächste Ziel steht fest.

Corinna Schwab aus Hiltersdorf (Kreis Amberg-Sulzbach) bejubelt ihren Sieg über 400 Meter in Berlin. Mit 51,51 Sekunden stellte die 22-Jährige einen neuen persönlichen Rekord auf.
von Florian Bindl Kontakt Profil

51 Sekunden und 51 Hundertstel in Berlin. Wer geglaubt hatte, Corinna Schwab würde nach den Olympischen Spielen von Tokio in ein Loch fallen und dem Saisonende entgegenschaukeln, der sieht sich getäuscht. Die Leichtathletin aus Hiltersdorf (Kreis Amberg-Sulzbach) lief in ihrem letzten Saisonrennen in Bestform und torpedierte am Sonntag über 400 Meter ihre persönliche Bestzeit. Ihr Rekord hatte zuvor bei 51,65 Sekunden gelegen, bei der ISTAF im Berliner Olympiastadion konnte sie die Marke um 14 Hundertstel drücken – eine ganze Menge bei einer Sprintdisziplin. Es reichte für den ersten Platz. "Wir haben nach Olympia gezielt Wettkämpfe ausgesucht, so dass ich mich nochmal im internationalen Feld beweisen kann", erklärt sie gegenüber Oberpfalz-Medien. "In Tokio ist ja nicht alles glatt gelaufen." Schwab war im Einzellauf früh ausgeschieden, in der Mixed-Staffel hatte ihr unglücklicher Sturz eine bessere Finalplatzierung verhindert. "Ich wollte unbedingt zeigen, dass ich es draufhabe", sagt sie kämpferisch.

Heim-EM in München

Wie schafft sie das? Lasten die Erfahrungen und Anstrengungen des Großturniers in Fernost nicht schwer? "Jeder geht anders mit so einer Situation um. Jetzt gegen Ende der Saison habe ich mich von Rennen zu Rennen gefuchst." Schon am Donnerstag hatte Schwab beim Diamond League Meeting in Zürich eine gute Zeit erreicht. Im Vorwettkampf war sie ihre 400 Meter in 51,69 Sekunden gelaufen. Nun also in Berlin nochmal eine gewaltige Steigerung. Das Olympiastadion war – für Corona-Bedingungen – mit 25.000 Zuschauern sehr gut gefüllt. "Vor so einer Kulisse, gerade in Deutschland, zu gewinnen, das ist schon speziell", sagt sie. Grundsätzlich sei es überall schön zu laufen, "aber im eigenen Land feuern dich die Leute noch etwas mehr an". Ein Highlight zum Abschluss, das Schwabs Erfolgshunger sicher nicht kleiner machen wird. Im nächsten Jahr steht die Heim-EM an. Im August messen sich die besten europäischen Leichtathleten in München. Einen Monat vorher steigt die Weltmeisterschaft im US-amerikanischen Eugene. "Da will ich unbedingt dabei sein", formuliert Schwab eindeutige Ziele.

"Machen, worauf ich Lust habe"

Bevor aber die Vorbereitung auf die nächste Saison startet, im Januar sind die ersten Hallen-Events geplant, macht Corinna Schwab Heimaturlaub. Am Montag fuhr sie von ihrem Trainingsort Chemnitz in die Oberpfalz, wo ihre Familie wohnt. Eine Woche verbringt sie in Hiltersdorf. Dort will sie "einfach mal machen, worauf ich Lust habe". Freunde treffen und abschalten. Danach hat sie immer noch zwei Wochen Zeit für sich selbst. "Das heißt: komplett Pause, nicht an Sport denken und auch nur Sport machen, wenn ich will." Ihre erste Olympia-Teilnahme, neue persönliche Bestzeit und eine Europameisterschaft vor der Haustüre. Für Corinna Schwab könnte es derzeit wahrlich schlechter laufen.

Corinna Schwab berichtet im Interview von ihren Olympia-Erlebnissen

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