Kümmersbruck
11.02.2022 - 14:53 Uhr
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Nathaniel Brown, ein Kümmersbrucker auf dem Weg zum Profi beim 1. FC Nürnberg

Früher waren es Norbert Wagner oder Hans Dorfner. Vor einiger Zeit Patrick Erras und auch Dennis Lippert. Oberpfälzer Fußballer haben beim fränkischen Aushängeschild 1. FC Nürnberg Tradition. Jetzt hat wieder einer die Chance.

Nathaniel Brown aus Kümmersbruck im Trikot des 1. FC Nürnberg. Bild: mr
Nathaniel Brown aus Kümmersbruck im Trikot des 1. FC Nürnberg.

Normalerweise stehen die Stars ja auf dem Platz. Bei diesen Spielen sind sie auf der Tribüne zu finden: Club-Kapitän Enrico Valentini ist da, FCN-Sportvorstand Dieter Hecking auch. Hermann Gerland ist aus München in die Noris gekommen. Der Mann mit dem Blick für junge Talente, der nach seinem Aus beim FC Bayern jetzt für den DFB unterwegs ist. Für den Verband ist mittlerweile auch Hannes Wolf tätig, der schon den VfB Stuttgart, den HSV oder Bayer Leverkusen gecoacht hat. Neben den beiden DFB-Leuten steht Dieter Nüssing – Club-Legende, die in einer Zeit am Ball war, als es eigentlich undenkbar war, dass der 1. FC Nürnberg gegen das Zweitliga-Schlusslicht zu Hause mit 0:5 eingeht. Passiert war das am Freitag vor einer Woche gegen Ingolstadt.

Die Stars von morgen standen dann einen Tag später, am Samstag, auf dem Platz. „Wir haben schon den ein oder anderen, der es vielleicht schaffen kann“, sagt Andi Wolf über die Truppe, die er gegen den VfB Stuttgart aufs Feld schickte. Ins Spitzenspiel der Junioren-Bundesliga Süd/Südwest, Tabellenführer Nürnberg empfing seinen ersten Verfolger VfB Stuttgart.

Wolf-Lob für seine Jungs

Knapp 500 Zuschauer waren auf den A-Platz am Trainingsgelände am Valznerweiher gekommen. An diesem Tag konnten die Jungs von Trainer Andi Wolf aber nicht so recht zeigen, warum sie in der obersten Jugend-Spielklasse ganz vorne stehen. 0:2 ging die Partie gegen die Schwaben verloren. Wolf war genervt. Aber nicht lange. „Die Saison läuft richtig gut. Das hat keiner von uns erwartet“, erklärte der frühere Verteidiger, der mehr als 200 Profispiele für seinen FCN absolviert hat, und auch für Werder Bremen und zum Abschluss der Karriere beim AS Monaco gespielt hat. Ihm fällt auch etwas auf, was ihn in seiner aktiven Zeit auch ausgezeichnet hat: „Die Burschen haben richtig Ehrgeiz.“

Einer, der es schaffen kann, ist ein waschechter Oberpfälzer. „Ah, Nene Brown“, sagt Wolf auf Nathaniel Brown angesprochen. „Er ist ein sehr interessanter Spieler, ihm traue ich vieles zu.“ Der 18-Jährige, Sohn eines Amerikaners und einer Deutschen, wurde in Amberg geboren, die Familie wohnt in Kümmersbruck. „Ich habe dort beim TSV angefangen, habe auch noch viele Freunde dort“, berichtet der junge Mann. Das Talent wurde schnell erkannt: Mit zehn Jahren wechselte er zum SSV Jahn Regensburg. Vor sechs Jahren kam er zum Club. In Nürnberg läuft er in der U19 als linker Verteidiger auf. Schnell, geschickt im Zweikampf, Brown wirkt auch gegen Stuttgart sehr abgeklärt. „Aber ich muss noch so viel lernen“, sagte er nachher. Vor allem körperlich möchte er zulegen. Robuster will er werden. Sein Trainer sieht das nicht als vordringlichste Aufgabe: „Die Körperlichkeit kommt mit dem Alter. Er soll seine Geschmeidigkeit nicht verlieren.“ Dem Fußballer aus der Oberpfalz attestiert er auch eine gute Technik. „Er ist spielerisch gut am Ball.“

Brown und seine jungen Mitspieler der A-Jugend sind in einer Situation, in der Wolf vor etwa 20 Jahren war. Der blonde Junge aus Ansbach war damals an der Schwelle zum Profitum. Auch er hatte diesen Traum, auch er wusste, dass es kaum jemand ganz nach oben schafft. „Ich kann natürlich auch den ein oder anderen Tipp geben und die Jungs nehmen mir die Dinge auch ab“, sagt Wolf.

„Wir haben doch fast alle das gleiche Ziel“, sagt Brown, der nach seiner mittleren Reife derzeit voll auf den Fußball setzt. Früher pendelte er zwischen Amberg und Nürnberg mit dem Zug zum Training. Mittlerweile hat er, der noch drei Brüder hat („Die spielen aber alle nicht Fußball“), eine eigene Wohnung in der Frankenmetropole.

Vertrag bei der U21

Am Ende der Saison scheidet der Linksfuß aus der U19 aus. Für das Regionalliga-Team der U21 hat er schon einen Vertrag, dort soll der nächste Schritt folgen. Mit den Profis hat er in der Länderspielpause im November auch schon ein paar Tage trainiert. Trainer Robert Klauß hatte den Fußballer aus der Oberpfalz hochgezogen. Da hat Enrico Valentini Nathaniel Brown dann nicht zugeschaut wie am Samstag, da hat der junge Kümmersbrucker den Club-Kapitän frech im Zweikampf gefordert.

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Nathaniel Brown (rechts) im Spitzenspiel der Jugend-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart. Der Club verlor mit 0:2. Bild: mr
Nathaniel Brown (rechts) im Spitzenspiel der Jugend-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart. Der Club verlor mit 0:2.
Das Interesse an U19-Spielen des 1. FC Nürnberg ist groß. Bild: mr
Das Interesse an U19-Spielen des 1. FC Nürnberg ist groß.
Nathaniel Brown (Zweiter von rechts) im Spiel gegen den VfB Stuttgart. Bild: mr
Nathaniel Brown (Zweiter von rechts) im Spiel gegen den VfB Stuttgart.
Info:

Der 1. FC Nürnberg in der Jugend-Bundesliga Süd/Südwest

  • Der 1. FC Nürnberg steht an der Spitze der U19-Bundesliga Süd/Südwest. Bei einem Spiel mehr hat der Club mit 31 Punkten zwei Zähler Vorsprung auf den VfB Stuttgart. Der FC Augsburg ist derzeit Vierter (24 Punkte), der FC Bayern (19) nur Achter, Lokalrivale SpVgg Greuther Fürther (12) ist Sechzehnter.
  • In Deutschland gibt es drei U19-Bundesligen: Bundesliga Nord/Nordost (Spitzenreiter Hertha BSC); Jugend-Bundesliga West (Spitzenreiter Borussia Dortmund) und die Bundesliga Süd/Südwest
  • Trainer der Nürnberger U19 ist Andi Wolf. Der 39-Jährige feierte als Profi mit dem 1. FC Nürnberg 2007 den DFB-Pokalsieg und stieg mit dem Club zwei Mal in die Bundesliga auf.
  • Co-Trainer der U19 ist Andy Nägele. Der 40-Jährige spielte früher höherklassig im Amateurfußball (SC Feucht, ASV Neumarkt, FC Schweinfurt, Wacker Burghausen). Da seine Mutter aus Hongkong stammt, absolvierte er für den damaligen Stadtstaat auch 9 Länderspiele.
  • Am Samstag, 12. Februar, spielt die U19 des 1. FC Nürnberg bei Eintracht Frankfurt. Die Bundesliga umfasst in diesem Jahr 21 Teams, da es in der vergangenen Saison nach dem Abbruch coronabedingt keinen Absteiger gab und einige Aufsteiger dazukamen.
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