23.11.2021 - 19:50 Uhr
UrsensollenSport

Dicke Nase: Infekt raubt Biathlet Johannes Donhauser erste Chance aufs Weltcup-Ticket

Am Wochenende startet der Biathlon-Weltcup in Östersund. Der Oberpfälzer Johannes Donhauser ist auch in Schweden, allerdings in Idre. Lange durfte der Biathlet auch auf den Weltcup hoffen – und dann das.

Johannes Donhauser (hier beim letztjährigen IBU-Cup in Obertilliach) ist für Deutschland zunächst im IBU-Cup unterwegs. Der Oberpfälzer hat aber weiter Weltcup-Chancen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Er kam blendend durch den Sommer, kränkelte überhaupt nicht, was wahnsinnig wichtig ist für einen Wintersportler. Und dann das: "Ja, das ist scheiße gelaufen", sagt Johannes Donhauser. Am vergangenen Wochenende standen im Trainingslager im finnischen Muonio die Qualifikationsrennen für die letzten zwei Weltcup-Tickets der deutschen Biathlon-Herren an. "Ich wäre fit gewesen", sagt der 27-Jährige aus Ursensollen (Landkreis Amberg-Sulzbach), der am Olympia-Stützpunt in Ruhpolding trainiert. Doch in der Nach zum Mittwoch meldeten sich nördlich des Polarkreises bei ihm ungebeten Gäste: Viren, ein Kratzen im Hals, alles wuchs sich zu einem fetten Schnupfen aus. Es war kein Corona , das war schnell klar. "Es war eine stinknormale Erkältung", sagte Donhauser am Dienstagabend in einem Telefont im schwedischen Idre. "Die Nase ist noch etwas zu, ansonsten geht es wieder." In Schweden ist der Oberpfälzer mittlerweile auf seiner Skandinavien-Tour angekommen, weil er nun dort im IBU-Cup startet.

Das Ticket für den Wettbewerb unterhalb des Weltcups hat Donhauser auf jeden Fall sicher, obwohl er das Quali-Rennen für den Weltcup verpasst hatte. "Dort war am Donnerstag vor den Rennen klar, dass ich nicht laufen kann." Der Kopf brummte, die Nase lief, der Arzt sagte "Nein". Die zwei Ticktes in den Ausscheidungsrennen sicherten sich Philipp Horn und Justus Strelow. Sie sind neben den gesetzten Benedikt Doll, Erik Lesser, Roman Rees und Philipp Nawrath am Wochenende beim Weltcup-Auftakt in Östersund am Start. Eine Woche später, ebenfalls in Östersund, ersetzt Johannes Kühn entweder Strelow oder Horn. Bei den Frauen sind beim Weltcup-Start in Mittelschweden neben den arrivierten Denise Herrmann, Franziska Preuß, Janina Hettich und Vanessa Hinz auch Vanessa Voigt sowie Juliane Frühwirt und Anna Weidel dabei. Die Routiniers Maren Hammerschmidt, Franziska Hildebrand und Karolin Horchler haben den Sprung ins deutsche Biathlon-Weltcupteam vorerst nicht geschafft

Auch Heimreise eine Option

Wie auch Donhauser, der, wie er sagt, sich natürlich in den Quali-Rennen gegenüber den Trainingsleistungen noch hätte steigern müssen, um es in den Weltcup zu schaffen. Läuferisch ist er in den letzten Monaten ohnehin stark, am Schießstand habe er aber das ein oder andere Problem gehabt. Bundestrainer Mark Kirchner war aber zufrieden mit den Trainingsleistungen des Oberpfälzers in Finnland. Dennoch sind die Weltcup-Träume sind abgehakt - vorerst. Donhauser kann sich aber wie einige andere im IBU-Cup empfehlen. Und deswegen ist er froh, dass er in Idre dabei ist. "Es stand auch im Raum, dass ich heimreise." Doch auch die Ärzte glauben, dass der Oberpfälzer bald wieder fit ist. Das Rennen am Donnerstag lässt er noch aus, "am Wochenende beim Sprint und der Verfolgung bin ich dabei". Wobei dann auch nicht gleich Topergebnisse zu erwarten seien, wie er sagt. "Ich brauche immer etwas länger, bis ich nach Krankheiten wieder in Top-Form bin." Vielleicht zeigt er die dann im norwegischen Sjusjøen eine Woche später, dorthin geht es gleich nach den Wettbewerben in Idre.

Schnell wieder optimistisch

Finnland Schweden, Norwegen – genau vier Wochen wird Donhauser dann in Skandinavien unterwegs gewesen sein, wenn er am 6. Dezember mit der deutschen IBU-Cup-Mannschaft nach Bayern zurückkehrt. "Keine Angst, ich hab' schon den großen Koffer dabei", sagte Donhauser am Dienstagabend im Telefonat noch. Seinen Optimismus hat der stets gut gelaunte Sportler ohnehin schnell wieder gefunden: "Wenn das die einzige Erkältung in diesem Winter war, dann wär das schon okay."

Johannes Donhauser und die große Chance in Finnland

Ursensollen

Johannes Donhauser bei den deutschen Meisterschaften auf dem Treppchen

Ursensollen

Donhausers Heim-IBU-Cup am Arber

Ursensollen
Info:

Das ist Johannes Donhauser

  • Geboren am 12. Mai 1994 in Amberg.
  • Die Familie wohnte zuächst in Raigering, jetzt in Ursensollen.
  • Spästarter: Erst mit 15 Jahren richtig in den Langlaufsport eingestiegen.
  • Seit 2014 am Olympia-Stützpunkt in Ruhpolding.
  • Verein: SC Monte Kaolino Hirschau.
  • 2015 Teilnehmer bei der Junioren-WM in Weißrussland: Unter anderem Vierter mit der Staffel; Platz neun im Einzel.
  • Deutscher Meister im Einzel 2020 in Altenberg; Dritter bei der "Deutschen" im Sprint 2021.
  • Derzeit Mitglied des deutschen Perspektivkaders; bisher mehrere IBU-Cup-Einsätze; noch kein Weltcup-Einsatz.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.