27.05.2018 - 10:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Aus und vorbei: Weiden steigt in die Landesliga ab

Die SpVgg SV Weiden muss nach einem 1:1 gegen den ASV Vach in die Landesliga absteigen. Trainer Florian Schrepel hadert vor allem mit einem Platzverweis nach einer Tätlichkeit. Die Vereinsführung will die Saison nun in Ruhe analysieren.

Enttäuscht saßen die Weidener Spieler nach dem Bayernliga-Abstieg auf dem Rasen.
von Sebastian SchellProfil

(ssl) Das war's für die SpVgg SV Weiden. Die Wasserwerk-Elf kam am Samstagnachmittag nur zu einem 1:1 gegen den ASV Vach. Damit zieht der Tabellenzweite der Landesliga Nordwest nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel in die zweite Relegationsrunde zur Bayernliga gegen den TSV Nürnberg/Buch ein. Die SpVgg SV dagegen muss den bitteren Gang in die Landesliga antreten.

(ssl) Das war's für die SpVgg SV Weiden. Die Wasserwerk-Elf kam am Samstagnachmittag nur zu einem 1:1 gegen den ASV Vach. Damit zieht der Tabellenzweite der Landesliga Nordwest nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel in die zweite Relegationsrunde zur Bayernliga gegen den TSV Nürnberg/Buch ein. Die SpVgg SV dagegen muss den bitteren Gang in die Landesliga antreten.

Dementsprechend enttäuscht war Trainer Florian Schrepel nach dem Spiel: „Es ist schwer, Worte zu finden, weil wir uns gerade in der Endphase der Saison wenig Vorwürfe machen können. Sowohl in der Liga als auch in der Relegation haben Kleinigkeiten entschieden. Trotzdem steht am Ende der Abstieg.“ Sein Gegenüber Norbert Hofmann zeigte auch ein wenig Mitgefühl: „Weiden war ein starker Gegner und wenn man mit 40 Punkten in die Relegation muss, ist das schon hart. Trotzdem sind wir gerecht weitergekommen, weil meine Jungs alles rausgehauen haben.“

Doppel-Rot

Dabei sah es gerade zu Beginn nicht danach aus, weil die Schwarz-Blauen mit viel Engagement und Offensivdrang starteten. Josef Rodler und Patrick Kavalir hatten nach drei Minuten bereits die Führung auf dem Schlappen, verzogen aber knapp. Vach wirkte nervös und ängstlich und dezimierte sich nach einer Viertelstunde selbst. Christian Kohl schätzte einen langen Ball falsch ein und zog Benjamin Werner 20 Meter vor dem Tor am Trikot. Rot wegen Notbremse – eine harte Entscheidung.

Der SpVgg SV war es egal und erarbeitete sich weitere Möglichkeiten. Vor allem der agile Kavalir zeigte sich brandgefährlich und scheiterte aus kurzer Distanz an Torwart Kredel (24.). Dann sorgte Ondrej Brusch für den Ausgleich bei der Anzahl der Aktiven auf dem Platz. Nach einem Stockfehler streckte er seinen Gegenspieler Daniel Eich im gegnerischen Strafraum mit dem Ellenbogen nieder (27.). „Diese Aktion war komplett unnötig und hat unser Konzept über den Haufen geworfen. Wir haben unseren Gegner beherrscht. Danach war der Zug raus“, beurteilte Schrepel die wohl spielentscheidende Szene. Trotzdem kam seine Mannschaft durch Kavalir nach einem weiten Abschlag von Noah Schmidt (40.) und Florian Rupprecht nach einem Kopfball nach einer Ecke zu guten Gelegenheiten (45.).

Werner-Treffer zu wenig

Zum zweiten Durchgang hatten die Gäste ihre Nervosität in der Kabine gelassen und agierten wesentlich dominanter. Nach zwei parierten Weitschüssen von Noah Schmidt (53./56.) war es dann Rico Röder mit dem dritten Hammer aus der Entfernung, der für das für Vach so wichtige Auswärtstor sorgte (57.). Die Heimelf brauchte jetzt zwei Tore, um zumindest die Verlängerung zu erreichen. Allerdings verfehlte der Gegentreffer seine Wirkung nicht. Vach zog sich tief in die eigene Hälfte zurück und die SpVgg SV versprühte nur wenige bis gar keine Ideen, diesen Riegel zu knacken. Erst der eingewechselte Michael Busch tankte sich über rechts durch, und Werner spitzelte den Ball zum Ausgleich und neuer Hoffnung in den Kasten (74.).

Trainer Schrepel wechselte offensiv und warf Mann und Maus nach vorne. Doch richtige Chancen waren in der Endphase, inklusive neun Minuten Nachspielzeit, nicht mehr zu verzeichnen. Im Gegenteil ließ der ASV hochkarätige Konterchancen zur Entscheidung liegen. So stand am Ende ein Unentschieden, das für die SpVgg SV Weiden eine Saison mit vielen Auf und Abs mit dem Abstieg in die Landesliga beendet.

Info:

SpVgg SV Weiden – ASV Vach 1:1 (0:0)

SpVgg SV Weiden: Schmidt - Wildenauer, Hegenbart, Bächer (69. Graml), Scherm, Rupprecht (85. Reich), Heinl (64. Busch), Brusch, Kavalir, Rodler, Werner

ASV Vach: Kredel – Hassa, Mirschberger, Eich, Röder S., Benes (80. Krapfenbauer), Röder R., Konrad (90. +3 Ruckriegel), Kohl, Zametzer, Haas (90.+7 Horlamus)

Tore: 0:1 (57.) Rico Röder, 1:1 (74.) Benjamin Werner - SR: Lothar Ostheimer (Kempten) - Zuschauer: 627 - Rot: (15.) Christian Kohl (Notbremse/Vach); (27.) Ondrej Brusch (Tätlichkeit/SpVgg SV)

Info:

"Wir möchten das in Ruhe aufarbeiten"

Am Weidener Wasserwerk herrscht Katerstimmung. Erstmals seit der Insolvenz der SpVgg Weiden im Jahr 2010 muss der Nachfolgeverein SpVgg SV Weiden absteigen. „Der Kader war einfach zu dünn aufgestellt. Das Gesamtpaket der Mannschaft hat in den vergangenen beiden Jahren nicht gestimmt und die aktuellen Jungs müssen jetzt diese Fehler ausbügeln“, sieht Interimstrainer Florian Schrepel die Gründe für den Abstieg. Sportvorstand Phillip Kaufmann war auch am Tag danach noch schwer enttäuscht: „Auch nach einer schlaflosen Nacht ist es einfach unglaublich bitter, weil es ein völlig unnötiger Abstieg ist.“ Voreilige Schlüsse für die Zukunft wollte Kaufmann noch nicht ziehen: „Wir werden das in den nächsten Tagen zusammen im Vorstandsteam analysieren. Es gibt sicher Gründe und Fehler, die wir alle gemacht haben, warum es nicht gereicht hat. Aber wir möchten das in Ruhe aufarbeiten.“

Offensichtliche Schwachstellen für den nicht erreichten Klassenerhalt waren die löchrige Defensive mit 77 Gegentoren in der Bayernliga-Saison. Dazu präsentierte sich das Sparda-Bank-Stadion alles andere als eine Festung. Nur 20 Punkte in 17 Spielen konnte das Team um Kapitän Christoph Hegenbart zu Hause einfahren. So war vor allem die Phase zwischen November 2017 und April 2018 entscheidend, als die Schwarz-Blauen zehn Ligaspiele in Folge nicht mehr siegreich waren und Trainer Stefan Fink zurücktrat. „Wir sind einfach schlecht aus der Winterpause gekommen. Bis dahin war es zumindest von der Punkteanzahl noch völlig in Ordnung“, blickt Hegenbart auf diesen Zeitraum entscheidend zurück.

Dazu beklagte Schrepel „eine oftmals fehlende Hierarchie im Team, was sich vor allem bei Rückschlägen offenbart hat“. „Das war sicher ein Faktor, vor allem da der Umbruch in den vergangenen Jahren enorm war, weil uns vor allem Führungsspieler verlassen haben. Diese Typen haben uns spielerisch als auch charakterlich gefehlt“, bekräftigt Hegenbart dieses Problem. Ganz überrascht war man am Wasserwerk also nicht, auch weil die Max-Reger-Städter dem Abstieg in der vergangenen Spielzeit nur äußerst knapp von der Schippe gesprungen sind. „Wir mussten das natürlich immer im Hinterkopf behalten und werden deswegen in der kommenden Saison eine Mannschaft ins Rennen schicken, die um den Aufstieg mitspielen kann und soll“, blickt Kaufmann voraus.

Dort dabei ist auch Kapitän Hegenbart, der sich vor allem eines für die neue Spielzeit wünscht: „Wir müssen in der kurzen Pause den Abstieg aus den Köpfen bekommen und dann so schnell es geht zusammenwachsen. Dann ist der Wiederaufstieg möglich.“ Nicht mehr mitwirken werden an diesem Vorhaben die erst im Winter zum Team gestoßenen Patrik Kavalir und Adem Hajek. Beide Spieler wurden bereits am Sonntag beim Bayernligisten SpVgg Bayern Hof als Neuzugänge präsentiert.

Auch nach einer schlaflosen Nacht ist es einfach unglaublich bitter, weil es ein völlig unnötiger Abstieg ist.

Sportvorstand Philipp Kaufmann

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