12.01.2022 - 14:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Zuschauer beim Sport: Auf die Größe kommt es an – und die Region

Warum sind in Pandemiezeiten etwa in der Eishockey-Oberliga oder -Bayernliga Zuschauer erlaubt, während in der Fußball-Bundesliga wieder Geisterspiele verordnet wurden? Wir haben beim bayerischen Gesundheitsministerium nachgefragt.

Bei den Heimspielen des Eishockey-Bayernligisten ERSC Amberg sind aktuell bis zu 650 Zuschauer erlaubt.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

456 Zuschauer kamen zum Heimspiel der Blue Devils Weiden in der Eishockey-Oberliga Süd gegen den EV Lindau, 608 zum Derby gegen die Eisbären Regensburg und 402 gegen den EC Peiting. Auch der Nachbar aus der Bayernliga, der ERSC Amberg, begrüßte gegen den VfE Ulm/Neu-Ulm 380 Zuschauer, 520 gegen den TSV Erding und 550 gegen den EA im TSV Schongau. Dies sind alles Zuschauerzahlen aus den vergangenen drei Wochen. Dagegen waren zum Rückrundenauftakt in der Fußball-Bundesliga beim Heimspiel des FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach keine Zuschauer in der Allianz-Arena zugelassen. Genauso wird es dem 1. FC Nürnberg am kommenden Samstag gegen den SC Paderborn und dem SSV Jahn Regensburg eine Woche später gegen Holstein Kiel in der 2. Bundesliga ergehen.

Da stellten sich mehrere Leser die Frage, warum bei Indoor-Veranstaltungen der Eishockeyvereine in Weiden und Amberg Zuschauer erlaubt sind, während in einem großen Fußballstadion unter freiem Himmel die Tribünen leer bleiben müssen. Eine Nachfrage beim bayerischen Gesundheitsministerium brachte folgende Antwort: "Das Zuschauerverbot greift, wenn die Kriterien ‚groß‘ und ‚überregional‘ kumulativ vorliegen", erklärte eine Ministeriumssprecherin gegenüber Oberpfalz-Medien und verwies auf die Änderung der 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 23. Dezember 2021.

Mehr als 500 Zuschauer bedeutet "groß"

Doch was heißt in diesem Zusammenhang "groß" und "überregional"? Als "groß" gilt eine Veranstaltung, wenn potentiell mehr als 500 Zuschauer kommen könnten. Dies ist mit der erlaubten Auslastung von 25 Prozent der Stadionkapazität sowohl in Amberg als auch in Weiden der Fall. In die Weidener Hans-Schröpf-Arena dürften daher aktuell 640 Zuschauer. "Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir aber auf 625 begrenzt", wie Franz Vodermeier, Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH, mitteilte. In Amberg wären 650 Zuschauer gestattet. Von den Stadionkapazitäten der Fußball-Bundesligisten ganz zu schweigen.

Duelle gegen nicht-bayerische Teams entscheidend

Und als "überregional" werden Spiele eingestuft, an denen auch nicht-bayerische Teams teilnehmen. Und dieser Fakt trifft weder auf die Eishockey-Oberliga Süd noch auf die -Bayernliga zu. Deswegen galt etwa in der DEL2 auch beim bayerischen Derby der Selber Wölfe gegen die Bayreuth Tigers ein Zuschauerverbot, weil in dieser Liga ansonsten eben auch nicht-bayerische Mannschaften vertreten sind. Während die Blue Devils und die Wild Lions dagegen Zuschauer ins Stadion lassen dürfen. Wenn in der Oberliga in den Play-offs die Verzahnung mit den Nord-Oberligisten erfolgt, dürften aber auch den Blue Devils Geisterspiele bevorstehen, sofern die derzeitige Regelung dann im Februar noch gilt.

"Infektionen entstehen durch Kontakte. Das Verbot von Zuschauern dient dazu, Kontakte zu vermeiden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass durch die Magnetwirkung von großen überregionalen Sportveranstaltungen Zuschauer aus einem weiteren Umfeld anreisen und dadurch während der Sportveranstaltung, aber auch auf dem Weg zu der Veranstaltung, Personen aufeinandertreffen, die ohne die entsprechende Veranstaltung nicht aufeinandergetroffen wären", fügte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums noch als Erläuterung an.

Nun vermeldeten auch die Blue Devils Weiden zwei Coronafälle

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Hintergrund:

Zuschauerregelung bei Sportveranstaltungen in Bayern

  • Zuschauer verboten: Wenn eine Veranstaltung gleichzeitig als "groß" (mehr als 500 Zuschauer möglich) und "überregional" (auch Spiele gegen nicht-bayerische Mannschaften) gilt
  • Zuschauer erlaubt: Wenn zwar potentiell mehr als 500 Zuschauer möglich sind, aber Spiele ausschließlich gegen bayerische Teams anstehen
  • Stadionauslastung: Aktuell sind bis zu 25 Prozent der Stadionkapazität erlaubt, inklusive 2G-plus-Regelung, Abstands- und Maskenpflicht auch am Platz

 

 

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