10.10.2019 - 14:37 Uhr
OTon

Du kannst nicht immer 17 sein

Bier, Wein, Cocktails, Pfeffi- und Tequila-Shots. Dass sie nicht mehr Feiern kann wie eine 17-Jährige musste Lena Schulze vor kurzem auf die harte Tour lernen. Im OTon beschreibt sie ihren Leidensweg.

Tagelang durchfeiern gleicht heute eher einem Leidensweg, findet unsere Kollegin.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Früher ging das. Mit Freunden feiern - fünf Tage die Woche in Clubs, Bierzelten und auf Geburtstagspartys. Aber das funktioniert nicht mehr.

Donnerstagabend: Nach der Arbeit auf ein Gläschen mit Kollegen. Freitag: Ich bin müde und quäle mich durch einen langen Tag in der Redaktion. Auf das Konzert am Abend hab ich nicht wirklich Lust. Aber die Karten sind bezahlt und meine Freunde gehen auch. Aus „Nur kurz vorbei gucken“ werden zwei Bier, ein Glas Wein und ein paar Shots. Samstagmorgen: Ich verfluche mich, weil ich eigentlich weiß, dass mir das Durcheinander-Trinken gar nicht gut tut. Mir ist schlecht.

Ich leide den ganzen Tag. Ich rette mich mit literweise Tee und bringe meinen Kreislauf mit einem kurzen Spaziergang in Schwung. Nach einer heißen Dusche habe ich zwar wieder das Gefühl, ein Mensch zu sein, aber der Gedanke an das Abendprogramm macht das zunichte. Samstagabend: Auf der Geburtstagsfeier meiner Freundin kapituliere ich nach einem Glas Sekt. Gott sei Dank bin ich nicht die Einzige! Wir stoßen mit Kräutertee auf das Geburstagskind an.

Vor zehn Jahren hätte ich das locker weggesteckt! Wenn ich heute an Party an drei Tagen hintereinander denke, wird mir schlecht. In der Menge tanzen, Freunde treffen – mit 17 konnte ich nicht genug davon bekommen. Ich könnte ja was verpassen! Zehn Jahre später habe ich es satt, mich an Fremden vorbei zu quetschen, angerempelt zu werden, fremde Ellenbogen im Gesicht zu haben oder Getränke übergeschüttet zu bekommen. Die Musik ist zu laut. Eine durchzechte Partynacht merke ich heute noch eine Woche später. Fazit: Wenn der Kater am nächsten Morgen schlimmer ist, als die Party am Tag davor gut war - dann macht man irgendwas falsch! Ich bin keine 17 mehr. Und ab und zu ist Tee statt Schnaps auch okay.

OTON:

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.