08.07.2020 - 16:02 Uhr
Deutschland & Welt

Geburten: Weiden legt zu, Amberg im Minus

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Viel Nachwuchs gab es im vergangenen Jahr in der Oberpfalz. Aber nicht überall. Einen traurigen Bezirksrekord verzeichnet der Landkreis Tirschenreuth.

In der Oberpfalz ist die Zahl der Geburten gestiegen.
von Jürgen UmlauftProfil

In Bayern sind im vergangenen Jahr so viele Kinder geboren worden wie seit 1997 nicht. 128 227 Kinder erblickten nach Angaben des Landesamtes für Statistik das Licht der Welt, 611 mehr als 2018 (+0,5 Prozent). Besonders positiv war die Entwicklung in der Oberpfalz. Hier stieg die Zahl der Geburten um 2,4 Prozent auf 10 754 (+255). 5453 der Neugeborenen waren Buben, 5301 Mädchen. 7890 der neuen Oberpfälzer hatten deutsche Eltern, bei 878 besaß ein Elternteil die deutsche Staatsbürgerschaft, bei 1986 kamen die Eltern aus dem Ausland.

Entwicklung der Geburten in der Oberpfalz seit 1972

Spitzenreiter beim Geburtenplus in der Oberpfalz war die Stadt Weiden mit einem Zuwachs um 6,8 Prozent auf 424. Im Landkreis Tirschenreuth betrug das Plus 2,2 Prozent auf 596. Zuwächse gab es zudem in Stadt und Landkreis Regensburg sowie den Landkreisen Cham und Neumarkt. Vom Baby-Boom nicht profitieren konnten dagegen die Stadt Amberg (-4,7% auf 381) sowie die Landkreise Neustadt/WN (-3,6% auf 986), Schwandorf (-2,4% auf 1352) und Amberg-Sulzbach (-1,5% auf 1035).

"Das ist extrem erfreulich", kommentiert Norbert Schmieglitz, Pressesprecher der Stadt Weiden, den starken Geburtenzuwachs in der Max-Reger-Stadt. "Die Lebens- und Wohnqualität sind sicher ein Grund dafür." Bildung, Arbeit, Wohnen und die überschaubareren Kosten als in einer Großstadt würden sicher viele junge Leute veranlassen hier zu bleiben und eine Familie zu gründen.

Ob das Minus in der Stadt Amberg von 4,7 Prozent so aussagekräftig sei, könne Pressesprecherin Susanne Schwab nicht sagen. "Wenn man sich die Zahlen der vergangenen Jahre ansieht, sind immer Schwankungen dabei. Es waren ja bei uns über längere Zeit etliche Flüchtlingsfamilien untergebracht und die sind jetzt nicht mehr da." Ursache für den Rückgang könnte zudem sein, dass viele Familien wieder auf das Land ziehen, da die Orte rundherum neue Baugebiete ausweisen.

Stärker als im Landesdurchschnitt sank gleichzeitig die Zahl der Sterbefälle in der Oberpfalz. Sie ging um 2,8 Prozent auf 12 093 zurück. Damit verringerte sich der Sterbeüberschuss auf 1339 (Vorjahr 1942). Mit minus 9,6 auf 1059 verzeichnete der Landkreis Neustadt/WN deutlich weniger Todesfälle. Im Landkreis Amberg-Sulzbach starben 1175 Menschen (-5%), im Landkreis Schwandorf 1654 (-1,2%) und in der Stadt Amberg 597 (-2,9%). In der Stadt Weiden gab es einen Todesfall mehr (573), im Landkreis Tirschenreuth 3 (1020). Dort war auch der Sterbeüberschuss mit 424 bezirksweit an höchsten.

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