12.10.2021 - 16:50 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Grünes Licht für Weihnachtsmärkte

Die Namenslisten in der Gastronomie haben ausgedient. Ab Freitag müssen Gäste in Restaurants, Cafés und Kneipen keine Kontaktdaten mehr hinterlassen. Und auch für die Weihnachtsmärkte in Bayern schaut es gut aus.

So sah der Christkindlmarkt 2019 in Weiden aus. Nun gibt es auch für die Weihnachtsmarkt-Saison 2021 grünes Licht.
von Jürgen UmlauftProfil

Ab Freitag entfällt für Gäste in der Gastronomie und für Besucher von Kunst- und Kulturveranstaltungen fast überall die Pflicht zur Abgabe ihrer Kontaktdaten. Das beschloss der Ministerrat auf seiner Sitzung am Dienstag. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erklärte, man senke damit weiter die Zugangsschwellen zur Gastronomie.

Ausgenommen sind allerdings Veranstaltungen mit einem erhöhten Risiko von Mehrfachansteckungen. Deshalb müssen bei geschlossenen Events mit mehr als 1000 Besuchern sowie in Clubs, Diskotheken, Bordellen und bei gastronomischen Angeboten mit Tanzmusik weiter die Kontaktdaten erfasst werden. Gleiches gilt für körpernahe Dienstleistungen und für Gemeinschaftsunterkünfte in Jugendherbergen oder Berghütten.

Frage nach Bezahlung offen

Um für mehr Einheitlichkeit bei den Vorgaben zu sorgen, gilt die 3G-, 3G-plus- oder die 2G-Regel ab kommenden Dienstag auch für Beschäftigte mit Kundenkontakt, wenn die Veranstalter die verschärften Zugangsregeln auf freiwilliger Basis einführen. Bislang war dies nur in Clubs und Diskotheken erforderlich, für die es eine 3G-plus-Pflicht gibt. Die Beschäftigten in Einrichtungen mit den strengeren Zugangsregeln müssen dann zweimal wöchentlich einen negativen Corona-Test vorweisen. Unklar ist, ob sie diesen selbst bezahlen müssen. Hierzu war nach der Ministerratssitzung keine klare Antwort zu bekommen. Verwiesen wurde lediglich auf die Testangebotspflicht der Arbeitgeber. Inwieweit diese auch hier greift, blieb offen.

Gute Aussichten

Nach Angaben Aiwangers wird es heuer für Weihnachtsmärkte voraussichtlich keine größeren Einschränkungen geben. Vorbehaltlich der Ergebnisse eines runden Tisches mit Vertretern von Veranstaltern, Kommunen und Gesundheitsbehörden sagte Aiwanger, er gehe davon aus, dass die Märkte nicht umzäunt werden müssten und auch die 3G-regel zumindest im Freien keine Anwendung finden werde. Aus seiner Sicht werde es einen freien Zugang und ein "weitgehend freies Bewegen" geben, so wie das derzeit schon auf normalen Wochenmärkten der Fall sei. "Ich denke, wir werden heuer ganz ordentliche Weihnachtsmärkte haben", erklärte er.

Impfung als Selbstschutz

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nutzte die Pressekonferenz zu einem neuerlichen Impfappell. Er verwies dabei auf aktuelle Zahlen zu den Krankenhauseinlieferungen mit einer Corona-Infektion. Demnach waren im vergangenen halben Jahr 96,6 Prozent der Patienten, die wegen Covid-19 in bayerischen Kliniken behandelt werden mussten, nicht vollständig geimpft. Dies zeige, wie wichtig die Impfung auch für den Selbstschutz sei. "Allein mit Testen kommen wir nicht aus der Pandemie", betonte Holetschek. Nach den offiziellen Daten des Robert-Koch-Instituts sind derzeit 63 Prozent der Einwohner Bayerns vollständig geimpft. Weitere 5,2 Prozent gelten als genesen.

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Schwandorf

3G-Regel gilt künftig auch für Mitarbeiter

Bayern
Hintergrund:

Bayern ist gut durch die Krise gekommen

Bayerische Unternehmen haben seit März 2020 knapp zehn Milliarden Euro an Corona-Hilfen erhalten. Fast die Hälfte davon ging an Betriebe im Gastgewerbe. Diese Bilanz zog Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

  • Insgesamt seien rund 620.000 Anträge auf staatliche Unterstützung positiv beschieden worden.
  • Alles in Allem sei die bayerische Wirtschaft laut Aiwanger "erstaunlich gut durch die Krise gekommen".
  • Mit einer Arbeitslosenquote von nur 3,2 Prozent liege Bayern fast auf Vorkrisenniveau.
  • Die befürchtete Insolvenzwelle sei nicht gekommen.
  • Im Gegenteil herrsche aktuell in einigen Branchen Fachkräftemangel.
  • Außerdem gebe es wegen hoher Nachfrage in vielen Bereichen Lieferengpässe aufgrund stockenden Nachschubs an Rohstoffen und Fertigungsteilen.
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Kommentare

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Martin Pfeifer

Lieber Herr Aiwanger,

der Vergleich zwischen einem normalen Wochenmarkt und einem Weihnachtsmarkt hinkt aber sehr! Das fragt bei der Frage an, ob es auf einem Wochenmarkt Glühwein und andere alkoholische Getränke gibt. Im Vergleich hier für Amberg sage ich mal: Zu den Stoßzeiten ist der Amberger Weihnachtsmarkt deutlich besser als der Wochenmarkt am Samstag vormittag. Und für die großen Weihnachtsmärkte wie den Christkindls-Markt in Nürnberg gilt das erst recht. Da kommt man am Wochenende kaum durch die Budengassen, vor den Buden - vor allem jenen mit Glühwein oder Süßigkeiten - bilden sich Menschentrauben.

Wir werden sehen, ob sich diesmal die Ankündigungen von Herrn Aiwanger erfüllen. Bisher war dies im Bereich der Gastronomie / Hotellerie meistens nicht der Fall.

12.10.2021