26.02.2021 - 18:30 Uhr
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Übungsgebiet Oberpfalz: Bundeswehr lehnt Antrag der US-Luftwaffe ab

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Noch am Mittwoch hatte das Verteidigungsministerium im Bundestag vom Antrag der US-Luftwaffe auf eine Zusammenlegung bereits bestehender Übungslufträume über der Oberpfalz berichtet. Jetzt gibt es eine Überraschung.

Zwei F-16 Fighting Falcons (links) der US-Luftwaffe fliegen an der Seite zweier italienischer F-35 Lightning II.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Beim US-Heer in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) ist nichts über die Anfrage der US-Luftwaffe vom Oktober 2020 auf "Zusammenlegung bereits bestehender Übungslufträume (Flugbeschränkungsgebiete) über den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels (Kreis Neumarkt)" bekannt. Davon hatte das Verteidigungsministerium am Mittwoch in einer aktuellen Stunde des Bundestages berichtet. Nach Informationen unserer Redaktion hat die Bundeswehr den US-Antrag aber zunächst abgelehnt.

In der Bundestagssitzung war noch die Rede davon gewesen, der "vorliegende Antrag der US-Luftwaffe wird derzeit im Rahmen etablierter Strukturen zur zivil-militärischen Luftraumkoordination auf Realisierbarkeit geprüft". Dabei seien die Auswirkungen auf das Luftstraßennetz über Deutschland und die angrenzenden Nachbarländer sowie die Interessen aller Luftraumnutzer zu berücksichtigen. Dazu werden üblicherweise unter anderem die Deutsche Flugsicherung, Flugplätze, der Deutsche Aero Club und möglicherweise der Umweltschutz gehört. Am Ende entscheidet das Bundesverkehrsministerium. So weit kam es nicht, da die Bundeswehr als erste Stelle schon Nein gesagt hat. Eine Flugbeschränkungszone zwischen den beiden Übungsplätzen, die Teile des Landkreises Amberg-Sulzbach umfassen würde, gilt in Luftfahrtkreisen als nicht vorstellbar. Von der US-Luftwaffe gab es keine Stellungnahme.

Das Verfahren zur Errichtung eines Korridors für Drohnenflüge zwischen beiden US-Truppenübungsplätzen, das vor er vor acht Jahren für Aufregung gesorgt hat, ruht nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums seit mehreren Jahren.

An den Flugbeschränkungszonen über den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels hält das 7. US-Armee Trainingskommando in Grafenwöhr fest. Es arbeitet dazu eng mit der bayerischen und der deutschen Regierung zusammen. machte der Sprecher des Kommandos, Oberstleutnant Michael J. Weisman, deutlich. Dabei geht es um den Schutz der zivilen und kommerziellen "Piloten und unserer Flieger und es erlaubt uns, zu trainieren". Über beiden Plätzen üben Helikopter und Militärflugzeuge. In Grafenwöhr wird scharf geschossen, auch von Artillerie. Beim Anflug fügen sich die US-Heeresflieger in den Luftraum ein, der in Deutschland zivil und militärisch genutzt wird.

Von Seiten des US-Trainingskommando heißt es zudem, jeder Antrag auf Luftraumbeschränkungen zwischen den Übungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels wäre zeitlich und auf eine spezielle Übung beschränkt. In diesem Falle gäbe es Mitteilungen an die Zivilfliegerei über die bayerischer Regierungskanäle.

Die Pläne der US-Luftwaffe

Grafenwöhr

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